Pierre-Emerick Aubameyang verpasst wegen des Afrika-Cups bis zu drei BVB-Bundesligaspiele. Vier Spieler könnten ihn bis dahin ersetzen.

BVB

Diese vier Kandidaten können Aubameyang ersetzen

Sebastian Weßling
06. Januar 2017, 12:01 Uhr
Foto: Firo

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Pierre-Emerick Aubameyang verpasst wegen des Afrika-Cups bis zu drei BVB-Bundesligaspiele. Vier Spieler könnten ihn bis dahin ersetzen.

Schon vor der Ankunft herrschte großer Trubel in Marbella. Vor allem viele Kinder hatten sich versammelt, um die recht auffällig gekleideten Herren aus dem fremden Land in Empfang zu nehmen – und der Jubel und das Gekreische waren groß, als die Heiligen Drei Könige am Mittag am Hafen von Marbella anlegten. Deren Einzug am 5. Januar ist in ganz Spanien ein Großereignis, in der Touristenhochburg Marbella mit ihren rund 140000 Einwohnern sowieso. Dass am gleichen Tag Bundesligist Borussia Dortmund hier sein Trainingslager bezog – geschenkt.

Zumal hier der traditionell am auffälligsten gekleidete Mann gar nicht dabei war: Pierre-Emerick Aubameyang fehlt in Marbella, weil er ab dem 14. Januar den Afrika-Cup in seinem Heimatland Gabun bestreitet. Und doch ist der Mittelstürmer das große Thema, ständig geistern neue Fabelangebote durch die Gazetten. Zuletzt eines des chinesischen Erstligisten Shanghai SIGP, der angeblich 150 Millionen Euro Ablösesumme und ein Jahresgehalt von 41 Millionen Euro für den besten Dortmunder Torjäger bot.

Aufgrund des großen Wirbels wich der Klub sogar ausnahmsweise von seiner Linie ab, Transfergerüchte öffentlich nicht zu kommentieren. „Borussia Dortmund weiß davon nichts“, sagte Pressesprecher Sascha Fligge auf Nachfrage dieser Zeitung.

Und doch machen sie sich beim BVB ihre Gedanken, wie sie den Mittelstürmer ersetzen – zumindest kurzfristig. Denn schlimmstenfalls ist Aubameyang bis zum 5. Februar beim Afrika-Cup im Einsatz, würde dann mindestens drei Bundesligaspiele verpassen. Derzeit scheint der BVB entschlossen, die Lücke mit dem vorhandenen Kader zu schließen, wofür vier Kandidaten in Frage kommen.

Marco Reus
Der wiedergenesene Angreifer bringt viele Eigenschaften mit, die auch Aubameyang auszeichnen: Er ist schnell, torhungrig und ruhig im Abschluss. Die Position in der Angriffsmitte könne der 27-Jährige „ganz wunderbar spielen“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kürzlich dem Kicker – nannte aber noch einen weiteren Kandidaten.

André Schürrle
„Ich glaube, dass meine beste Position links offensiv ist“, sagt der Neuzugang. „Aber ich kann auch in der Spitze spielen.“ Schürrle wäre im Vergleich zu Reus die körperlich etwas robustere Lösung, allerdings nicht ganz so wendig und trickreich.

Mario Götze
Der Weltmeister hat die Position in der Nationalmannschaft schon häufig bekleidet – als sogenannte falsche Neun, die sich anders als ein echter Mittelstürmer oft weit zurück fallen lässt, sich dem Zugriff der Abwehrspieler entzieht und Lücken schafft für nachrückende Kollegen. Seine stärkste Position ist dies aber nicht – und BVB-Trainer Thomas Tuchel sieht Götze eindeutig als Mittelfeldspieler.

Adrian Ramos
Der Kolumbianer ist der letzte verbliebene echte Mittelstürmer im Kader, der dank seiner Körpergröße von 1,85 Metern und guter Sprungkraft auch durch Kopfbälle eine Gefahr darstellt und zudem lange Bälle gut verarbeiten oder ablegen kann. Für den 30-Jährigen gab es nach Informationen dieser Zeitung tatsächlich ein Angebot aus China – das aber war bis zum 31. Dezember befristet und der BVB lehnte ab. Zumindest bis Aubameyang wieder unverletzt aus Afrika zurück ist, wird man den Ersatzmann kaum ziehen zu lassen, zumal derzeit kein konkretes Angebot vorliegt. Danach aber ist das nicht ausgeschlossen – Transfers nach China sind noch bis zum 26. Februar möglich.

Autor: Sebastian Weßling

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