BVB-Team treibt Vorgesetzte zur Weißglut

"Kritik positiv verarbeiten"

rk
10. November 2007, 12:12 Uhr

Das derzeitige BVB-Team ist offenbar eine schwarz-gelbe Mannschaft, die ihre Vorgesetzten reihenweise zur Weißglut treibt. Nachdem Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc ihrem Unmut schon im Anschluss an die 0:3-Heimklatsche gegen den Hamburger SV mit deutlichen Worten Luft verschafft hatten, folgte in dieser Woche Thomas Doll. „Der eine oder andere darf sich nicht wundern, wenn er am Samstag oder auf Dauer nicht im Kader steht“, wetterte der Coach mit der 1:2-Pleite in Hannover im Hinterkopf und schob nach: „Ich habe null Bock, einige Leute mit durchzuschleppen und auch nicht auf das Niemandsland der Tabelle.“
Für Florian Kringe sind die Äußerungen verständliche Emotionen, die er durchaus nachvollziehen kann: „Wir Spieler ärgern uns doch selbst am meisten darüber.“ Insbesondere er selbst, zumal er in dieser Saison nicht als Spätstarter in Erscheinung getreten ist: „Es stimmt, bisher lief es bei mir ganz gut.“ Das Dahindümpeln im Tabellenmittelfeld geht ihm selber auf die Nerven: „Zunächst haben wir den wirtschaftlichen Gau überstanden, dann die jungen Leute in die Mannschaft integriert. Außerdem haben wir uns noch mit neuen Spielern verstärkt. Es wird Zeit, dass alle diese Maßnahmen endlich auch einmal den Erfolg zeigen.“ Für den Allrounder sind die Fehlerquellen aber nicht einfach ausfindig zumachen: „In erster Linie ist es eine Kopfsache, aber uns sind auch andere Patzer unterlaufen. Gegen Hamburg haben wir uns taktisch falsch verhalten.“
Die Wutausbrüche der Führungsetage kann er auch noch aus einem anderen Grund akzeptieren: „Hans-Joachim Watzke ist mit Herzblut dabei, Michael Zorc hat in Dortmund eine sehr erfolgreiche Zeit als Spieler erlebt, es ist also vollkommen logisch, dass sie dann auch einmal Dampf ablassen.“ Trotzdem wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird: „Die Dinge wurden in der Vergangenheit in der Öffentlichkeit zu hoch gepusht. Ich sehe die Kritik als vollkommen normalen Vorgang an. Es ist doch für alle Beteiligten in Ordnung, kontrovers zu diskutieren.“ Seine Quintessenz: „Kritik sollte positiv verarbeitet werden, dann hilft sie uns im Endeffekt auch weiter.“
Doch sie hinterlässt körperlich ihre Spuren, zumindest vorübergehend. In der laufenden Trainingswoche nahm Doll seine Schützlinge hart ran, so dass Kringe vor der gestrigen Nachmittagseinheit einräumte: „Viel geht nicht mehr.“ Marc Ziegler ergänzte: „Die Woche war bisher alles andere als leicht.“ Anders ausgedrückt: Wer nicht hören will, der muss fühlen.

Autor: rk

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