Nach 567 Tagen hat die SpVg Schonnebeck zum ersten Mal wieder einen Punktverlust am Schetters Busch hinnehmen müssen.

Schonnebeck

Erster Punktverlust zuhause trotz Phantomtor

Hendrik Niebuhr
13. März 2016, 18:17 Uhr
Foto: Michael Gohl

Foto: Michael Gohl

Nach 567 Tagen hat die SpVg Schonnebeck zum ersten Mal wieder einen Punktverlust am Schetters Busch hinnehmen müssen.

Im Derby gegen den ETB SW Essen langte es aufgrund einer schwachen ersten Halbzeit nur zu einem 2:2. Zur Halbzeitpause sah es nach den ETB-Treffern von Cedric Vennemann (8.) und Erkan Ari (45.) sogar nach der ersten Heimniederlage der Schwalben aus. Die Spielvereinigung fand im ersten Abschnitt vor 679 Zuschauern überhaupt nicht zu ihrem Spiel. ETB verteidigte klug und geschickt und schlug vorne zweimal eiskalt zu. "Der Halbzeitstand ging in Ordnung", meinte sowohl Schonnebeck-Trainer Dirk Tönnies als auch ETB-Coach Toni Molina.

Tönnies reagierte und brachte mit Emrah Cinar und Arian Reimann zur zweiten Halbzeit zwei frische Kräfte und stellte in der Abwehr von Dreier- auf Viererkette um. Eine Maßnahme, die aufging. Die Hausherren bekamen viel mehr Kontrolle, ließen den Ball deutlich sicherer und zielstrebiger nach vorne laufen und schnürten Schwarz-Weiß in der eigenen Hälfte ein. Dennoch hätte es kurz nach dem Seitenwechsel beinahe 0:3 geheißen. Chamdin Said nahm einen katastrophalen Rückpass von Denis Dluhosch auf, scheiterte jedoch am stark reagierenden Andre Bley im Schonnebecker Tor. "Wenn der reingeht, ist der Drops gelutscht", glaubte Molina. ETB-Kapitän Sebastian Michalsky wollte dem Torjäger allerdings keinen Vorwurf machen: "Chamdin hat uns schon genügend Punkte gesichert."

Stattdessen blieben die Hausherren im Spiel. Zunächst scheiterte der eingewechselte Cinar zwar noch am bärenstark reagierenden Keeper Tobias Ritz. Doch der ETB-Routinier verteilte kurz darauf selbst ein absolutes Geschenk. Ein Abstoß rutschte Ritz völlig vom Schlappen und rollte geradewegs vor die Füße von Berkay Öz, der alleine aufs Tor zulaufen konnte und sicher zum Anschluss traf (64.). Es entwickelte sich eine hitzige Schlussphase, in der schließlich auch Schiedsrichter Marcel Donath immer mehr in den Mittelpunkt rückte. Zunächst wurde einem weiteren Öz-Treffer wegen Abseits die Anerkennung verweigert, ehe wenige Minuten später ein Dluhosch-Kopfball von der Linie gekratzt wurde, den die Schonnebecker im Tor gesehen hatten.

Im Tor gesehen hatte der Linienrichter schließlich drei Minuten später den Schuss von Georgios Ketsatis (78.), bei dem erneut ein ETB-Abwehrmann ganz knapp vor der Torlinie zu retten schien. Selbst SpVg-Coach Tönnies war der Ansicht, dass der Ball nicht mit vollem Umfang über der Linie war und äußerte sich auf der Pressekonferenz drastisch über die Schiedsrichter-Leistung und das Phantom-Tor: "Die 22 Spieler haben heute ein richtig gutes Spiel gemacht. Unterirdisch war leider nur die Leistung des Herren in Orange." In der Nachspielzeit wurde ein weiterer Schonnebecker Treffer aufgrund eines Stürmerfouls abgepfiffen.

Letztendlich war das 2:2 aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung der Schwalben im zweiten Abschnitt der verdiente Endstand. Michalsky ärgert sich dennoch: "Wenn du 2:0 führst, sind das schon zwei verlorene Punkte."

Autor: Hendrik Niebuhr

Mehr zum Thema

Kommentieren