Der Angriff, der die Begegnung zwischen dem TV Jahn Hiesfeld und der Ratinger Germania endgültig entschied, war zugleich der sehenswerteste.

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Hiesfelds Heimserie hält auch gegen Ratingen

Timo Kiwitz
20. März 2016, 14:49 Uhr
Foto: Heiko Buschmann

Foto: Heiko Buschmann

Der Angriff, der die Begegnung zwischen dem TV Jahn Hiesfeld und der Ratinger Germania endgültig entschied, war zugleich der sehenswerteste.

Rund 40 Meter vor dem gegnerischen Tor behauptete der eingewechselte Lukas Kratzer den Ball in zentraler Position und flankte nach rechts in die Schnittstelle, wo mit Adrian Rakowski ein weiterer Einwechselspieler durchgestartet war. Rakowski behielt die Übersicht und schob den Ball in die Mitte. Gino Mastrolonardo besorgte den Rest und traf in der 85. Minute zum 3:1 (1:0)-Endstand. Stolze zehn Punkte haben die „Veilchen“ damit in den ersten vier Partien des neuen Jahres gesammelt und sich damit im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Oberliga in eine sehr gute Ausgangslage gebracht.

„Jetzt kann ich ganz beruhigt in den Skiurlaub fahren“, atmete Trainer Thomas Drotboom nach dem dritten Heimsieg unter seiner Führung durch. Der Jahn-Coach machte sich noch am Abend auf den Weg nach Obertauern, am Gründonnerstag haben beim Auswärtsspiel in Essen die beiden Co-Trainer Uwe Roscher und Markus Kay das Sagen.

Nach den auch spielerisch überzeugenden Erfolgen über Duisburg und Meerbusch, taten sich die Hiesfelder gegen Ratingen lange richtig schwer. Auch Drotboom machte diesmal einige Defizite aus, darüber reden wollte der Übungsleiter hinterher aber nicht. Viel lieber schwärmte der 49-Jährige einmal mehr von der großen Einsatzbereitschaft seiner Schützlinge: „Was die Jungs kämpferisch wieder rausgehauen haben, war einfach geil. Bei allen ist richtig Feuer drin. So macht mir das großen Spaß.“

Zwikirsch schlitzohrig

Allerdings traf der TV Jahn diesmal auf ein Team, das sich nach den vielen Misserfolgen der jüngeren Vergangenheit ebenfalls voll reinhängte und dem Hiesfelder Aufbau das Kombinieren mit enormer Aggressivität schwer machte. So operierten die Hausherren notgedrungen fast durchweg mit langen Bällen auf den kopfballstarken Maik Goralski, der nach gewonnen Zweikämpfen am gegnerischen Sechzehner aber nur selten einen Abnehmer fand.

Bei der 1:0-Führung durch Joel Zwikirsch half Ratingen dann mächtig mit. Der Hiesfelder Angreifer nutzte ein Missverständnis von Gästeverteidiger Orhan Dombayci und dessen Keeper Dennis Raschka aber auch schlitzohrig aus und lupfte den Ball über Raschka in die Maschen (13.). Zum Jubeln trafen sich alle „Veilchen“ bei Mitspieler Ekin Yolasan, der die Partie nach seinem in Oberhausen erlittenen Kreuzbandriss auf Krücken ganz nah an der Ersatzbank verfolgte und auf dem Feld durchaus ordentlich durch Jan Pirschel ersetzt wurde.

In der Folge blieben Chancen auf beiden Seiten Mangelware – bis Mastrolonardo den Ball nach einem Ratinger Klärungsversuch zurück in den Strafraum hob, die Germania-Defensive auf Abseits spekulierte und Innenverteidiger Kevin Corvers seine erneut starke Leistung mit dem 2:0 krönte (58.).

Weil der ansonsten defensiv sehr sichere Kevin Kolberg in seinem 100. Oberliga-Spiel für Hiesfeld das Spielgerät dann einmal unglücklich ins Zentrum beförderte, Ratingen schnell schaltete und Timo Krampe Jahn-Keeper Kevin Hillebrand keine Chance ließ, wurde es noch einmal spannend – 2:1 (72.). Rakowski hätte kurz darauf schon für Erleichterung sorgen können, traf aber aus 18 Metern nur den Pfosten (75.).

Zehn Minuten darauf hätte der 26-Jährige durchaus wieder schießen können, entschied sich aber goldrichtig für den Pass auf Mastrolonardo, der alles klar machte.

Autor: Timo Kiwitz

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