Zwei Mal in Folge gewinnt der BVB mit 6:0. Wie stark die neuformierte Mannschaft wirklich ist, werden erst die nächsten Wochen zeigen. Ein Kommentar.

BVB-Kommentar

Legia und Darmstadt sind keine Gradmesser

Sebastian Weßling
18. September 2016, 05:07 Uhr
Foto: Firo

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Zwei Mal in Folge gewinnt der BVB mit 6:0. Wie stark die neuformierte Mannschaft wirklich ist, werden erst die nächsten Wochen zeigen. Ein Kommentar.

Es ist eine uralte Regel im Journalismus: Keine Witze mit Namen. Für Klubnamen allerdings werden gerne Ausnahmen gemacht und so kursierte nach dem 6:0-Sieg von Borussia Dortmund gegen Darmstadt 98 der nur mäßig unterhaltsame Scherz, statt BVB 09 könne sich der Klub ja in BVB 06 umbenennen – schließlich hatte er schon das Champions-League-Spiel bei Legia Warschau mit 6:0-Toren beendet.

Zwölf Tore in zwei Spielen, null Gegentreffer und beide Male genug Chancen, noch deutlicher zu gewinnen – was will man da noch meckern? Viel gibt es tatsächlich nicht. Dortmund präsentierte sich seinen Gegnern zweimal in Folge drückend überlegen, gefiel mit Tempo, Spielwitz und einer ganzen Schar junger Talente, die den Spielen ihren Stempel aufdrückten: Christian Pulisic, Ousmane Dembélé, Raphael Guerreiro – an diesen Namen dürften die BVB-Fans noch viel Freude haben.

Aber: Es ist keine Woche her, da herrschte noch Tristesse beim Anhang, da hatte man am zweiten Bundesliga-Spieltag 0:1 gegen Aufsteiger RB Leipzig verloren. Und das völlig verdient. So überzeugend die beiden Siege nun waren: Weder Warschau noch Darmstadt taugen als Gradmesser, zu schwach waren beide. Natürlich muss man auch gegen solche Gegner erst einmal sechs Tore schießen – wie schwer das sein kann, bewies Schalke 04 am Donnerstag in der Europa League gegen Nizza. Aber alles andere als deutliche Siege gegen diese äußerst limitierten Mannschaften wäre alarmierend gewesen.

Auf den BVB warten Wolfsburg, Madrid und Leverkusen

Die wahren Gradmesser werden erst noch kommen – und das schon in kurzer Zeit: Wolfsburg, Madrid, Leverkusen heißen die Gegner der kommenden zwei Wochen, hinzu kommt der SC Freiburg. Danach wird man wissen, wo diese Mannschaft nach dem Umbruch im Sommer wirklich steht, ob Leipzig oder Darmstadt ihr wahres Gesicht zutage brachten. Die Antwort dürfte, wie so oft, in der Mitte liegen.

Autor: Sebastian Weßling

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