Der Nimbus ist geknackt. Nach 17 Spielen ohne Niederlage erwischte es Spitzenreiter SC Hassel ausgerechnet im Heimspiel gegen den Stadtteilnachbarn YEG Hassel.

Hassel

YEG triumphiert mit 2:1 im Stadtteilderby beim SCH

29. Februar 2016, 09:07 Uhr
Foto: Frank Gröner

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Der Nimbus ist geknackt. Nach 17 Spielen ohne Niederlage erwischte es Spitzenreiter SC Hassel ausgerechnet im Heimspiel gegen den Stadtteilnachbarn YEG Hassel.

Mit 2:1 (0:0) ging das Derby etwas überraschend, aber völlig verdient an den Aufsteiger. „Dreimal wollten wir gegen den SCH nach der Niederlage im Hinspiel und im Pokal in einer Saison nicht verlieren“, jubelte YEG-Kapitän Kadir Mutluer. Der Dreier gegen den übermächtig scheinenden Konkurrenten vor der Haustür wurde von den 200 YEG-Fans mit türkischen Schlachtgesängen gefeiert. Auch YEG-Trainer Oktay Güney war überglücklich: „Ich bin absolut stolz. Das war ein Riesenspiel meiner Mannschaft“, urteilte er.

Nach ganz starker erster Halbzeit belohnte sich sein Team mit zwei Treffern durch Ridvan Güleryüz (47.) und Mesut Özkaya (50.) direkt nach der Pause. Der Anschlusstreffer durch den gerade eingewechselten Julian Hellmich (62.) kam für den Tabellenführer, der vier Tage nach dem Pokal-Aus gegen den Regionalligisten SG Wattenscheid 09 nie zu seinem Spiel fand, zu spät. „Es tut mir leid für unsere Fans. Aber wenn ich schon verliere, dann am liebsten gegen Oktay. Wir kennen uns bereits 30 Jahre“, zeigte sich SCH-Trainer Thomas Falkowski als fairer Verlierer – und applaudierte seinem Gegenüber. „Wenn beide Vereine immer miteinander so umgehen würden, wie wir, hätten wir noch mehr Spaß am Fußball in Hassel“, bedankte sich Güney.

Wie Falkowski forderte er von der Stadt Gelsenkirchen eine Lösung in der Platzfrage. „Die Niederlage war verdient, hat aber nichts mit dem Pokalspiel zu tun. Es war klar, dass es uns irgendwann mal erwischen würde. Die Welt geht nicht unter.“ So verständnisvoll „Falke“ mit der Situation umging, so hart ging er mit einigen Fans des SCH ins Gericht, die hinter der Trainerbank ihrem Unmut freien Lauf ließen. „Mir ist scheißegal, wer das war. Aber wenn ich nach so einem Spiel höre, wie schlecht wir sind, dann fällt mir dazu nichts mehr ein.“

Während der SC Hassel vor dem Spitzenspiel beim Verfolger Delbrücker SC jetzt nur noch fünf Punkte Vorsprung hat, schaut YEG langsam nach oben. „Wir wollen unter die ersten Fünf“, erklärte Mutluer.

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