Manfred Stefes, Co-Trainer des MSV, ist indirekt schuld. Schuld daran, dass mit Georges Ndoum plötzlich ein Spieler im Profi-Rampenlicht steht, den niemand auf der Rechnung hatte.

MSV: Georges Ndoum viel gelobt und ganz cool

Kurios: Vom Jogging ins Profi-Rampenlicht

tt
23. Oktober 2007, 16:50 Uhr

Manfred Stefes, Co-Trainer des MSV, ist indirekt schuld. Schuld daran, dass mit Georges Ndoum plötzlich ein Spieler im Profi-Rampenlicht steht, den niemand auf der Rechnung hatte. "Georges hat in unserem Wohnort Mönchengladbach zufällig beim Joggen meine Frau getroffen und so nebenbei gefragt, ob ich nicht etwas für ihn tun könnte, da er keinen Verein hatte. Ich habe dann bei unserem Oberliga-Trainer Horst Steffen nachgefragt, er kannte Ndoum und holte ihn für die Reserve-Mannschaft", erläutert Stefes den Verpflichtungs-Hergang aus dem vergangenen Jahr.

Inzwischen hat sich der 22-Jährige mächtig nach vorne gearbeitet. Für Kameruns U23 lief er zwei Mal in der Olympia-Quali auf, ist dort im Kader der einzige Amateur-Kicker (RS berichtete am Donnerstag). Gegen Schalke 04 schnupperte er wenige Sekunden Bundesliga-Luft, als er für den verletzten Fernando auf das Feld kam. Jetzt folgte die "echte" Premiere in Cottbus. Nicht spektakulär, aber äußerst passabel. Feuertaufe bestanden. Stefes: "Es läuft gut für Georges. Das hätte er sich vor zwei Monaten sicherlich nicht erträumt."

Von Nervosität war beim Debütanten nichts zu spüren. "Nein, ich war ganz cool. Trainer Rudi Bommer und Manfred Stefes, denen ich beide Danke sagen möchte, haben vor dem Match mit mir gesprochen. Sie meinten: Georges, mach' deine Sache! Wenn der Chef-Coach zu einem sagt, ich stehe auf dich und weiß, dass du es kannst, dann hilft das ungemein." In den kniffligen Szenen auf dem Feld standen die Kollegen mit Tipps und Einsatz zur Seite. "Georges ist ins kalte Wasser geworfen worden", meinte Björn Schlicke, "das hat er gut gemacht, ihm sind keine entscheidenden Fehler unterlaufen.

Bei einem Disput mit Ervin Skela habe ich eingegriffen und Georges zur Seite genommen." Auch Kapitän Ivica Grlic hob symbolisch den Daumen: "Ndoum hat mir bei seiner Premiere sehr gut gefallen, in der zweiten Halbzeit gab es ein paar wacklige Szenen, wo andere Spieler eingegriffen haben, aber das muss man einem jungen Akteur einfach zugestehen."

Keeper Tom Starke adelte den Ex-Uerdinger mit den Worten: "Er hat ganz ruhig agiert, als wenn er schon 50 Bundesliga-Spiele auf dem Buckel gehabt hätte." Für Rudi Bommer ist nicht nur deswegen klar, wie es künftig weiterläuft: "Georges bleibt bei uns oben! Ich bin für jeden Spieler dankbar, der eine Alternative darstellt. Für mich war es ganz wichtig, dass mit seiner Aufstellung hinten möglichst wenig umgestellt werden musste. Daher habe ich ihn ohne Bedenken gebracht."

Der Gelobte selbst hält sich mit Forderungen jeglicher Art zurück. "Der Trainer entscheidet, ob ich gegen Hamburg dabei bin. Ich möchte hier weiter dazulernen und freue mich natürlich, dass es mit dem ersten Einsatz über die volle Distanz geklappt hat." Auf die Frage, ob er nach der Partie das gleiche Pensum noch Mal abspulen könnte, meinte der Kameruner lachend: "Nein, das hat schon ganz schön geschlaucht. Die Belastung ist viel höher als bei den Amateuren. Am Abend war ich richtig müde."

Autor: tt

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