Niederrheinpokal

MSV-Gegner ledert erneut gegen die Stadt

Martin Herms
30. September 2016, 16:30 Uhr

Foto: Thorsten Tillmann

Am Mittwochabend hatte der Rather SV seinen großen Auftritt. Im Niederrheinpokal lieferte der Landesligist dem MSV Duisburg einen beeindruckenden Fight.

Trotz der am Ende deutlichen 1:5-Niederlage gegen den Drittliga-Spitzenreiter MSV Duisburg war die Stimmung bei den abgekämpften Düsseldorfern prächtig. Eine Stunde lang konnte der Sechstligist den Zweitliga-Absteiger mächtig ärgern. Zwischenzeitlich lag sogar der Ausgleich in der Luft. "Das war eine beeindruckende Leistung. Die Duisburger haben meine Jungs nach dem Spiel abgeklatscht. Das zeigt, dass wir uns super verkauft haben", sagte RSV-Trainer Christian Schmitz.

Was wäre wohl möglich gewesen, wenn der Rather SV auf seinem heimischen Kunstrasen gespielt hätte. Diese Frage stellte Schmitz aber noch in den Raum. Der Heimbonus wurde dem Außenseiter im Vorfeld genommen. Denn aufgrund möglicher Auseinandersetzungen zwischen Fortuna-Ultras und den MSV-Anhängern darf die Begegnung nicht im Rather Waldstadion ausgetragen werden. Die Stadt Düsseldorf verhängte kurzerhand eine Veranstaltungssperre. Selbst im Düsseldorfer Stadion Flinger Broich, das noch deutlich mehr Plätze und Sicherheit als PCC-Stadion in Duisburg-Homberg bietet, durfte nicht gespielt werden. "Der weite Umzug hat uns natürlich viele Zuschauer gekostet", sinnierte Schmitz.

Nur rund 1300 Zuschauer kamen am Mittwoch. Noch bedauernswerter sei jedoch der sportliche Nachteil. "Ich hätte gegen den MSV gerne bei uns auf Kunstrasen gespielt. Aber ich kann verstehen, dass unsere Anlage nicht ausgerecht hat. Aber am Flinger Broich hätten wir spielen können. Leider wurden wir im Stich gelassen. Ich erwarte von der eigenen Stadt mehr, gerade in so einem Fall. So ein Spiel hätte nach Düsseldorf gehört", polterte Schmitz, der pikanterweise selbst städtischer Mitarbeiter ist. "Ich habe natürlich alles versucht, aber es gab keine Hilfe."

Der Ärger sollte im Rather Lager nun aber keine Rolle mehr spielen. Nach dem Spiel des Jahres muss der RSV nun auch im Alltag liefern. Denn mit Platz elf in der Landesliga 1 liegt die Mannschaft noch hinter den Erwartungen. Wozu der Rather Sv fähig ist, wurde gegen den MSV Duisburg deutlich. Schmitz betont: "Wir müssen mehr aus unseren Möglichkeiten machen, vor allem in der Offensive. Duisburg war eine tolle Sache, jetzt müssen Punkte her."

Autor: Martin Herms

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