Für einen Moment hatte Heiko Westermann die Orientierung verloren. Es war knapp eine Stunde nach dem Abpfiff, er war als einer der letzten Spieler aus der Schalker Kabine gekommen.

Westermann nur nach dem Spiel orientierungslos

„Wo muss ich raus?“

10. März 2008, 18:52 Uhr

Für einen Moment hatte Heiko Westermann die Orientierung verloren. Es war knapp eine Stunde nach dem Abpfiff, er war als einer der letzten Spieler aus der Schalker Kabine gekommen.

Auf dem Weg von der Umkleide zum Mannschaftsbus durch die Katakomben der Haupttribüne der Schüco-Arena wusste er plötzlich nicht weiter. „Wo muss ich raus?“, fragte Westermann die auf ihn wartenden Journalisten. Gelächter machte sich breit, schließlich hatte er doch zwei Jahre lang in diesem Stadion gespielt und sich die Wege seitdem nicht geändert. „Das kann schon mal vorkommen“, sagte Westermann schuldbewusst.

Vorher war er natürlich kurz bei seinen ehemaligen Mitspielern von der Arminia gewesen, von denen er sich mit einem guten Gefühl in Richtung Gelsenkirchen verabschieden konnte. „Das war ein schöner Tag für mich“, gab Westermann zu. „Viel Kontakt habe ich zwar nicht mehr zu meinen früheren Kollegen, da wir ja mit Schalke fast alle drei Tage ein Spiel haben. Aber es war trotzdem schön, mit dem einen oder anderen ein paar Worte zu wechseln.“

In Bielefeld hatte er den Durchbruch in der Bundesliga geschafft, auf Schalke war er nun zum Nationalspieler mit Champions-League-Erfahrung geworden. Glänzende Referenzen, um sich mal an alter Stelle blicken zu lassen und auch dort zu beweisen, dass man einen Klassemann verloren hat.

Erstmals in dieser Saison auf der rechten Verteidigerposition, die er nächsten Freitag im Revierderby gegen Duisburg wieder für Rafinha wird räumen müssen, kam der unglaublich vielseitige Westermann auch dort ganz gut klar. „Wir haben zwar keinen Traumfußball gespielt, es aber zum ersten Mal nach langer Zeit wieder geschafft, die Kugel laufen zu lassen“, war er nicht nur mit seiner Vorstellung einverstanden. „Das war ein Grundstein, um unser Ziel noch erreichen zu können. Man muss aber zugeben, dass wir noch nicht den Fußball zeigen, den wir vom Potenzial in der Mannschaft eigentlich bieten könnten“, sah Westermann bei sich und seinen Mitspielern noch Luft nach oben.

Mit dem Urteil ist er nicht allein, Schalkes Rumpelkick hat in der bisherigen Saison schon eine Menge Nerven und Punkte gekostet. Da ist man schon froh, wenn eine halbwegs ansprechende Leistung auch zum gewünschten Erfolg führt. „Nun müssen wir zuhause gegen den MSV nachlegen, denn wir haben schon genügend Punkte verloren“, machte Westermann klar.

In welcher Rolle er gegen die „Zebras“ auflaufen wird, kann man jetzt noch nicht sagen. Dass er wieder in der ersten Elf stehen wird, davon darf Westermann aber überzeugt sein.

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