Durch die schwarzgelbe Brille betrachtet kann man den Rückrundenstart nicht wirklich als gelungen bezeichnen. Allerdings war das Auftaktprogramm mit Bayer und Bayern auch nicht wirklich dazu angetan, Hoffnungen auf sechs Punkte aus zwei Spielen zu wecken. Bei der Art und Weise, wie Borussia in beiden Partien aufgetreten ist, muss einem jedoch nicht angst und bange werden.

BVB-Blog: Am Borsigplatz geboren - Bajuwarische Momente

Willkommen im Schlauchboot

Jakob Scholz
12. Februar 2009, 20:49 Uhr

Durch die schwarzgelbe Brille betrachtet kann man den Rückrundenstart nicht wirklich als gelungen bezeichnen. Allerdings war das Auftaktprogramm mit Bayer und Bayern auch nicht wirklich dazu angetan, Hoffnungen auf sechs Punkte aus zwei Spielen zu wecken. Bei der Art und Weise, wie Borussia in beiden Partien aufgetreten ist, muss einem jedoch nicht angst und bange werden.

Sicherlich war jeweils eine der beiden Halbzeiten verkorkst, allerdings zeigte die Mannschaft auch, dass sie mithalten kann mit denen da ganz oben. Der Stadionsprecher in München lobte den BVB – wenn auch mit einer Prise Ironie versetzt – als eine der wenigen Mannschaften, die im Schlauchboot vor den Toren Münchens mitgespielt und nicht nur gemauert hätten. Dass der FC Bayern dieses Spiel am Ende gewinnen würde, hatten vor dem Spiel eh die meisten erwartet.

Konnte Roman Weidenfeller uns trotz drückend überlegener Bayern noch mit einem 1-1 in die Pause retten und damit die kleine Hoffnung auf einen Punktgewinn aufrecht erhalten, so entschieden am Ende doch wieder Last Minute Tore des FC Bayern. Ernüchterung im Gästeblock und dieses Gefühl, das man in München ja des Öfteren verspürt: Machtlosigkeit.

[gallery]482,0[/gallery]
Immerhin kann man festhalten: Valdez trifft mal wieder, Weidenfeller strahlt wieder Sicherheit aus und des Kaisers Worte sind nicht mehr Gesetz in Fußball-Deutschland. Boateng für das Geschehene im Zweikampf mit Klose bestrafen zu wollen, ist wohl nur mit der beginnenden Senilität und Alterskurzsichtigkeit des Häuptlings der Bayern zu erklären. Schön, dass der DFB sich von diesem verbalen Heißluftballon nicht aus der Reserve locken ließ.

Was mir ein weiteres Mal in München auffiel: Der Totengräberstimmung unter den Bayern-Fans in der Arena taten auch diese beiden Tore in den letzten Minuten keinen Abbruch. Fürchterlich welch emotionsloses Operettenpublikum sich der FC Bayern da heran züchtet. Auch wenn es dem Bayern-Fan verständlicherweise schwer fällt, sich bei der Fülle an siegreichen Spielen noch über ein gewonnenes Bundesligaspiel zu freuen, so darf man doch zumindest erwarten, dass die Fans fröhlich den Weg nach Hause antreten. Davon ist vor dem Stadion nichts zu spüren. Lieber posiert man für das ein oder andere Foto vor dem rot leuchtenden Gebilde, am besten noch mit der schönen Telekom-Werbetafel davor. Fußball ist hier schon längst ein Event. Was bin ich froh, dass es in Dortmund noch nicht so weit gekommen ist.

[video]rstv,354[/video]

Am Samstag wird Cottbus zu Gast sein und die Erwartungen sind entsprechend hoch. Der erste Dreier in der Rückrunde ist im Kopf bereits fest verbucht, nur die Spieler sollten sich dieses Denken nicht annehmen. Danach ist Derbywoche und es wird spannend, zu sehen was sich unsere Mannen dieses Mal ausdenken, um den Verein des russischen Gasimperiums zu demütigen. Die Nummer mit dem 3:3 in der Hinrunde war eine durchaus gelungene Generalprobe. Also: Auf geht’s Dortmunder Jungs!

Autor: Jakob Scholz

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren