Die beiden Nationalspieler scheinen unmittelbar vor einem Wechsel ins Ausland zu stehen: Oliver Kahn zu Manchester United, Michael Ballack zum FC Barcelona - auch Torsten Frings will die Region tauschen.

Kahn und Ballack auf dem Sprung

02. Juni 2004, 20:02 Uhr

Die beiden Nationalspieler scheinen unmittelbar vor einem Wechsel ins Ausland zu stehen: Oliver Kahn zu Manchester United, Michael Ballack zum FC Barcelona - auch Torsten Frings will die Region tauschen.

Die Spekulationen um die deutschen Nationalspieler Oliver Kahn, Michael Ballack und Torsten Frings nehmen immer konkretere Formen an. Noch vor dem ersten Vorrundenspiel des Vize-Weltmeisters bei der Europameisterschaft in Portugal (12. Juni bis 4. Juli) am 15. Juni in Porto gegen die Niederlande zeichnen sich bereits verschiedene Vereins-Wechsel. Kahn zu ManU, Ballack zu "Barca" und Frings zu Bayern - die Verhandlungen haben begonnen.

Frings-Wechsel möglicherweise nur noch Formsache

Der Abschied von DFB-Kapitän Kahn und auch von Mittelfeld-Star Ballack aus München wird immer konkreter. Während es den Nationalkeeper nach Informationen aus seinem Umfeld zu Manchester United zieht, ist Ballack auf dem Sprung zum FC Barcelona. In Kürze soll es abschließende Gespräche geben. Dagegen scheint inzwischen der Wechsel von Frings von Borussia Dortmund zum FC Bayern nur noch Formsache zu sein.

"Oliver hatte ja schon in der Vergangenheit einige Anfragen von ManU, die Kontakte sind wohl in den letzten Wochen intensiviert worden. Er sucht eine neue Herausforderung, er ist jetzt im richtigen Alter, um so einen Sprung ins Ausland zu machen", bestätigte Kahns Vater Rolf in der Münchner AZ die England-Pläne seines Sohnes.

Beckenbauer kritisiert Kahn

Franz Beckenbauer kritisierte indes die Vorgehensweise von Kahn: "Ich glaube, Oliver geht den falschen Weg. Wenn man einen Verein verlassen will, muss man sich an die eigene Vereinsführung wenden, und darf nicht über die Öffentlichkeit gehen", sagte der Präsident von Bayern München der Bild-Zeitung. Der "Kaiser" erklärte weiter: "Grundsätzlich hat Kahn noch einen Vertrag bei den Bayern. Eine Entscheidung wird aber unser neuer Trainer Felix Magath gemeinsam mit der sportlichen Führung treffen."

Auch Bundestorwarttrainer Sepp Maier, einer der engsten Vertrauten des 34-Jährigen, betonte in der Münchner tz, dass es Kahn ernst sei, den deutschen Rekordmeister nach zehn Jahren zu verlassen, "todernst sogar. Er will den Wechsel. Die englische Liga reizt ihn. Beim FC Bayern hat er alles erreicht. Darum sucht er jetzt ein neues Aufgabengebiet".

Maier erklärte, dass dies hauptsächlich eine private Entscheidung sei, "auch wenn er das nicht zugibt. So war es auch bei Franz Beckenbauer, bis auch er ins Ausland floh. Olli will endlich seine Ruhe."

Allerdings glaubt Maier, dass der FC Bayern seinen Keeper nicht gehen lassen wird. Kahn selbst, der am Mittwoch in Basel sein 68. Länderspiel bestritt, will seinen Wechsel ohnehin nicht mit aller Gewalt erzwingen. "Wenn sie wollen, spiele ich weiter", sagte der dreimalige Welttorhüter der Sport-Bild.

"Wir haben Michael Rensing

Auch wenn der Wechsel noch nicht perfekt ist, gibt es bereits Diskussionen um die Kahn-Nachfolge. Vor allem VfB-Keeper Timo Hildebrand gilt als heißer Kandidat. Doch eine Verpflichtung der deutschen Nummer drei würde Sepp Maier "nicht verstehen. Wir haben mit Michael Rensing eines der größten Torwart-Talente. Dann hätte ja unser Torwartkonzept überhaupt keinen Sinn. Real hat schließlich auch auf einen 19-Jährigen gesetzt", sagte Maier der Bild-Zeitung.

Fragezeichen hinter Ballack

Neben der Personalie Kahn steht beim FC Bayern weiter ein großes Fragezeichen hinter Ballack. Nach Informationen von Sport-Bild wollen sich der 27-Jährige und sein Berater Michael Becker nach dem Länderspiel gegen Ungarn am kommenden Sonntag (6. Juni) mit Barcelonas Präsident Joan Laporta und dessen Vize Sandro Rosell treffen. Bei dem Gespräch in Zürich sollen angeblich auch Hoeneß und Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge anwesend sein.

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