In die Saison startete der TSV Bruckhausen mit der Absicht, ein Wörtchen um den Aufstieg in die Landesliga mitzureden. Der Trainer damals: Ilyas Basol. Heute ist es Adem Gümüs, damals noch Co-Trainer. Zwischendurch wurde der Club von Sakis Papachristos und Ceser Keser betreut. Doch sie alle blieben nicht lange beim Verein im Duisburger Norden, der in der Hinserie eher negative Schlagzeilen produzierte, sowohl in sportlicher als auch in disziplinarischer Hinsicht.

Bezirksliga 8 NR: Der Abstiegskampf-Check - (Teil 2, TSV Bruckhausen)

"Das Ganze ist eine Frechheit"

Heiko Gaeb
06. März 2008, 15:37 Uhr

In die Saison startete der TSV Bruckhausen mit der Absicht, ein Wörtchen um den Aufstieg in die Landesliga mitzureden. Der Trainer damals: Ilyas Basol. Heute ist es Adem Gümüs, damals noch Co-Trainer. Zwischendurch wurde der Club von Sakis Papachristos und Ceser Keser betreut. Doch sie alle blieben nicht lange beim Verein im Duisburger Norden, der in der Hinserie eher negative Schlagzeilen produzierte, sowohl in sportlicher als auch in disziplinarischer Hinsicht.

Das alles soll sich ändern und auch die sportliche Talfahrt soll gestoppt werden. Denn der TSV ist nach dem Rückzug von TuSpo Huckingen das Tabellen-Schlusslicht. Und genau die damit verbundene Annullierung aller Begegnungen hat die Bruckhausener so hart wie keinen Verein aus der Liga getroffen. Sechs Zähler wurden gestrichen. Trotzdem sieht der Spielertrainer die Lage nicht als hoffnungslos an. Ganz im Gegenteil: Er sieht sich für den Abstiegskampf mit seinem Team bestens gerüstet.

RevierSport online: Herr Gümüs, wie lief die Vorbereitung aus Trainer-Sicht?

Adem Gümüs: Das kann ich schwer beurteilen. Für mich war es als Chef die erste Vorbereitung. Aber ich bin froh, dass ich in der gesamten Phase schon dieses Amt inne hatte und so nicht improvisiert mittendrin einspringen musste. Ich kann Ihnen jedenfalls verraten, dass die Trainingsbeteiligung sehr gut war und ist und dass meine Spieler durchweg fit nach der Winterpause auf dem Platz standen.

RevierSport online: Wie sehen Sie den Rückzug von TuSpo Huckingen?

Adem Gümüs:Das Ganze ist sowohl von Huckingen als auch vom Verband eine Frechheit. Warum zieht TuSpo die erste Mannschaft zurück? Dass sie absteigen war klar, aber sie hätten doch den Kader auffüllen und in der nächsten Saison in der Kreisliga A definitiv spielen können. Stattdessen geben sie jetzt alles für die Zweite. Die steht aber auch ganz schlecht da und steigt vielleicht aus der A-Liga ab und dann spielt die neue Erste in der Kreisliga B. Das verstehe ich nicht und ist für uns nach der fragwürdigen Entscheidung der kompletten Annullierung besonders schlecht. Wir sind das einzige Team der Liga, das beide Begegnungen gegen Huckingen gewinnen konnte. Ich finde es vom Verband unverschämt, dass alle Partien gestrichen werden. Wenigstens die Hinrunde hätte man noch in der Wertung lassen können. Wir haben schließlich mit den Punkten geplant und plötzlich sind sie futsch.

RevierSport online: Wie bewerten Sie das erste Pflichtspiel nach der Winterpause?

Adem Gümüs: Ein Zähler ist natürlich unter dem Strich zu wenig. Dabei haben wir nur die erste Halbzeit verpennt und lagen 0:2 zurück. Doch dann sind wir aufgewacht und haben noch ein 2:2 erzielt und hätten sogar gewinnen können. Schön ist auch, dass die Tore von Bünyamin Cakmak und Can Kocer, also von zwei Zugängen, erzielt wurden.

RevierSport online: Apropos Neuzugänge. Sind Sie mit Ihren Verpflichtungen zufrieden?

Adem Gümüs: Wir haben vier Neue und alle standen am letzten Wochenende auf dem Feld.

RevierSport online: Spielen Sie selbst noch?

Adem Gümüs: Selbstverständlich. Ich bin 35 Jahre jung und möchte noch - sofern es meine Knochen zulassen - selbst auf dem Feld stehen. Es ist zwar anstrengend, gleichzeitig Fußball zu spielen und Anweisungen zu geben, aber im Moment geht es einfach nicht anders. Ob ich das in der nächsten Saison noch so mache, weiß ich nicht. Ich kann aber allen versprechen, dass ich bis zum Saison-Ende Coach bin. Egal was kommt. Vier Trainer pro Saison reichen für eine Mannschaft.

RevierSport online: Gehen Sie optimistisch in den restlichen Saison-Verlauf?

Adem Gümüs: Unsere aktuelle tabellarische Situation verbietet zwar eigentlich jeglichen Optimismus, aber ich bin davon überzeugt, dass wir es packen werden. Wir brauchen jetzt so schnell wie möglich eine Siegesserie, um das rettende Ufer zu erreichen. Und damit fangen wir am besten am Samstag im Derby gegen den FSV Duisburg an. Wir sind bereit und können in Bestbesetzung antreten.

RevierSport online: Was macht Sie stärker als in der Hinrunde?

Adem Gümüs: Die Qualität stimmte schon die ganze Zeit. Wir sind nicht umsonst so ambitioniert in die Saison gestartet. Die Misserfolge, die negativen Schlagzeilen und die Trainerwechsel haben uns dann immer weiter absacken lassen. Aber jetzt hat jeder realisiert, dass es nur gegen den Abstieg geht. Wir wissen wo wir stehen und dass wir da weder hingehören noch hinwollen. Die Moral stimmt wieder, nachdem sie zwischenzeitlich im Keller war und die vier Neuen haben uns noch weiter verstärkt.

RevierSport online: Welche zwei Teams stehen am Saison-Ende hinter Ihnen?

Adem Gümüs: Darauf kann ich mich nicht festlegen. Ich verspreche nur, dass sich da noch zwei finden werden. So wie es keine Übermannschaft in der Liga gibt, so gibt es auch unten nach dem Rückzug von TuSpo Huckingen kein Team mehr, was nur Kanonenfutter ist. Da kommt es dann immer auf die Tagesform und ein Quäntchen Glück an.

Autor: Heiko Gaeb

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