Ein Leipziger Aufstiegsheld wird am Pfingstsonntag beim Saisonfinale in der wahrscheinlich ausverkauften Duisburger Arena nur humpeln können.

MSV

Ein Remis wäre ein Spiel mit dem Feuer

Dirk Retzlaff, Thomas Tartemann
10. Mai 2016, 09:07 Uhr
Foto: firo

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Ein Leipziger Aufstiegsheld wird am Pfingstsonntag beim Saisonfinale in der wahrscheinlich ausverkauften Duisburger Arena nur humpeln können.

Ralf Rangnick zog sich am Sonntag beim Aufstiegsjubel einen Muskelfaserriss zu. Dumm gelaufen. Allerdings ist der Mann nur Trainer, die Verletzung wird sich nicht auf die Qualität der Mannschaft auswirken. Für den MSV ist es das finale Punktspiel, um Relegationsplatz 16 zu retten. Unter normalen Voraussetzungen wäre Leipzig als Tabellenzweiter der haushohe Favorit, die Bullen hätten genügend qualifiziertes Personal an Bord, um die Zebras auseinander zu nehmen. Aber der Leipziger ist vom Aufstiegsglück beseelt, die Sonne scheint, das Leben ist schön. Auf der anderen Seite: Leipzig wird nicht in aller Freundschaft nach Duisburg reisen. Die Sachsen, die ohnehin ein Imageproblem haben, werden sich nicht nachsagen lassen wollen, dass sie ein Spiel abschenken.

Wir haben es selbst in der Hand. Wenn wir gewinnen, können die anderen machen, was sie wollen
Enis Hajri

Der MSV wird am Sonntag auf Sieg spielen müssen, alles andere wäre grob fahrlässig, ein Spiel mit dem Feuer. Konkurrent FSV Frankfurt liegt punktgleich mit Duisburg auf dem 17. Rang, dahinter folgt der SC Paderborn mit einem Punkt Rückstand. Beide Mannschaften würden mit Siegen am MSV vorbeiziehen, wenn das Team von Trainer Ilia Gruev sein Spiel gegen Leipzig nicht gewinnt. Frankfurt empfängt die gerade geretteten Münchener Löwen. Was für Leipzig gilt, gilt auch für 1860: Wie sehr wird sich das Team noch reinhängen? Auf der anderen Seite: Frankfurt weiß gar nicht mehr, wie es ist, zu punkten, geschweige denn, ein Spiel zu gewinnen. Sechs Niederlagen in Folge, die letzten vier Schlappen gehen auf das Konto von Feuerwehrmann Falko Götz, der aber noch den Wasserschlauch sucht. Und es brennt und brennt lichterloh weiter.

Schlusslicht Paderborn ist auf dem Papier auch nur Außenseiter. Doch Gegner 1. FC Nürnberg hat andere Dinge im Kopf als den Abstiegskampf der Liga. Nur vier Tage später bestreiten die Clubberer ihr erstes Relegationsspiel um den Bundesliga-Aufstieg. Da sich nicht nur Trainer Muskelfaserrisse zuziehen können, wird der Nürnberger Übungsleiter René Weiler seinen Jungs in Paderborn vermutlich mit auf den Weg geben, auf ihren Körper zu achten. Es würde nicht überraschen, wenn sich Kevin Möhwald, einer der herausragenden Akteure im Mittelfeld, auf ein freies Pfingstwochenende freuen darf. Der Ex-Erfurter ist mit vier gelben Karten belastet. Ansonsten haben sich die übrigen Nürnberger Sünder in den letzten Wochen sehr geschickt angestellt: Keinem weiteren Spieler droht in Paderborn eine Sperre für das erste Relegationsspiel.

MSV-Abräumer Enis Hajri will nicht auf die anderen schauen, sondern mit seinen Kollegen am Sonntag selbst die Hausaufgaben erledigen. „Wir haben es selbst in der Hand. Wenn wir gewinnen, können die anderen machen, was sie wollen“, sagt der vielseitige Defensivmann der Zebras. Das stimmt nicht ganz, denn theoretisch könnte der FSV Frankfurt den MSV noch überholen, wenn er gegen 1860 München einen Kantersieg feiert. Das Szenario: Der MSV gewinnt 1:0, Frankfurt siegt 5:0 – dann wäre der MSV Duisburg aus der 2. Liga abgestiegen.
Doch das ist genauso unwahrscheinlich wie dieses Szenario: Der MSV siegt 3:0, Fortuna Düsseldorf verliert bei Eintracht Braunschweig 0:3. Dann wäre der MSV 15., direkt gerettet und müsste nicht in die Relegation. Es würde aber in diese verrückte Saison passen.

Autor: Dirk Retzlaff, Thomas Tartemann

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