Manuel Riemann hatte ein paar Tage nach dem Pokalspiel gegen den FC Bayern München noch genügend Adrenalin im Blut, um seinem Unmut freien Lauf zu lassen.

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Riemann blickt „megastolz“ auf Jahresauftakt zurück

15. Februar 2016, 08:57 Uhr
Foto: firo

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Manuel Riemann hatte ein paar Tage nach dem Pokalspiel gegen den FC Bayern München noch genügend Adrenalin im Blut, um seinem Unmut freien Lauf zu lassen.

Allerdings fiel seine Wortwahl gegenüber Arjen Robben schon ein wenig besonnener aus, als unter dem direkten Einfluss des Spiels: „Ich finde es einfach sportlich unfair, wenn sich so ein klasse Spieler wie Arjen Robben immer gleich fallen lässt. Das hat er nicht nötig.“

Zu der Leistung seiner Mannschaft sagte er dann aber auch unmissverständlich: „Ich habe 30 Minuten gesehen, in den beiden Teams nicht weit auseinander waren. Ich bin megastolz auf meine Mannschaft. Sowohl auf den Auftritt gegen Freiburg, als auch gegen die Bayern.“

Der gehaltene Elfmeter gegen Thomas Müller war nicht das Produkt einer längeren Planung. Riemann: „Der schießt so viele Elfmeter und immer anders, ich habe mich einfach auf meinen Instinkt verlassen.“ Und dann blickte der Schlussmann des VfL, der sich gleich zum Jahresauftakt wieder mehr und mehr in die Herzen der Fans gespielt hat, nach vorne: „Nürnberg ist für uns ein Schlüsselspiel, aber noch kein Endspiel.“ Denn aus seiner Erfahrung weiß er, dass selbst große Punktrückstände in der Frühlingssonne dahinschmelzen können. „Ich erinnere mich mal an den VfL Osnabrück, der drei Runden vor Saisonende sieben Punkte Rückstand hatte und am Ende vorne stand.“

Doch so weit will der Keeper es in Franken am Abend gar nicht erst kommen lassen: „Dass Nürnberg zu Hause noch ungeschlagen ist, sollte zusätzliche Motivation sein.“ Und der Torwart hat Nürnberg-Erfahrung. „Vor zwei Jahren kam der Club nach Sandhausen, da haben wir sie in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschaltet.“ Im Mittelpunkt dabei stand Manuel Riemann, der im Elfmeterschießen zweimal triumphierte und Garant für den Erfolg war.

Schon in der Hinrunde startete der VfL furios, verlor dann aber im Herbst den sportlichen Faden und landete in einer Ergebniskrise. Riemann blickt zurück: „Ich denke, es hat uns wahnsinnig stark gemacht, dass wir uns aus dieser extremen Situation herausgezogen haben. Das Selbstvertrauen ist gestiegen und wir haben uns hier und da überall um ein Paar Prozent verbessert.“

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Als besonders Hilfreich stellt der Schlussmann die Vorbereitung heraus: „Auch wenn es nur Testspiele sind, wenn du wie wir gegen Erstligisten, die in der Tabelle auf Rang drei, vier und fünf rangierten, gewinnst, dann spürst du, was alles möglich ist und das ist immer positiv.“

Wichtig in den letzten Tagen war für Manuel Riemann, dass vor dem richtungsweisenden Auftritt an der Noris der Kopf wieder klar ist: „Bayern muss aus den Köpfen raus und wir haben alle versucht schnell zu regenerieren.“ Bochums neue Nummer eins weiß, dass in Nürnberg Schwerstarbeit auf den VfL zukommt. „Deshalb ist die Voraussetzung, dass wir uns an der Leistung messen, die wir in den ersten beiden Pflichtspielen des Kalenderjahres gezeigt haben.“

Der 27-Jährige, der als Erster in der Winterpause den Mut hatte, das Wort Aufstieg in den Mund zu nehmen, ist felsenfest davon überzeugt, dass unabhängig vom Nürnberger Spielausgang in dieser Liga für den VfL noch etwas geht: „Ich will raus ins Oberhaus und zwar so schnell wie möglich. Da wäre ein Sieg in Nürnberg ein Beschleuniger.“

Bochums Rückennummer 33 hat wohlwollend registriert, dass seine Vorderleute wie Patrick Fabian, Timo Perthel, Stefano Cellozzi und Anthony Losilla ihre Verträge mittlerweile langfristig verlängert haben. Der Schlussmann, der selbst noch zwei weitere Jahre unter Vertrag steht, ist begeistert: „Das ist die Basis für eine erfolgreiche Zukunft.“

Und dass die Abwehr derzeit wie ein Bollwerk steht beweist auch, dass - klammert man die Bayern-Partie aus - der VfL zuletzt in vier Spielen ohne Gegentreffer blieb.

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