Der 49-Jährige Günter Abel blickt auf eine gute Homberger Zeit zurück. Im Jahr 2016 will der Coach wieder an der Seitenlinie stehen.

Ex-VfB-Trainer

Abel ist bereit für neue Aufgaben

Thomas Tartemann
01. Januar 2016, 20:34 Uhr
Foto: Ketzer

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Der 49-Jährige Günter Abel blickt auf eine gute Homberger Zeit zurück. Im Jahr 2016 will der Coach wieder an der Seitenlinie stehen.

Die vergangenen Monate waren für Günter Abel ungewohnt. Der 49-Jährige, sonst immer unter Starkstrom, konnte sich ganz auf seine Familie und seinen Job bei der Energieversorgung Oberhausen konzentrieren. Nach dem Oberliga-Abstieg mit dem VfB Homberg im vergangenen Sommer blieb die Fußball-Trainingstasche des Coaches unangetastet im Keller. Doch das soll sich im Jahr 2016 wieder ändern. Abel mit einem Augenzwinkern: „Meine Frau Anja hat mir zu verstehen gegeben, dass ich mal langsam zusehen soll, wieder etwas zu machen. Wir sind seit 25 Jahren verheiratet. So langsam gehe ich ihr auf den Keks.“

Mit dem VfB Homberg haben sich Günter Abel und sein Bruder Volker, der ihm am Rheindeich als Assistent zur Seite stand, auf ein Vertragsende geeinigt. Die Homberger kündigten den noch bis Sommer 2016 laufenden Vertrag des Duos. Vor dem Arbeitsgericht wurde ein Vergleich ausgehandelt.

Abel: „Wir sind jetzt wieder frei für neue Aufgaben.“ Dabei kann es die Abel-Brüder im „Paket“ geben, allerdings ist es keine Bedingung. „Volker und ich haben uns immer gut ergänzt, aber es ist keinesfalls Bedingung, dass wir auch künftig nur gemeinsam etwas machen. Mal sehen, was sich so ergibt.“ Günter Abel ist zum einen die Perspektive wichtig, aber darüber steht für ihn noch, „dass die Aufgabe Spaß machen muss. Das ist das A und O.“

Insgesamt ein positives Fazit

Obwohl das Ende in Homberg mit dem sang- und klanglosen Abstieg, der durch 22 Niederlagen in 34 Spielen besiegelt wurde, deprimierend ausfiel, zieht Abel rückblickend ein positives Fazit. „Ich habe gerne beim VfB gearbeitet. Es waren sechs erfolgreiche Jahre, nur das letzte hat eben nicht gepasst. Im Nachhinein hätte man das Ganze vor einem Jahr im Winter beenden müssen, um vielleicht neue Impulse zu setzen. Aber wir waren der Meinung, dass wir es wieder hinkriegen können.“

So wie bei Abels Amtsantritt im Dezember 2008. Der VfB Homberg dümpelte mit acht Zählern am Tabellenende. Mit Günter und Volker Abel holte der bereits abgeschriebene VfB anschließend 33 Rückrunden-punkte und blieb drin. In der letzten Saison passte es bei den Linksrheinischen insgesamt nicht, das Nachjustieren in der Winterpause blieb ohne Knalleffekt. Vorne lief Stürmer Almir Sogolj konkurrenzlos seiner Form hinterher, hinten wackelte der VfB bedenklich und tauschte seine Rolle der unbequemen, aggressiven Mannschaft mit der einer Schießbude.

„Es kribbelt wieder“

Inzwischen haben sich die Homberger komplett neu aufgestellt und liegen zumindest so vielversprechend im Rennen, dass bei gutem Start in die Restrunde eine sofortige Rückkehr in die Oberliga nicht ausgeschlossen ist. „Ich freue mich für die Jungs, mit denen ich bis zum letzten Sommer noch zusammengearbeitet habe und die jetzt wieder in der Erfolgsspur sind“, sagt der Ex-Remscheider. Wohin es Günter Abel demnächst ziehen wird, ist noch offen. „Links und rechts“, sagt der Nordsee-Fan, „höre ich schon mal etwas. Aber ich gehe niemals als Beobachter zu Vereinen, bei denen ein Trainerkollege wackelt.“

Grundsätzlich ist Günter Abel bereit für neue Herausforderungen: „Die ersten Monate nach dem Engagement beim VfB Homberg waren angenehm. Da konnte ich etwas auftanken, weil das Ganze schon viele Körner gekostet hat. Aber nach drei, vier Monaten ohne Fußball kribbelt es wieder.“

Autor: Thomas Tartemann

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