Natürlich brodelt es jetzt rund um Rot-Weiss Essen.

RWE: Gratwanderung zwischen "gutem Weg" und Unmut

Warten auf die Mitgliederversammlung

Oliver Gerulat
01. April 2009, 13:55 Uhr

Natürlich brodelt es jetzt rund um Rot-Weiss Essen.

Die Kulisse vollzog ansatzweise den Bruch mit dem Team, die Formulierungen von den Rängen sind dabei nicht neu, die muss sich RWE auch nicht exklusiv anhören, weil man sie bundesweit kennt.Wahrscheinlich sogar global in verschiedensten Sprachen. Nachvollziehbar sind sie auch. "Es waren mehr Mängel und schlechte Dinge zu sehen", legt sich RWE-Trainer Michael Kulm fest, wenn man ihn auf das 1:2 bei der Zweitvertretung des VfL Bochum im Wattenscheider Lohrheide-Stadion anspricht.
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Kulms fand nie daran Gefallen, öffentlich mit Überzeugung auf sein Team einzudreschen. "Sicherlich waren auch positive Aspekte da und es war möglich, auch diese Begegnung zu gewinnen. Das ist uns nicht gelungen." Weil Sami El-Nounou zweimal per Elfmeter für den VfL traf, Sascha Mölders einmal zum zwischenzeitlichen Ausgleich für die Gäste. "Am Ende fehlen uns die Tore, das Spiel zu gewinnen", zuckt Kulm mit den Schultern.

Der 43-Jährige will sich dem Unmut des Umfelds auch nicht entziehen: "Ich kann die Zuschauer verstehen, die Unzufriedenheit lautstark dokumentieren, wie soll das auch sonst geschehen." Weil Meinungsäußerung demokratisch ist, weil sie sein muss, auch wenn die Formulierungen vielleicht nicht jedermanns Sache sind. Kulm sieht die Gratwanderung: "Ich kann auch nachvollziehen, dass ein junger Kicker auf dem Platz, dem wir das Vertrauen schenken, beeindruckt ist. Auch das ist ein Erfahrungswert, den man mitnehmen muss. Mal sehen, wer sich durchbeißt."

Bis zum Spielzeitende, das Kulm auch erleben will - die Frage brennt nach dem Dienstag-Abend vehement: Lässt man ihn? "Um den Coach tut es mir leid, er gibt Woche für Woche Gas, wir können es nicht umsetzen, liefern einen solchen Mist ab", bekennt Mölders, der nach langer Durststrecke sein 21. Erfolgserlebnis verbuchte. Der Torjäger weiter: "Verstehen kann ich das nicht. Wir hatten noch genügend Zeit, dieses Match zu drehen. So darf man nicht auftreten."

Sportlich hängt Essen durch, scheint so langsam tabellarisch nach hinten durchgereicht zu werden und wartet parallel auf das Signal der Stadt, die Mitgliederversammlung einberufen zu können (Michael Kölmel soll in Kürze die Verträge unterschreiben), der eine dreiwöchige Frist vorausgehen muss. Dort sollen Meilensteine verkündet werden, die die aktuelle sportliche Durststrecke eher relativieren. "Wir wollen etwas entwickeln, hier soll was entstehen", legt sich Kulm fest.
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Der das "Wir" weiter bewusst nennt. Der hauptberufliche Kriminialkommissar legt sich fest: "Mein Job ist es nicht, nach einer schlechten Leistung in das gleiche Horn zu blasen und auf den Jungs rumzutreten. Das bringt nichts. Ich bleibe dabei, wir sind auf einem guten Weg, auch wenn jeder die Ungeduld der Fans versteht."

Vor allen Dingen nach dem 1:2 gegen den VfL. Kulm: "Klar, das macht die Sache nicht einfacher. Ich hoffe nicht, dass es ein Spießrutenlaufen gibt. Es geht jetzt darum, durchzuatmen, die Sache sacken zu lassen, dann Ideen zu entwickeln, um uns besser darzustellen."

Autor: Oliver Gerulat

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