Schalke 04 beschäftigt sich zurzeit mehr mit dem Trainerwechsel denn mit der Vorbereitung auf den UEFA-Pokal. Derweil herrscht beim VfL Bochum die pure Vorfreude auf das heutige Comeback im internationalen Geschäft.

Chaos bei "Königsblau" - Vorfreude beim VfL

16. September 2004, 08:52 Uhr

Schalke 04 beschäftigt sich zurzeit mehr mit dem Trainerwechsel denn mit der Vorbereitung auf den UEFA-Pokal. Derweil herrscht beim VfL Bochum die pure Vorfreude auf das heutige Comeback im internationalen Geschäft.

Die Vorbereitungen auf den heutigen Start in den UEFA-Pokal wird bei Schalke 04 von der Entlassung des Trainers Jupp Heynckes überschattet. Während bei den "Königsblauen" einen Tag vor dem Erstrundenspiel gegen den lettischen Vertreter Liepajas Metalurgs (18.15 Uhr/live im ZDF) nach dem Heynckes-Aus allenthalben Aufregung herrschte, schauen Zweitligist Alemannia Aachen vor seinem Europacup-Debüt beim isländischen Vize-Meister FH Hafnarfjördur (22.30 Uhr, live bei Eurosport), der VfL Bochum vor seinem Europa-Comeback bei Standard Lüttich (20.30 Uhr) und Mitfavorit VfB Stuttgart vor der Partie beim ungarischen Champion Ujpest Budapest (20.30 Uhr/live in der ARD) ihren Aufgaben optimistisch entgegen.

Hecking nimmt sie alle mit

Besonders für Aachen wird der Beginn des UEFA-Cup-Abenteuers zum Erlebnis-Ausflug mit Wettkampfcharakter. "Es ist der erste internationale Auftritt in der 104-jährigen Klubgeschichte, da sollten schon alle Spieler dabei sein", erklärte Trainer Dieter Hecking, der seinen kompletten Kader mit nach Island nahm. Sogar sechs grippekranke Profis durften mit auf die Insel.

Hecking warnte sein Team jedoch eindringlich, die international ebenfalls noch unbekannten Isländer nur als Durchgangsstation auf dem Weg in die neu geschaffene Gruppenphase zu sehen: "Das Umfeld tut zum Teil schon so, als wären wir schon in der Gruppenphase. Wir tun gut daran, den Gegner auf einer Höhe mit uns zu sehen." Auch Sportdirektor Jörg Schmadtke sagte: "Wir fahren nicht zu Wal-Beobachtungen nach Island."

Große Erwartungen in Bochum

Große Euphorie herrscht derweil in Bochum. Der VfL kehrt nach sieben Jahren Abstinenz auf die europäische Bühne zurück und plant einen Quantensprung in der Klubgeschichte. "Wenn wir die Gruppenphase erreichen, ist es endgültig keine Spinnerei mehr, dass wir dauerhaft in den oberen Regionen mitspielen. Wir basteln im UEFA-Cup an unserer goldenen Zukunft", meinte Trainer Peter Neururer vor dem Spiel beim achtmaligen belgischen Meister. Auch die Bochumer Fans stehen Kopf. Über 4000 Anhänger werden den VfL ins Lütticher Maurice-Dufrasne-Stadion begleiten, obwohl die Anreise aus Sicherheitsgründen nur unter strikten Auflagen mit offiziell organisierten Touren in insgesamt 70 Bussen erlaubt ist.

Champions League abhaken

Die Stuttgarter kennen sich auf der großen Fußball-Bühne nach dem Champions-League-Auftritt in der vergangenen Saison bereits bestens aus. Dem Traumstart in der Bundesliga will der Tabellenführer nun weitere Großtaten folgen lassen. "Die verpasste Qualifikation für die Champions League ist abgehakt. Jetzt wollen wir eben im UEFA-Cup so weit wie möglich kommen", meinte Nationalstürmer Kevin Kuranyi vor dem Hinspiel beim 20-maligen Meister aus der ungarischen Hauptstadt.

Für Trainer Matthias Sammer ist die Begegnung im 13.500 Zuschauer fassenden Megyeri-uti-Stadion aber kein Selbstgänger. "Wir sind zwar Favorit und haben als Bundesliga-Spitzenreiter das nötige Selbstvertrauen, müssen aber von Anfang an Gas geben", sagte Sammer und warnte vor den Ungarn: "Die werden die Gelegenheit nutzen, um sich der Bundesliga und Westeuropa zu empfehlen."

Unruhe "auf Schalke"

Im Gegensatz zu den anderen deutschen Vertretern überschlugen sich bei Schalke 04 am Mittwoch die Ereignisse. "Der enttäuschende Start in die Bundesliga-Saison, wo unabhängig von den Ergebnissen auch die Leistung der Spieler nicht stimmte, hat alle Verantwortlichen über die sportliche Situation nachdenken lassen", erklärte Manager Rudi Assauer die Trennung von Heynckes. Am Donnerstag werden in der Arena gegen Liepajas Co-Trainer Eddy Achterberg und Torwarttrainer Oliver Reck die Mannschaft betreuen.

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