Der FC Bayern München muss heute (20.45 Uhr) im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Chelsea London antreten. Roy Makaay steht dem FCB dabei wieder zur Verfügung. Unterdessen herrscht bei Chelsea Trubel.

Bayern in der "Königsklasse" bei Chelsea zu Gast

06. April 2005, 08:56 Uhr

Der FC Bayern München muss heute (20.45 Uhr) im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Chelsea London antreten. Roy Makaay steht dem FCB dabei wieder zur Verfügung. Unterdessen herrscht bei Chelsea Trubel.

Der Einsatz des Weltklasse-Stürmers Roy Makaay für den FC Bayern München ist gesichert, hingegen bringt "Blues"-Teammanager Jose Mourinho vor dem Champions League-Schlager seines gastgebenden FC Chelsea heute (20.45 Uhr MESZ/live bei Premiere und Sat.1) erneut Unruhe in die eigenen Reihen. Zu allem Überfluss sieht sich der Klub auch noch dubiosen Blutmanipulationsvorwürfen ausgesetzt und muss drei seiner Stars ersetzen.

Dagegen gab es beim deutschen Rekordmeister Entwarnung im Sturm. Zwar fällt Claudio Pizarro verletzt aus, aber dafür steht Star-Stürmer Roy Makaay nach seiner Muskelverhärtung im Oberschenkel wieder zur Verfügung. Am Montag absolvierte der Niederländer die komplette Trainingseinheit und ließ Trainer Felix Magath aufatmen.

Chelsea ohne Ferreira, Bridge und Robben

Magaths Gegenüber Mourinho bangt indes vor allem um die Stabilität seiner Defensive, fehlen in Paulo Ferreira (Fußbruch) und Wayne Bridge (Knöchelbruch) doch zwei Verteidiger. Zudem fällt eine starke Offensivkraft, Arjen Robben, mit einer Knöchelverletzung aus. Doch ungeachtet der personellen Probleme steht Mourinho einmal mehr selbst im Mittelpunkt. Als hätte die Viertelfinalsperre gegen den exzentrischen Portugiesen nicht schon für genug Negativ-Schlagzeilen gesorgt, drohte Mourinho den Klub-Bossen nun offenbar sogar mit Rücktritt.

Nach übereinstimmenden Berichten britischer Medien echauffierte sich der Coach vor allem über die mangelnde Unterstützung des Klubs beim Streit mit der Europäischen Fußball-Union (UEFA), die Mourinho für zwei Spiele der "Königsklasse" gesperrt hatte. Zudem habe sich Bruce Buck, der die Delegation Chelseas bei der Verhandlung im schweizerischen Nyon angeführt hatte, bei der UEFA für Mourinhos Ausfälle entschuldigt - in den Augen des Trainers ein geradezu jämmerliches Verhalten.

Maurinho fühlt sich isoliert

Mourinho fühle sich nun "isoliert" und den Erfolg seiner Arbeit nicht ausreichend gewürdigt, schreibt The Independent. Außerdem habe ihn Chelsea im Transfergerangel mit Lokalrivale FC Arsenal um dessen Verteidiger Ashley Cole alleine gelassen. Ein Vertrauter Mourinhos berichtet, dass dieser sich gar nicht mit Cole habe treffen wollen. Auf Bitten von Vorstandsboss Peter Kenyon habe er es dann doch getan - und damit gegen die Statuten des englischen Verbandes (FA) verstoßen. Mourinho und Chelsea droht deshalb eine weitere Strafe bis hin zu einem Punktabzug für die Premier League.

Ermittlungsverfahren wegen Blutmanipulation

Für zusätzlichen Ärger sorgt ein weiteres Ermittlungsverfahren der FA. Der Vorwurf: Beim Tabellenführer soll mit Blutmanipulation gearbeitet werden. Laut Sunday Mirror wird den Profis in regelmäßigen Abständen Blut abgenommen, um daraus ein Serum zu gewinnen, das im Verletzungsfall injiziert würde und den Heilungsprozess beschleunige - eine Behandlungsart, die die FA verbietet. Selbst die Welt-Antidoping-Agentur (Wada) soll sich bereits eingeschaltet haben. Chelseas Vorgehen "klingt wie eine Art Blutmanipulation", wird Wada-Chef Dick Pound zitiert.

Wenigstens sportlich läuft es weiter rund bei Chelsea. Nach dem 3:1-Sieg am Wochenende beim FC Southampton ist der Vorsprung auf den Zweiten Arsenal auf 13 Punkte gewachsen, die erste Meisterschaft seit 1955 "nur noch drei Siege entfernt", wie Mittelfeld-Star Joe Cole versichert.

Und dem pfiffigen Mourinho wird sicher auch etwas einfallen, um heute das Kommunikations-Verbot zu umgehen. Vor zwei Jahren, damals noch beim FC Porto, musste Mourinho im UEFA-Cup-Halbfinale gegen Lazio Rom (4:1, 0:0) nach einer Roten Karte im Hinspiel schon einmal auf die Tribüne. In seiner Biographie berichtet er genüsslich darüber, wie er seine Elf dennoch instruierte: Mit einem Laptop, den sein neben ihm sitzender Assistent bediente.

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