Der Favorit wankte bedenklich, doch am Ende stand er als glücklicher Sieger fest. Rot-Weiss Essen mühte sich gegen den Tabellenvorletzten TSG Sprockhövel zu einem 3:2 (1:1)-Sieg.

RWE

Platzek und Bednarski verhindern Blamage

Rolf Hantel
11. November 2016, 23:08 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Der Favorit wankte bedenklich, doch am Ende stand er als glücklicher Sieger fest. Rot-Weiss Essen mühte sich gegen den Tabellenvorletzten TSG Sprockhövel zu einem 3:2 (1:1)-Sieg.

Doch der Gastgeber spielte schwach, die Gäste erstaunlich mutig und engagiert, hatten sogar durch den zweifachen Torschützen Antwi-Adejej das 3:3 auf dem Fuß. RWE-Torwart Niklas Heimann klärte (85.). Glück gehabt.

Zum ersten Mal überhaupt standen sich Rot-Weiss und die TSG Sprockhövel in einem Pflichtspiel gegenüber. Und den Begriff “Pflichtspiel” durfte man aus Sicht der Gastgeber wörtlich nehmen. Nichts Anderes als ein Heimsieg war angesagt an diesem kühlen Abend. Doch die Premiere begann mit einem Betriebsunfall für die Mannschaft von Trainer Sven Demandt. Die Fußballer hatten sich gerade einmal orientiert, da klingelte es schon im Essener Kasten. Christopher Antwi-Adejej wurde vor dem Strafraum nicht gestört, sodass er in Ruhe Maß nehmen konnte. Mit einem satten Schuss in lange Eck erzielte er das 1:0 für die Gäste. Glücklich? Verdient? Das war zu diesem frühen Zeitpunkt noch gar kein Thema.

Der Hausherr hatte es unfreiwillig spannend gemacht und versuchte so schnell wie möglich die Sache auszubügeln. Rot-Weiss trieb den Ball nach vorn, Sprockhövel wartete dicht gestaffelt vor dem eigenen Strafraum. Und profitierte einige Male von den Fehlern im gegnerischen Aufbauspiel. Patrick Huckle konnte Alpay Cin, der im Vorjahr noch in der RWE A-Jugend unterwegs war und nun in einem kurzärmligen, blauen Trikot besonderen Ehrgeiz signalisierte, so eben beim Abschluss stören (6.). Als sich Philipp Zeiger bei einer Flanke von Oberdorf verschätzte, zwang Claus Essens Keeper Niclas Heimann zu einer Glanztat (26.). Die rot-weisse Defensive wirkte zuweilen schon sehr nachlässig.

Dabei war der Favorit technisch überlegen und robuster in den Zweikämpfen. Es dauerte auch nicht lange, bis sich erste Chancen ergaben. Einen Ball von Bednarski parierte TSG-Torwart Robin Benz reaktionsschnell, beim Nachschuss von Kevin Grund war er am Boden (11.). Doch bei einem Freistoß von Benjamin Baier aus 25 Metern sah er weniger gut aus. Er wehrte den Ball so unglücklich ab, das dieser schon bedenklich Richtung Torlinie trudelte. Marcel Platzek preschte heran und schaffte Klarheit - 1:1. Noch einmal nahm Kapitän Baier später aus ähnlicher Distanz Maß, traf aber nur den Pfosten (30.). Und wieder machte es Platzek besser. Sein Ball passte exakt, flog in den “Giebel” zum 2:1.

Brauer verliert vor 2:2 den Ball

Trainer Demandt, der ansonsten nie so schnell dabei ist mit Auswechslungen, nahm kurz vor der Pause den schwachen Kasim Rabihic vom Feld und gab Timo Brauer wieder mal Gelegenheit, sich zu zeigen. Es deutete sich aber an, dass es an diesem Abend nicht allzu viele spielerische Zückerli geben würde. Und es gab sogar Saures für die Rot-Weissen. Als Timo Brauer unnötig den Ball vor dem eigenen Strafraum verlor, bekam erneut Antwi-Adejej den Ball, marschierte entschlossen Richtung Tor und setzte die Kugel trocken ins kurze Eck zum 2:2- Ausgleich.

Das Spiel war wieder offen, weniger, weil die tapferen Sprockhöveler plötzlich auftrumpften, sondern weil die Rot-Weissen keine Linie fanden, kaum Chancen erarbeiteten, schlichtweg enttäuschten. Immerhin, Kamil Bednarski wurde seinem Ruf als Torjäger gerecht und köpfte nach einer Flanke von Grund das erlösende 3:2.

Autor: Rolf Hantel

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