Am letzten Landesliga-Spieltag vor der Winterpause stand das Derby zwischen Arminia Klosterhardt und Blau-Weiß Oberhausen auf dem Programm.

Klosterhardt - BWO

Erst Langeweile, dann Augenschmaus

Christian Lock
13. Dezember 2015, 21:21 Uhr
Foto: Ketzer

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Am letzten Landesliga-Spieltag vor der Winterpause stand das Derby zwischen Arminia Klosterhardt und Blau-Weiß Oberhausen auf dem Programm.

Auf der Sportanlage am Hans-Wagner-Weg bekamen die Zuschauer beim 3:1-Sieg der Arminia zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten zu sehen. Zwar wurden beide Hälften durch ein frühes Tor eröffnet, die Tore hatten dabei aber extrem konträre Konsequenzen auf den jeweils folgenden Spielverlauf. Während die erste Halbzeit nach dem wunderschönen Tor von Blau-Weiß' Sturmspitze Seggio praktisch ohne irgendwelche zwingenden Torchancen auf beiden Seiten dahinplätscherte, führte der Ausgleichstreffer von Drechsler unmittelbar nach Wiederanpfiff letztlich zu einem offenen Schlagaustausch der Kontrahenten.

Nach der frühen Führung der Gäste in der 7. Spielminute machten diese komplett dicht. Nach vorne hin passierte in der ersten Hälfte von Blau-Weißer Seite gar nichts mehr. In Kombination mit der hierauf folgenden erschreckenden Ideenlosigkeit der Gastgeber blieben die Torchancen in Durchgang eins praktisch vollständig aus.

Zu ihrem Unglück kehrten die Jungs von Blau-Weiß-Coach Thorsten Möllmann dann scheinbar etwas verschlafen aus ihren Kabinen zurück und kassierten prompt den Ausgleich. Das sorgte für eine Wiederbelebung des schon tot geglaubten Derbys. Die folgenden 45 Minuten wurden in Umkehrung des bisherigen Spielverlaufs zu einem wahren Augenschmaus für die anwesenden Zuschauer. Spätestens nach dem 2:1-Führungstreffer der Arminia jagte eine Großchance die nächste. Die Öffnung der Defensive tat den Blau-Weißen rückblickend zwar nicht allzu gut, bescherte dem Publikum aber einen äußerst unterhaltsamen Fußball-Nachmittag.

Obwohl die Partie gerade ob des Chancen-Gleichgewichts als Musterexemplar eines ausgeglichenen Matches betrachtet werden könnte, sahen beide Trainer ihr eigenes Team jeweils klar im Vorteil. So meinte Blau-Weiß-Coach Möllmann nach der Partie: "Die letzte halbe Stunde gehörte uns. Wir hatten vier todsichere Torchancen und außerdem wurde uns ein Elfmeter nicht gegeben. Peter Müller steht frei vorm Tor. Beim Training schießt der das Netz kaputt und hier schießt er dem Torwart die Kugel direkt in die Arme. Da wäre mit ein bisschen Glück noch was drin gewesen. Das war ein schmeichelhafter Sieg für die Arminia."

Klosterhardts Coach Hans-Günther Bruns hatte eine andere Sicht der Dinge: "Uns fehlte aufgrund des Ausfalls unseres etatmäßigen Sturms zunächst ein bisschen die Durchschlagskraft. In der Halbzeit habe ich gefordert, druckvoller nach vorne zu agieren und das hat die Mannschaft dann auch ordentlich gemacht. Ich gehe davon aus, dass unser Sieg schon allein aufgrund der Tormöglichkeiten absolut verdient war."

Autor: Christian Lock

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