Nach den bisher enttäuschenden Leistungen in der Bundesliga hat Trainer Jupp Heynckes die Profis des FC Schalke 04 in die Pflicht genommen.

Heynckes fordert "mehr Biss und Leidenschaft"

14. September 2004, 15:26 Uhr

Nach den bisher enttäuschenden Leistungen in der Bundesliga hat Trainer Jupp Heynckes die Profis des FC Schalke 04 in die Pflicht genommen. "Ich fordere mehr Biss und Leidenschaft", sagte der 59-Jährige.

Langsam aber sicher wird für Jupp Heynckes die Luft beim FC Schalke 04 immer dünner. Der Cheftrainer, der nach dem Sturz auf einen Abstiegsplatz und dem schlechtesten Start seit elf Jahren in die Kritik geraten ist, hat die Schalker Profis vor dem Erstrunden-Spiel am Donnerstag (18.15 Uhr/live im ZDF) gegen FHK Liepajas Metalurgs in die Pflicht genommen. "In der jetzigen Situation ist es sehr wichtig, dass die Mannschaft zusammenrückt. Ich fordere mehr Biss und Leidenschaft, es muss eine positive Reaktion von allen Beteiligten kommen, von Mannschaft, Trainer und Manager", forderte der 59 Jahre alte Coach.

Der frühere Welt- und Europameister ist sich im Klaren darüber, dass er nach dem klassischen Fehlstart mit nur einem Sieg und drei Niederlagen, zwei Toren und sieben Gegentreffern in der Bundesliga in der Diskussion steht: "Ich habe solche Situationen schon öfter durchgemacht, als Spieler und als Trainer. Es ist ganz logisch, dass Unruhe auftritt und Automatismen in Kraft treten."

Assauer will keine Trainerdebatte

Manager Rudi Rudi Assauer indes will aber trotz der sportlich unbefriedigenden Bilanz nach den spektakulären Transfers von Torschützenkönig Ailton sowie Marcelo Bordon und Mladen Krstajic keine Trainerdiskussion lostreten. "Natürlich wird noch über das eine oder andere zu reden sein, je nach Großwetterlage", meinte Assauer, sieht jedoch derzeit keinen Grund zum Handeln. Am Montag, zwei Tage nach dem 0:3 beim VfL Wolfsburg, hatte Assauer noch erklärt: "Nach zehn Spieltagen werden wir einen Strich ziehen und sehen, was zu tun ist."

Heynckes indes hatte auf die Frage geantwortet, ob er die Brocken hinschmeißt, wenn Schalke im UEFA-Cup gegen Metalurgs und am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach versagt: "Daran denke ich nicht. Noch einmal - ich kriege das hin."

Rost sucht Aussprache mit Heynckes

Für Heynckes ist auch der Ausraster von Torhüter Frank Rost nach der Pleite in Wolfsburg erledigt. "Frank Rost hat am Dienstag ein Gespräch mit mir gefordert. Wir haben uns ausgesprochen. Damit ist die Sache ausgestanden. Rost weiß, dass er über das Ziel hinausgeschossen ist. Er ist ein willensstarker, professioneller Spieler. So einer ist mir lieber als einer, der eine Niederlage wie in Wolfsburg so hinnimmt. Er ist ein Klasse-Torhüter, und was mir gefällt, ist, dass er absolut nicht verlieren kann." Bereits am Sonntag hatte der Kapitän Manager Assauer angerufen. Auch für den Manager ist der "Fall" damit erledigt.

Für die Partie am Donnerstag wurden im Vorverkauf bisher 46.000 Tickets abgesetzt. Für den UEFA-Cup verfügt die Arena AufSchalke über ein Fassungsvermögen von 53.974 Zuschauern.

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