Entspannt warten die Fußballer von Borussia Dortmund in London-Stansted am Gepäckband auf ihre Koffer.

BVB

de Beer weiß, wie man ein 0:3 verspielt

Daniel Berg
17. März 2016, 09:37 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Entspannt warten die Fußballer von Borussia Dortmund in London-Stansted am Gepäckband auf ihre Koffer.

Wolfgang de Beer, den alle immer schon Teddy nennen, sitzt etwas abseits. Der Torwarttrainer des BVB ist einer von zwei Menschen in der schwarz-gelben Reisegruppe, die ein dunkles Geheimnis mit sich herumtragen. Er und der heutige Event-Manager Norbert Dickel standen damals in der Anfangsformation, als die Borussia das erste und einzige Mal in seiner Europapokalgeschichte einen 3:0-Vorsprung aus dem Hinspiel noch verspielte. Im Dezember 1987 war das. Und de Beer hütete beim 0:5 nach Verlängerung im Rückspiel beim FC Brügge das Tor.

Warum das interessant ist? Weil vor knapp einer Woche der BVB im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Tottenham Hotspur mit 3:0 gewann und am Donnerstagabend (21.05 Uhr) genau eine solche Blamage wie vor fast 30 Jahren verhindern will.

"Es hat schon so einige Überraschungen in der Europapokalgeschichte gegeben", mahnte Michael Zorc am Mittwoch vor dem Abflug in Dortmund. Er fehlte damals im UEFA-Pokal-Achtelfinale verletzt und weilte in München zu medizinischen Behandlungen. De Beer erlebte das Debakel aus nächster Nähe. "Der Boden war schwierig zu spielen, steinhart gefroren. Wir haben ziemlich schnell mit 0:1 hinten gelegen." Der Keeper erinnert sich weiter an einen Pfostenschuss seines Mitspielers Frank Mill. Dann nahm das Unglück seinen Lauf. "Wir haben einen Elfmeter gegen uns bekommen und am Ende der regulären Spielzeit stand es 0:3. Noch ein Elfmeter in der Verlängerung. 0:5 am Ende."

Lange ist das her, Gras ist über die Sache gewachsen. Welchen Tipp kann der 52-Jährige der aktuellen BVB-Generation geben? "Wir müssen das Spiel gewinnen wollen und das 0:3 aus dem Hinspiel vergessen. Es wird schwer werden und Tottenham sicher sehr viel Druck machen. Aber ich denke wir werden ein gutes Ergebnis erzielen."

Trotzdem bleibt die Frage: Wie verspielt man ein 0:3? Haben de Beer und Co. den Gegner damals unterschätzt? "Nein", sagt der Mann mit den legendär krummen Fußballer-Beinen. "Irgendwann war es ein Selbstläufer, wir konnten uns nicht mehr befreien."

An eine weitere Sache aus dem Jahr 1987 erinnert sich der Torhüter aber noch. "Unglückseligerweise habe ich genau drei Tage nach dem Spiel geheiratet. Aber alle meine Mitspieler sind erschienen und es war eine schöne Feier. Und noch heute bin ich mit der gleichen Frau verheiratet", schmunzelt de Beer.

Autor: Daniel Berg

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren