Matthias Sammers Worte, er sei „sprachlos

Boahrussia: Zum Glück ist Stuttgart ein "Großer"

Was bleibt, ist die Hoffnung

Jonas Hessedenz
26. November 2007, 19:23 Uhr

Matthias Sammers Worte, er sei „sprachlos" und „perplex" trafen gestern Abend irgendwie auch auf mich zu. Und das gute alte Motto „eine Nacht drüber schlafen" half ebenfalls nicht. Die Leistung der Mannschaft gestern Abend in Nürnberg hinterlässt noch einen Tag später eine bittere Wüste aus Wut, Enttäuschung, Trauer und Ratlosigkeit.

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„Borussia, du bist Leidenschaft“: Schon seit frühester Kindheit drückt BVB-Fan Jonas den Dortmundern die Daumen. Heute steht er in Block 82 des Westfalenstadions oder reist durch die Stadien Fußballdeutschlands und unterstützt die Schwarz-Gelben. Seinen Erlebnissen und Gedanken rund um den Verein verleiht er nun wöchentlich den nötigen Ausdruck und gibt zu jeder Wurst seinen Senf ab.[/infobox]Wut und Enttäuschung über die offensichtliche Lustlosigkeit einiger Spieler am Spiel teilzunehmen. Über alibihaftes Ballquergeschiebe vom Sechzehner bis zur Mittellinie, um den Ball dann steil auf den beschäftigungslosen Nürnberger Torhüter zu schicken. Jeder gibt die Verantwortung an den nächsten weiter, Zusammenspiel, Laufwege und Offensivideen: Fehlanzeige! Warum gibt es das Feuer, die Einsatzbereitschaft und die Geschlossenheit nur in Spielen gegen Bayern und Bremen?

Das ist es, was mich traurig stimmt. Das Potenzial der Truppe macht sich einmal im Monat bruchstückhaft bemerkbar und bleibt an den restlichen Wochenenden am Trainingsgelände in Brakel. Das wirft Fragen auf die ich, als außenstehender Fan, zu gerne beantwortet hätte.

Woran liegt das? Warum gibt es nicht einen klitzekleinen Ansatz von Konstanz? Gibt es in Dortmund für Siege gegen große Mannschaften mehr Geld? Macht den Spielern das Kicken gegen „normale" Bundesligisten keinen Spaß? Ist der Trainer schuld? Oder das Umfeld? Ist der Druck zu hoch? Und was können wir Fans eigentlich machen, außer dem Team immer wieder die Bereitschaft der Unterstützung zu beweisen?

Und da ist die Ratlosigkeit! Ich kenne keine Gründe und keine Antworten. Sicher sind nach dem gestrigen Spiel aber zwei Dinge. Erstens: Sebastian Kehl braucht Spielpraxis und kann nicht auf Anhieb die Leistungen aus dem Sommermärchen abrufen. Zweitens: Ein weiteres Jahr Abstiegskampf.

Was bleibt? Die Hoffnung auf eine Trotzreaktion nach schwachen Auftritten schlummert in jedem Fan. Ich nehme diesen staubkörnchengroßen Hoffnungsschimmer am Samstag mit nach Stuttgart und zeige meine Bereitschaft dem BVB zu helfen. Der Deutsche Meister ist ja ein „Großer"...

Autor: Jonas Hessedenz

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