Als Schalke im Mai das letzte Mal bei der TSG Hoffenheim zu Gast war, waren die Bilder nach dem Abpfiff bewegend.

Schalke

Fünf Pleiten - und was dann?

Manfred Hendriock
26. September 2016, 21:45 Uhr
Foto: firo

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Als Schalke im Mai das letzte Mal bei der TSG Hoffenheim zu Gast war, waren die Bilder nach dem Abpfiff bewegend.

Manager Horst Heldt und Trainer André Breitenreiter verabschiedeten sich nach einem 4:1-Sieg, mit dem die Qualifikation für die Europa League geschafft wurde, von Schalkes Fans. Damals flossen Tränen – diesmal, gut vier Monate später, war’s zum Heulen. Schalke ist Letzter der Bundesliga, in fünf Spielen gab es fünf Niederlagen. Ein kapitaler Fehlstart, wie es ihn in der Geschichte der Bundesliga überhaupt erst neunmal zuvor gegeben hat (siehe Tabelle). Und die Frage: Was nun?

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Manager Christian Heidel sprach nach dem 1:2 sogar vom Abstiegskampf: „Ich weiß, wie schwierig Abstiegskampf ist“, warnte der frühere Mainzer, „die Mannschaft weiß das nicht.“ Muss Schalke jetzt wirklich um den Klassenerhalt kämpfen? Noch ist es zu früh für solche Szenarien. Aber Fakt ist, dass von den neun Mannschaften, die in der Geschichte der Bundesliga zuvor mit fünf Niederlagen gestartet waren, vier am Ende abgestiegen sind: Der VfB Stuttgart sogar im Vorjahr sowie Hansa Rostock (2007/08), Fortuna Düsseldorf (1991/92) und Rot-Weiß Oberhausen (1972/73).

Heidel will sich im Moment überhaupt noch nicht mit irgendwelchen Szenarien, die die Tabelle betreffen, beschäftigen: „Über Saisonziele mache ich mir im Moment null den Kopf.“ Seine Konzentration gilt allein der Frage, wie die Mannschaft endlich ans Laufen zu bringen ist. Was ihn aber total stört, sind Stimmen aus dem Umfeld, die ihm zugetragen worden sind und die darauf verweisen, dass Borussia Mönchengladbach im Vorjahr nach ebenfalls fünf Niederlagen zum Start noch bis auf Platz vier und in die Champions League geklettert ist. Heidel hält diesen Vergleich für unpassend: „Wenn ich höre, dass Gladbach nach fünf Niederlagen zum Saisonstart noch in die Champions League gekommen ist, dann ist das fernab jeder Realität. Bei einigen ist diese Realität noch nicht angekommen. Das muss schnell in die Köpfe rein.“

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Am Donnerstag (19 Uhr/ Sport1) ist Schalke das nächste Mal gefordert: Dann kommt in der Europa League RB Salzburg in die Arena. Heidel ist fest davon überzeugt, dass er den Spielern bis dahin begreiflich gemacht hat, worum es geht. Das wichtigste Spiel in dieser Woche ist allerdings die Bundesliga-Partie am Sonntagabend in der Arena gegen Mönchengladbach – gar nicht auszudenken, wenn es da die sechste Niederlage geben sollte.

Heidel ist mit Mainz übrigens auch schon einmal mit fünf Pleiten in fünf Spielen in eine Saison gestartet: 2005 war es unter Trainer Jürgen Klopp. „Aber das sechste Spiel haben wir dann gewonnen, auswärts beim Derby in Kaiserslautern“, erinnert sich der 53-Jährige. Schalke sollte den Bock auch im sechsten Spiel umstoßen – bis zum Derby kann man nicht warten: Das findet erst am 29. Oktober statt...

Die Fehlstarter im Überblick:

Mannschaft Saison Platzierung am Saisonende
Schalke 2016/2017 ?
Mönchengladbach 2015/2016 4 (CL-Qualifikation)
VfB Stuttgart 2015/2016 17 (Abstieg)
Hansa Rostock 2007/2008 17 (Abstieg)
FSV Mainz 05 2005/2006 11
Fortuna Düsseldorf 1991/1992 20 (Abstieg, Liga mit 20 Teams)
1. FC Nürnberg 1981/1982 13
Fortuna Düsseldorf 1976/1977 12
Rw Oberhausen 1972/1973 18 (Abstieg)
Karlsruher SC 1963/1964 13

Autor: Manfred Hendriock

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