Uli Hoeneß hatte angedeutet, Mats Hummels habe sich dem FC Bayern angedient. Der Spieler wies das scharf zurück – und beim BVB war man sauer.

BVB

Hummels erbost über Hoeneß-Äußerungen

Sebastian Weßling
30. April 2016, 21:10 Uhr

Uli Hoeneß hatte angedeutet, Mats Hummels habe sich dem FC Bayern angedient. Der Spieler wies das scharf zurück – und beim BVB war man sauer.

Marcel Schmelzer überlegte. Eine Sekunde, zwei, drei. Dann kam ein zwar diplomatisch verpackter, aber inhaltlich überraschend scharfer Satz heraus: „Ich denke, dass vor allem die eine oder andere Äußerung vom Freitag dazu beigetragen hat, dass die Stimmung so war, wie sie war“, sagte der Abwehrspieler von Borussia Dortmund dann. Es war ein Satz, der sich auf die Pfiffe bezog, die Mats Hummels während des 5:1-Siegs gegen den VfL Wolfsburg erdulden musste – und es war ein für einen Spieler bemerkenswert direkter Angriff auf Uli Hoeneß. Der hatte tags zuvor de FC Bayern empfohlen, die Tür zu öffnen, wenn ein Spieler wie Hummels anklopfe – was allgemein so interpretiert wurde, als habe sich Hummels beim FC Bayern angedient.

Ein Satz, der nicht nur Schmelzer empörte: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erklärte den Journalisten in den Katakomben des Stadions ungefragt: „Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren, auch nicht von Leuten außerhalb des Vereins.“ Eigentlich habe er die Äußerungen von Hoeneß gar nicht kommentieren wollen. „Er hat ja derzeit keine Funktion und ist nur so eine Art Edelfan“, so Watzke. „Mein Ansprechpartner ist Karl-Heinz Rummenigge und der hat sich bis jetzt absolut korrekt verhalten und auch geäußert.“

Das ist der größte Humbug, den ich je gehört habe
Mats Hummels

Rummenigge war es auch, der sich im Laufe des Samstagnachmittag mühte, die Scherben wieder zusammenzukehren: Hoeneß habe da wohl etwas falsch verstanden, der Kontakt sei vom FC Bayern ausgegangen. Das Hin und Her wirkte wie aus der Vergangenheit gewohnte Sticheleien der Münchner in Richtung Dortmund angesichts des anstehenden Pokalfinales – doch es waren wohl eher Anzeichen eines internen Machtkampfes zwischen Hoeneß, der wieder nach der Macht im Verein strebt, und Rummenigge, der seine Position festigen will. Denn für die anstehenden Gespräche der Münchner mit dem BVB-Kapitän dürften solche Störfeuer wenig hilfreich sein – was auch die Reaktion von Hummels selbst verriet: „Ich habe mich nirgendwo angeboten, das ist der größte Humbug, den ich je gehört habe“, sagte er in aller Deutlichkeit. „Das habe ich nicht nötig.“

Autor: Sebastian Weßling

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