Am Montag wird Nuri Sahin 28 Jahre alt, was gemeinhin als bestes Fußballeralter bezeichnet wird.

BVB

Sahin und Pulisic sind die Härtefälle

Sebastian Weßling
29. August 2016, 22:27 Uhr
Foto: firo

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Am Montag wird Nuri Sahin 28 Jahre alt, was gemeinhin als bestes Fußballeralter bezeichnet wird.

Der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund aber macht derzeit eine der schwierigeren Phasen seiner Karriere durch. Dreimal musste BVB-Trainer Thomas Tuchel in der laufenden Saison einen Kader für ein Pflichtspiel nominieren, dreimal fiel Sahin durch das Raster.

Noch versucht Tuchel, das Thema kleinzuhalten: „Das ist noch kein Härtefall“, sagt er, während BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im Gespräch mit dieser Zeitung genau dieses Wort benutzt. Über die Ursachen immerhin ist man sich einig: Auf Sahins Position im Zentrum spielen auch die Neuzugänge Sebastian Rode und Mikel Merino, hinzu kommen Gonzalo Castro und Julian Weigl. Da ist für das BVB-Eigengewächs aus Meinerzhagen derzeit schlicht kein Platz. „Er hat athletisch noch Nachholbedarf“, urteilt Tuchel.

Durch acht Neuzugänge bei nur vier Abgängen hat sich der Konkurrenzkampf deutlich verschärft, wenn nun die Olympia-Teilnehmer Sven Bender und Matthias Ginter hinzustoßen, wird es noch härter. Sahin ist das wohl prominenteste Opfer – aber nicht das einzige.
Linksverteidiger Joo-Ho Park, erst vor einem Jahr für drei Millionen gekommen, stand schon Ende der letzten Saison auf dem Abstellgleis – nach der Verpflichtung des Europameisters Raphael Guerreiro ist erst recht keine Verwendung mehr für ihn. Neven Subotic wurde bei der Mannschaftspräsentation schon gar nicht mehr genannt und fehlte auch auf dem offiziellen Team-Foto.

Der 17 Jahre alte Christian Pulisic ist durch die Verpflichtung der kaum älteren Toptalente Emre Mor (9,5 Millionen) und Ousmane Dembélé (15 Millionen) ins Hintertreffen geraten – im Kader stand er zuletzt nur, weil Mario Götze verletzt fehlte. Dennoch lehnte der BVB laut Kicker ein Zwölf-Millionen-Euro-Angebot des FC Liverpool für den US-Amerikaner ab. Park dagegen würde der Klub gerne abgeben. Und Sahin? Ein Verkauf wäre die „Ultima Ratio“, sagt BVB-Boss Watzke und ergänzt: „Das wäre nicht gut, weil Nuri ein Eigengewächs ist, ein Spieler, an dem wir hängen, weil er so ein anständiger Kerl und großartiger Fußballer ist.“ Nur auf dem Platz beweisen kann er das derzeit nicht.

Autor: Sebastian Weßling

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