Dem DFB sei Dank. Es gibt sie doch, die bewegten Bilder vom Duisburger Torwarttor in Osnabrück.

Keeper-Tor beim MSV

Flekken auf den Spuren von Manglitz

Dirk Retzlaff und Thomas Tartemann
08. August 2016, 18:25 Uhr
Foto: firo

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Dem DFB sei Dank. Es gibt sie doch, die bewegten Bilder vom Duisburger Torwarttor in Osnabrück.

Auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes (www.dfb.de) ist das Tor des Fußball-Drittliga-Torhüters des MSV Duisburg, Mark Flekken, zum 1:1 beim VfL Osnabrück unter der Rubrik „DFB-TV“ zu sehen. Zudem ist das kuriose Hackentor des Niederländers auf dem Internet-Videoportal Youtube zu finden. Die Fernsehanstalten hatten aufgrund der Olympia-Berichterstattung auf eine Übertragung von der Bremer Brücke verzichtet.

Damit hat Flekken nun auch die Chance, die ARD-Auszeichnung „Tor des Monats“ zu gewinnen. Dies gelang bislang neun Torhütern. Unter anderem den Bundesliga-Keepern Jens Lehmann (Schalke 04, 1997) und Marwin Hitz (FC Augsburg, 2015) aber auch Exoten wie Gerald Hillringhaus (SV Türk Gücü München, 1989).

„Das hat der Butt abgekupfert“

Mark Flekken ist der erste MSV-Torhüter, der aus dem Spiel heraus ein Tor erzielte. Fußball-Geschichte schrieb jedoch auch MSV-Keeper Manfred „Cassius“ Manglitz, der 1967 bei der 1:3-Niederlage der Zebras gegen Borussia Mönchengladbach per Elfmeter das 1:3 erzielte. Es war das erste Torhütertor in der Bundesliga-Geschichte.

In einem Interview mit dem Magazin „11Freunde“ erinnerte sich der heute 76-Jährige an die Situation: „Zehn Minuten vor dem Ende bekamen wir einen Elfmeter, und das ganze Volk schrie ,Cassius’, weil es an diesem Tag eh nicht viel zu lachen hatte. Also bin ich Verrückter hin und habe den Elfer versenkt.“ Später waren Torwart-Elfmetertore nichts Außergewöhnliches mehr. Der Oldenburger Hans Jörg Butt verwandelte für den Hamburger SV und Bayer Leverkusen 26 Elfmeter. Manfred Manglitz schmunzelt darüber: „Das hat der Butt von mir abgekupfert.“

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Auch beim MSV Duisburg blüht nach dem kuriosen Tor in Osnabrück der Flachs. „Wir üben weiter fleißig Schüsse mit der Hacke“, lachte gestern Torwarttrainer Sven Beuckert. Und Offensivmann Zlatko Janjic, der beim Auftakt gegen Paderborn traf und derzeit gemeinsam mit Mark Flekken die mannschaftsinterne Torschützenliste anführt, stellte gestern klar, was auf Flekken noch zukommt: „Bei uns gibt es die Regel, dass jeder, der sein erstes Tor schießt, in die Mannschaftskasse einzahlen muss.“

Bei allem Spaß zählt für die Zebras in erster Linie, dass Flekken die Mannschaft mit seinem Treffer in Osnabrück vor einer unnötigen Niederlage bewahrte. „Wir waren dominant und haben mit dem Ausgleich Charakter gezeigt. Aber die schlechte Chancenauswertung ärgerte mich“, hätte Trainer Ilia Gruev lieber seine Offensivkräfte als seinen Torwart in der Torschützenliste gesehen.

Mit der Auswärtspartie bei Preußen Münster steht morgen, 19 Uhr, bereits die nächste hohe Hürde auf der Strecke. Das Trainerteam hatte schon vor geraumer Zeit ein Rotationssystem für die Englische Woche ausgearbeitet. Somit wird es morgen nach zwei Spielen mit identischer Startaufstellung erstmals Veränderungen geben. Gruev: „Wir haben unsere nächsten Gegner Münster und Mainz analysiert und dementsprechend die Aufstellungen festgelegt.“ Zlatko Janjic schätzt den Kader stark genug ein, um die beiden Spiele variabel anzugehen. Janjic: „Ich sehe uns insgesamt stärker als vor zwei Jahren.“

Autor: Dirk Retzlaff und Thomas Tartemann

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