Am heutigen 29. Spieltag geht der Abstiegskampf in der Bundesliga in eine entscheidende Runde. Unter anderem muss Trainer Hans Meyer mit Hertha BSC Berlin bei seinem Ex-Verein Borussia Mönchengladbach antreten.

Bundesliga-Teams im Abstiegskampf unter Druck

17. April 2004, 08:58 Uhr

Am heutigen 29. Spieltag geht der Abstiegskampf in der Bundesliga in eine entscheidende Runde. Unter anderem muss Trainer Hans Meyer mit Hertha BSC Berlin bei seinem Ex-Verein Borussia Mönchengladbach antreten.

Selten lagen die Nerven im Abstiegskampf der Bundesliga bei so vielen Vereinen blank. Am 29. Spieltag geht der Kampf um den Klassenerhalt dabei in die entscheidende Phase. Dabei ist noch fast die halbe Liga vom Sturz in die Zweitklassigkeit bedroht.

Zum direkten Kellerduell kommt es heute (ab 15.30 Uhr) zwischen Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC Berlin mit Gladbachs Ex-Coach Hans Meyer. Für Meyer bleibt keine Zeit für einen Plausch unter alten Freunden. "Der Bökelberg bleibt immer etwas Besonderes für mich. Doch jetzt bin ich Trainer bei Hertha BSC, dem Verein gilt meine Konzentration", sagte der 61-Jährige. 2001 wurde Meyer am Bökelberg noch als Aufstiegsheld gefeiert, nun will er die Hertha mit einem Sieg an alter Wirkungsstätte endlich aus den Abstiegsrängen führen.

Götz bei 1860 unter Druck

Bei 1860 München steht unterdessen der eigene Trainer am Pranger. Nach Aussage von Vizepräsident Hans Zehetmaier kann Coach Falko Götz nur noch ein Sieg gegen den auswärtsschwachen Hamburger SV den Job retten. Zudem sorgen interne Grabenkämpfe in der Führungsetage um den umstrittenen neuen Präsidenten Karl Auer für Unruhe.

Götz, der auf seine Verteidiger Rodrigo Costa und Marco Kurz verzichten muss, versucht hingegen, die volle Konzentration auf das Sportliche zu richten. "Das Theater im Umfeld darf kein Alibi sein", sagte Götz und bezeichnete die Partie bei nur noch zwei Punkten Abstand zu den Abstiegsrängen als "Meilenstein". Persönlich gestand Götz aber ein: "Die Situation macht alles andere als Spaß."

Der Spaß vergangen ist auch den Profis des VfL Wolfsburg. Nach fünf Pleiten in Folge verhängte Manager Peter Pander den Spielern vor dem Spiel gegen den SC Freiburg eine Ausgangssperre. Bei seinem Heimdebüt als neuer Trainer soll Erik Gerets den freien Fall des schwächsten Rückrundenteams stoppen. Allerdings muss Gerets ohne die verletzten Marco Topic und Pablo Thiam sowie den gesperrten Martin Petrow auskommen.

Lautern droht Lizenzentzug

Beim 1. FC Kaiserslautern sorgt der drohende Lizenzentzug im Falle eines Abstiegs für zusätzliche Anspannung. Nicht zuletzt deshalb fordert Trainer Kurt Jara nach dem 0:6-Debakel bei Bayer Leverkusen und der dritten Niederlage in Folge gegen Hansa Rostock Wiedergutmachung. "Es gibt nur zwei Dinge zu sagen: Ich erwarte eine absolute Reaktion und drei Punkte", erklärte der Österreicher. Bei den Pfälzern, die noch das bessere Torverhältnis gegenüber Berlin von einem Abstiegsplatz trennt, kehren Stefan Malz und Nenad Bjelica nach ihren Sperren in die Startformation zurück.

Eintracht Frankfurt muss beim VfB Stuttgart indes auf seinen rotgesperrten Stürmer Ioannis Amanatidis verzichten. Nach zuletzt vier Niederlagen und 370 Minuten ohne Torerfolg will Trainer Willi Reimann den Tabellen-Vorletzten trotzdem beim Vizemeister zum Sieg führen. Reimann selbst muss wegen seiner Sperre aber erneut auf der Tribüne Platz nehmen. Unter Assistenzcoach Jan Kocian hat die Eintracht noch nicht einmal gepunktet. Zudem ist der Einsatz von Verteidiger Ingo Hertzsch nach einem doppelten Nasenbeinbruch trotz einer speziell angefertigten Gesichtsmaske äußerst fraglich.

Kampf um den UEFA-Cup-Platz auf Schalke

Zudem tritt Bayer Leverkusen in der Arena AufSchalke an. "Das ist ein interessanter Spieltag, der hinsichtlich Platz fünf einiges aufzeigen wird", glaubt Schalkes Coach Jupp Heynckes vor dem "Schlüsselspiel" in der Arena. Königsblau könnte den Abstand zum Vierten Leverkusen auf drei Punkte verkürzen. Als "richtungweisend" bezeichnet auch Klaus Augenthaler das Westderby.

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