Seit dem 1. Juli 2007 bekleidet Gerd Kehrberg das Amt des Geschäftsführers bei RW Oberhausen.

RWO: Kehrberg sprang zur rechten Zeit auf den Zug

"Aktuell verzeiht man noch viel"

Christian Brausch
03. April 2008, 17:56 Uhr

Seit dem 1. Juli 2007 bekleidet Gerd Kehrberg das Amt des Geschäftsführers bei RW Oberhausen.

Damit ist der ehemalige Aachener natürlich auch ein Teil des fortlaufenden Aufstiegs der Kleeblätter. RS unterhielt sich in der spielfreien Woche mit Kehrberg.

Gerd Kehrberg, gibt es beim Thema Lizenz schon etwas Neues?
Nein, es gab nur die eine Rückfrage, da ging es um Inhalte.

Ist das gut oder schlecht?
Ich gehe davon aus, es kann nichts passieren. Was wir abgegeben haben, war sehr schlüssig.
Wie fassen Sie Ihre Zeit bei RWO bisher zusammen?
Das ist eine Erfolgsstory, in die ich reingesprungen bin. Als ich kam, nahm der Zug Fahrt auf. Und ich bin im richtigen Moment aufgesprungen. Ich bin also sehr zufrieden. Es macht riesigen Spaß, es passt mit den Leuten. Hier herrscht ein echter Teamgedanke vor. Der Erfolg macht zudem vieles leichter.

Haben Sie mit diesem Weg gerechnet?
Nein, überhaupt nicht. Aus sportlicher Sicht hat man mir berichtet, die Oberliga war holprig. Dann macht man sich Gedanken, denn nach dem ersten sensationellen Spiel gegen Essen folgte bereits eine Durststrecke. Was dann passierte, davon konnte man nicht ausgehen.
Sie haben selber gespielt. Wie würden Sie sich in der jetzigen Situation verhalten. Offensiv wie Mike Terranova oder etwas abwartend?
Mike hat von Aufstieg gesprochen...

...in die zweite Liga, damit war nicht die dritte Klasse gemeint.
Als Spieler würde ich vielleicht auch so reagieren. Mit der Erfahrung durch jahrzehntelange Arbeit im Fußball mache ich das nicht. Da schaue ich nur von Partie zu Partie. Denn ich habe oft die Erfahrungen gemacht, wenn man von den Zielen spricht, ist der Genickschlag schon um die Ecke.

Werden Sie in die sportlichen Belange mit eingebunden?
Man diskutiert, aber letztendlich sind die Kompetenzen doch klar abgesteckt.

Wie weit ist man denn mit den Planungen?
Wir befinden uns in intensiven Gesprächen. Das ist alles nicht ganz so einfach, niemand weiß genau, in welche Richtung geht es. Klar ist nur, wir behalten unseren Weg bei. Wir geben das aus, was auch zu 100 Prozent reinkommt.

Sie kennen sich bei den Zahlenwerken aus. Überrascht es Sie, dass es in der Liga zu ordentlichen Geldproblemen gekommen ist? Momentan sind die Fälle Dresden und Lübeck akut.
Das verwundert mich nicht. Wenn ich das richtig einschätze, ist RWO der einzige Verein, der im Winter nicht zugelegt hat. Und es kann nur so sein, man plant eine Spielzeit ohne Festgeldkonten im Sinn zu haben. Das, was reinkommt, soll in Steine und Beine investiert werden. Wenn man dann zum Beispiel im Winter zulegt, kann man nur über den Etat gehen. Und da gibt es nur die Möglichkeit, sich weiter zu verschulden. Oder man finanziert sich über Dritte, nur gibt es diese Dritten oft gar nicht. Was mich nur überrascht, sind die Größenordnungen der Probleme, von denen man hört.

Zuletzt sagten Sie, man wolle in Zukunft die Schlagzahl bei RWO noch erhöhen. Was meinten Sie?
Da habe ich im Sinn, dass wir uns noch professioneller aufstellen. Man hat in der letzten Zeit erst mal versucht zu überleben. Jetzt haben wir die Chance aufgrund der Leistungen der Mannschaft, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Wir müssen versuchen, den Jugend- und Nachwuchsbereich nach vorne zu bringen. Aktuell verzeiht man uns noch viel, aber das wird in einigen Monaten nicht mehr so sein. Da erwartet man von uns auch einen besseren Service als zurzeit. Wir werden also nicht die Hände in den Schoß legen, weil wir einen Hauptsponsor haben. Es gibt noch genügend Rechte und Flächen, die wir verkaufen können. Das wollen wir auch weiter betreiben.

Autor: Christian Brausch

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