Dass diese Saison für die Basketballfrauen des Herner-Turn-Clubs eine ganz schwere werden würde, das wussten die Verantwortlichen bereits vor dem Ligastart. Beweis für diese berechtigte These war die Niederlage zu Saisonbeginn, als man sich in der heimischen MCG Arena in Herne an der Mont-Cenis Gesamtschule gegen Titel-Mitfavoit TV 1872 Saarlouis eine 51:82-Klatsche abholte.

Frauen-Basketballbundesliga: Aufsteiger HTC steht vor einer schweren Saison

"Mittelfristig wollen wir uns in der Bundesliga etablieren"

26. Oktober 2007, 14:58 Uhr

Dass diese Saison für die Basketballfrauen des Herner-Turn-Clubs eine ganz schwere werden würde, das wussten die Verantwortlichen bereits vor dem Ligastart. Beweis für diese berechtigte These war die Niederlage zu Saisonbeginn, als man sich in der heimischen MCG Arena in Herne an der Mont-Cenis Gesamtschule gegen Titel-Mitfavoit TV 1872 Saarlouis eine 51:82-Klatsche abholte.

Unabhängig davon liest sich die Geschichte der Herner Basketballfrauen wie eine echte Erfolgsstory. Innerhalb von nur sechs Jahren gelangen der ersten Mannschaft vier Aufstiege. Ebenfalls erfolgreich gestalteten die zweite und dritte Mannschaft einen Großteil ihrer Partien, die ebenfalls mehrere Aufstiege in den letzten Jahren verzeichnen konnten.

Kurzfristig lautet das Ziel des HTC die erste Damenmannschaft in der Bundesliga zu etablieren, der Klassenerhalt im ersten Jahr wäre bei diesem Vorhaben sicherlich ein wichtiger Grundstein.

Der HTC gehört zu den 50 größten Basketballvereinen des DBB und zählt 250 aktive Spielerinnen und Spieler.

Nach dem Aufstieg vollzog der HTC eine massive Kaderveränderung. Mit Natalie Nakase zog das Team um Trainer Marek Piotrowski ein ganz großes Talent nach Herne. Nakase kam aus Los Angeles ins Ruhrgebiet und absolvierte bereits ein Probetraining beim WNBA Team Phoenix Mercury.

In einem Gespräch mit RevierSport online erläutert Pressesprecher Heiko Dittinger die Situation und die Chancen auf den Klassenerhalt. „Unser Ziel ist dieses Jahr ganz klar nicht abzusteigen. Wir spielen in einer Elfer-Liga, Platz Zehn genügt bereits um die Klasse zu halten. Wir sind in vielen Spielen der Außenseiter. Basketballerinnen sind halt keine Profis, sie haben noch einen Job, eine Ausbildung oder ein Studium nebenher laufen. Es gibt nur wenige Vereine, die unter Profibedingungen trainieren können“.

Die zurückliegenden Erfolge sind laut Dittinger die Früchte einer sehr guten Jugendarbeit. „Wir haben viele junge und talentierte Spielerinnen wie Ramona Tews oder Emina Karic, die schon für Jugendauswahlteams gespielt haben. Es kommen immer wieder große Talente nach und das ist sehr erfreulich“.

Das Budget beim Aufsteiger ist knapp. 10.000 Euro Startgeld muss jeder Bundesligist vor der Saison berappen, die Fahrtkosten werden von den Sponsoren übernommen. Die Vorbereitungen auf die Partien laufen je nach Stärke des Gegners unterschiedlich ab. „Wenn wir auswärts gegen eine Mannschaft spielen, bei der wir von vornherein wissen, dass wir kaum eine Chance haben das Spiel siegreich zu gestalten, reisen wir erst später an. Wenn wir uns was ausrechnen, dann bereiten wir uns intensiver auf den Gegner vor“, erklärt Dittinger, warum man nicht gerade von Profibedingungen sprechen könne.

Neben der Etablierung der ersten Mannschaft gibt es noch weitere Ziele, die man in Herne verwirklichen will. „Die Halle fasst ca. 450 Zuschauer, wir würden uns freuen, wenn noch mehr Spiele ausverkauft sein würden. Die Eintrittspreise sind auch sehr human, für den Vollzahler kostet die Karte lediglich Fünf Euro. Außerdem wollen wir in den nächsten Jahren noch mehr auf deutsche Spielerinnen setzen und dann irgendwann auch die Playoffs angreifen“, betont der Pressesprecher.

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