Roman Bürki schaute fragend zur Flughafen-Angestellten. Bewegte sich vor. Zurück. Dann wieder vor.

BVB

Bürki weiß nicht, ob er international spielt

Marian Laske
27. Juli 2016, 18:37 Uhr
Foto: firo

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Roman Bürki schaute fragend zur Flughafen-Angestellten. Bewegte sich vor. Zurück. Dann wieder vor.

Erst als er endlich ein Signal bekam, quetschte er sich in den schon voll besetzten Bus, der die Mannschaft zum Flugzeug in Shanghai bringen sollte. Nächste Station: Shenzhen. Nach zwei Stunden landete der Flieger in der chinesischen Großstadt, wo der BVB gegen Manchester City spielt. Bürki wird dann im Tor stehen. Für ihn ist es die zweite Saison bei den Schwarz-Gelben. Eine wichtige für seine Zukunft.

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Denn die Szene am Flughafen ist ein Sinnbild für die erste Spielzeit des 25-Jährigen. Mal machte er einen Schritt nach vorne, hielt seine Mannschaft im Spiel, zeigte starke Paraden. Dann ging es wieder zurück. Bürki patzte, verschuldete Gegentore. In der Rückrunde stabilisierte sich der Torhüter, komplett überzeugt hat er noch nicht.

„Wir können stolz sein, was wir erreicht haben“, sagte Bürki einige Stunden nach der Landung in Shenzhen über die letzte Saison. Seine persönliche Situation klammerte er aus, erklärte nur: „Wir wollen diese Saison wieder zeigen, was wir können. Und das werden wir.“

Dabei helfe auch die China-Reise. „Wir essen zusammen, wir sprechen, wir unternehmen Sachen, das schweißt die Mannschaft zusammen“, meinte der Schweizer, „dies ist eine gute Sache für die Spieler.“

Als Bürki vor einem Jahr zum BVB kam, löste er die langjährige Nummer eins Roman Weidenfeller ab. Trainer Thomas Tuchel wollte einen spielstarken Torhüter, der das Pressing des Gegners aushebeln kann. Weidenfeller akzeptierte seine Rolle als zweiter Torhüter, durfte dafür in der Europa League spielen und verlängerte seinen Vertrag um ein weiteres Jahr. Kampflos wird er sich nicht auf die Bank setzen. Nicht in der Bundesliga. Und auch nicht in der Champions League.

Die Königsklasse wäre eine komplett neue Erfahrung für Bürki. Wenn er spielt. Auf die Frage, ob er diesmal im europäischen Wettbewerb im Tor stehen werde, antwortete der Schlussmann: „Das müssen sie den Trainer fragen.“ Der hat die Frage noch nicht beantwortet.

Autor: Marian Laske

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