Bei der 30. Ausgabe des Ironman Hawaii am Samstag belegte der Essener Triathlon Profi Maximilian Longrée den 17. Gesamtrang unter 1.800 Startern. Nach 8:49 Stunden überquerte er zum dritten Mal in Folge die legendäre finishline am Pier von Kailua-Kona. Damit ist er der erfolgreichste deutsche Hawaiiteilnehmer der letzten drei Austragungen.

Ironman Hawaii: Longrée kämpft sich auf Rang 17

Al-Sultan bester Deutscher

16. Oktober 2008, 07:07 Uhr

Bei der 30. Ausgabe des Ironman Hawaii am Samstag belegte der Essener Triathlon Profi Maximilian Longrée den 17. Gesamtrang unter 1.800 Startern. Nach 8:49 Stunden überquerte er zum dritten Mal in Folge die legendäre finishline am Pier von Kailua-Kona. Damit ist er der erfolgreichste deutsche Hawaiiteilnehmer der letzten drei Austragungen.

Eine verschleppte Gehörgangsentzündung mit aufkommenden Erkältungssymptomen, zwangen ihn die Tage zuvor einen Arzt aufzusuchen. Die endgültige Startentscheidung fällte Longrée auf eigenes Risiko erst am Rennmorgen. „Mir ging es von Kopf bis Fuß schlecht als ich am Morgen aufwachte, mein Hals und Ohr schmerzten und die Atemwege waren auch nicht frei“, erklärt Longreé im Nachhinein. „Ich wollte aber unbedingt starten. Die ganze lange Reise, die harte Vorbereitung sollten nicht umsonst gewesen. Ich musste dieses Rennen in Angriff nehmen, sei es nur, um dabei gewesen zu sein.“

In den kraftbetonten Disziplinen Schwimmen und Radfahren fehlte es dann aber an der notwendigen Kraft und Frische. Nach einer Stunde im Wasser stieg er auf sein Rad, um quasi der gesamten Profikonkurrenz hinterher zu fahren. „Es war mental wirklich hart weiterzumachen, nach diesem Auftakt im Wasser, als die Kraft auf dem Rad auch noch fehlte, musste ich mich wirklich zusammenreißen und durchbeißen.“
Das Ergebnis nach dem Radfahren war eigentlich ein Desaster: Platz 60 und ein Rückstand von unglaublichen 27 Minuten auf die Top 20. „Ich war die ganze Radstrecke alleine unterwegs und als ich den Rückstand gehört habe, konnte ich es kaum glauben“, schildert Longrée.

Auch seine coachenden Geschwister, Antoinette und Paul (vor Ort) sowie Sebastian und Geraldine (in Deutschland am PC), wussten nicht, ob sie das weiße Handtuch auf den Ali Drive werfen oder die totale Attacke ausrufen sollten. „Wir wussten ja, dass er angeschlagen ins Rennen gegangen war. Das machte der Rückstand mehr als deutlich. Aber als Max weiter Kampfgeist demonstrierte, haben wir ihn ohne wenn und aber nach vorne marschieren lassen“, berichten die Longrées, die fortan die Platzierungsziffer im Minutentakt sinken sehen konnten: Nach zehn Kilometern fand Longrée seinen Rhythmus und konnte einen Athleten nach dem anderen einsammeln. Mit dem drittschnellsten Marathon des Tages in 2:48 Stunden, bei 42 Grad und hawaiianischer Luftfeuchtigkeit, rannte Longrée noch auf den 17. Platz vor.

Longrée wird nach einer verdienten Pause, wieder gezielt das Training aufnehmen und versuchen, im kommenden Jahr das Ziel Top-10 beim Ironman Hawaii zu verwirklichen. „Ich weiß nun noch sicherer, dass das drin ist. Ich muss mein Schwimmen verbessern und einen krankheitsfreien Tag erwischen!“
Mit einem zwölften Rang kehrt Faris Al-Sultan von der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii zurück. Der in der Triathlon-Bundesliga für das Asics Team Witten startende Al-Sultan war nach 8:39:32 Stunden aber immerhin bester Deutscher.

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