Auf Nachzügler wird nicht gewartet - Essen hat nach zehn Zählern aus den letzten vier Matches Fahrt aufgenommen. Die nominierten Kader-Akteure für das Match am Freitag, 21. September, bei Union Berlin (19.30 Uhr, Stadion

RWE: Andersen zweifelsfrei - offensive Tüftelei

In "alter Försterei" auf Jagd

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21. September 2007, 08:56 Uhr

Auf Nachzügler wird nicht gewartet - Essen hat nach zehn Zählern aus den letzten vier Matches Fahrt aufgenommen. Die nominierten Kader-Akteure für das Match am Freitag, 21. September, bei Union Berlin (19.30 Uhr, Stadion "Alte Försterei") sollten die Abfahrt des Zuges am Essener Hauptbahnhof "um 15.24 Uhr", wie der Sportliche Leiter Olaf Janßen ankündigt, nicht verpassen.

Wer sich über die Abteile verteilen darf, "entscheiden wir heute", erläutert RWE-Trainer Heiko Bonan. Es geht wiederum nicht nur um die Austüftelung der Startelf, sondern "auch um die Bankstruktur", wie der Fußball-Lehrer nachschiebt. Um die Antworten auf die Frage, wieviele offensive und defensive Akteure er für welche Situation auch immer nachlegen kann?

Ein Niklas Andersen wird - wenn sich die Wade nicht wieder meldet - zweifellos links in der Dreierkette dabei sein, die Entwicklung des Youngsters muss für Bonan einfach schick sein. "Er ist deshalb im Team, weil er große Qualität hat, Niklas hat den nächsten Schritt vollzogen", lobt Bonan. Genau wie die Mannschaft, die sich in Köpenick auch nicht vom Weg abbringen lassen will.

Bonan: "Der Werdegang von Niklas ist typisch für die Truppe, die einfach jeden gut annimmt. Oft ist es ja so, dass gerade junge Akteure kurz gehalten werden, das ist nicht so." Und soll auch weiter nicht auftreten. Bonan: "Aufpassen muss man nur, dass die Ansprüche nicht zu groß werden." Zu ausgefallen ist nicht die Erwartung, bei Union etwas mitzunehmen.

Abwarten, ob Mario Klinger dabei ist, der zuletzt nur auf der Tribüne saß, Praxis ist der U23 sammelte. "Wenn alle fit sind, wird es in den nächsten Wochen noch mehr Akteure treffen", legt sich Bonan fest, "ich habe die freie Auswahl." Was auch für den Sturm gilt. Gegen Erfurt saß André Schei Lindbaek auf der Bank, Vincent Wagner schaute in die Röhre. "Weil man erwarten konnte, dass die Räume enger würden", erläutert Bonan.

Und der Norweger der in diesen Situationen die erfahrenere Alternative gewesen wäre. Er kam nicht zum Einsatz, war Sonntags auch Teil der U23. In der Hauptstadt "könnten die Räume größer und die Wege weiter werden, womöglich ist Vincent die geeignetere Option", sinniert Bonan. Oder Rafael Kazior. Mal schauen, wer heute spätestens um 15.23 Uhr am Gleis wartet. Bonan ungerührt: "Es geht nie um Namen oder Gesichter." Sondern um Tickets, für Zug und Startformation.

Über Union sind die Verantwortlichen rundum informiert: "Das ist eine Truppe, die die komplette Bandbreite bietet", weiß der Ex-Profi, was ihn erwartet. Mehrfach wurde der Konkurrent unter die Lupe genommen: "Ich habe Berlin beim 1:3 in Ahlen gesehen, da waren sie wirklich schlecht." Janßen war beim "eisernen" Auswärtssieg bei Eintracht Braunschweig (5:3) Zeuge. Bonan: "Da war Union wirklich gut." Gegen RWE soll der Gastgeber möglichst wenig zu bestellen haben. Alles mit einer prima Atmosphäre: "Wir erwarten einen Gegner, der sehr motiviert auftritt. Es geht unter Flutlicht los, die Stimmung wird dementsprechend sein. Union wird Gas geben." Und RWE? Bonan: "Wir sind vorbereitet."

RWE: Gegnervorstellung Union Berlin Kult trifft sich

Eisern ist Union Berlin, soll also am Freitag gegen Gast Essen nicht einknicken wie in Erfurt (0:2). Ehemalige RWE-Namen sind beim Club. Auf der Bank der Köpenicker ist Coach Uwe Neuhaus der "Hauptmann", mit dem Essen bekanntlich aufstieg. Daniel Teixeira ist - nicht mehr als Akteur - dabei. Dem Brasilianer "droht" am 13. Oktober sein Abschiedsspiel ("Texas & Friends"). Michael Bemben ist Teil der Viererkette. Macchambes Younga-Mouhani ist Unioner, hatte Umfeld-Schwierigkeiten, spielte mit dem Gedanken, wieder die Koffer zu packen. Im Match gegen Dortmund II tobte die Kulisse, Neuhaus holte den vierfachen Vater, der jedoch ohne Familie in der Hauptstadt weilt, noch in Durchgang eins vom Platz - gegen Erfurt auch. Von der Tribüne kamen gegen den BVB Formulierungen, die Beobachter rassistisch nannten.

Auf die Tore von Karim Benyamina baut das Umfeld, der 25-Jährige ist im Kritiker-Visier, weil denen die bisherigen zwei Treffer zu wenig sind. Nico Patschinski war dreimal erfolgreich, sollte einmal nach Essen gelotst werden. RWE klettert aktuell, Union - ehemals SC Union 06 Oberschöneweide - rutscht ab. Neuhaus, seit 20 Jahren in Essen wohnhaft, muss das ändern: "Eine besondere Geschichte." Eine konstruierte Gemeinsamkeit: Unions Vereinshymne "Eisern Union" wird von Nina Hagen gesungen, RWEs "Adiole" von Siw Malmkwist. Beide auf ihre Arten kultig - wie die Clubs.

Autor: og

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