Den 14. November 2015 wird Rene Lewejohann nicht mehr vergessen.

"Lewe" bei Asas Abschied

"Bin gespannt, was der Dicke kann"

Krystian Wozniak
24. November 2015, 12:32 Uhr
Foto: firo

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Den 14. November 2015 wird Rene Lewejohann nicht mehr vergessen.

Das war der Tag nach den schrecklichen Terroranschlägen in Paris und der Samstag, an dem Gerald Asamoah seine letzte Schicht auf Schalke absolvierte. Mittendrin war Lewejohann. RS sprach mit dem 31-jährigen ehemaligen Schalker, der zwischen 2005 und 2007 für die Reserve der Königsblauen 51 Pflichtspiele (13 Tore) bestritt über das Abschiedsspiel für "Asa".

Rene Lewejohann, mittlerweile sind zehn Tage nach Asas letzter Schicht vergangen. Sie standen vor 61.000 über eine halbe Stunde lang auf dem Platz und trugen "Asa" auf den Schultern. Wie sehen Sie das alles rückblickend?
Ich habe immer noch eine Gänsehaut und bin begeistert. Dass 'Lewe' mal bei so einem großen Event dabei sein würde, macht mich richtig stolz. Nach den Terroranschlägen war die Organisation alles andere als einfach, aber es ist perfekt gelaufen. Diese schillernde Figur Gerald Asamoah hat so einen Abschied verdient. Er hatte immer wieder mit Rassismus zu kämpfen, nicht zu vergessen seinen Herzfehler, doch 'Asa' ist immer wieder aufgestanden und blieb derselbe Mensch. Er ist ehrlich, echt - einfach Gerald Asamoah. Deshalb war die Arena auch ausverkauft. So ein Abschiedsspiel sucht meiner Meinung nach in Deutschland seinesgleichen. Ich bin mir sicher, dass Asamoah auch ein Stadion mit 90.000 Zuschauern gefüllt hätte.

Wie kam es denn letztendlich dazu, dass Sie mittendrin statt nur dabei waren?
Ich habe einen engen Kontakt zur Familie Asamoah und bin mit 'Asa' gut befreundet. Ich habe ihm gesagt, dass er mich da nicht aufstellen sollte, denn ich habe das nicht verdient. Er hat mit so großen Spielern zusammengespielt. Was will da ein 'Lewe'? Aber er bestand darauf und setzte mich zumindest auf die Reserveliste. Einen Tag vorher habe ich dann von der Marketingabteilung einen Anruf erhalten und wurde gefragt, was ich denn am Samstag vorhaben würde. Ich antwortete, dass ich Karten für das Asamoah-Abschiedsspiel habe. Da sagte man mir, dass ich auch gerne vor 61.000 da unten auf der Wiese mitzocken könnte. Da musste ich natürlich nicht lange überlegen (lacht).

Da waren ja etliche ehemalige Bundesliga-Stars mit von der Partie. Wen kannten Sie, wer kannte Rene Lewejohann?
Das unterschätzt man wahrscheinlich ein wenig. Ich kannte fast jeden, natürlich nicht alle persönlich, aber alle von irgendwo her. Und mich? Da werden Sie sich wundern: Egal, ob Jiri Nemec, Mike Büskens, Alexander Baumjohann oder Kevin Kuranyi: Sie haben mich alle herzlichst begrüßt und wir hatten Spaß. Sie haben sich an den bekloppten 'Lewe' erinnert. Ich war immer ein Typ, den man kennengelernt und nicht so schnell wieder aus seinem Kopf gekriegt hat. Leider wurde ich immer wieder durch Verletzungen weit zurückgeworfen. So dass es zu der ganz großen Karriere nicht reichte. Aber im Amateurbereich bin ich durchgestartet. Immerhin bin ich vier Mal in die Regionalliga aufgestiegen und das immer als Stammspieler.

Jupp Heynckes und Rudi Völler waren am 14. November Ihre Trainer. Was haben die denn zu ihrem Fitnesszustand gesagt?
(lacht) Ich habe mitbekommen, dass Völler bei meiner Einwechselung zu Heynckes folgendes gesagt hat: 'Jupp, ich bin mal gespannt, was der Dicke kann' Und als der Dicke einen Traumpass auf Idrissou spielte und diesen auf die Reise schickte, staunte Völler nicht schlecht. Das habe ich gesehen. Ja, ich hab natürlich ein paar Kilo zu viel, spiele aber auch nur noch in der Bezirksliga für den BV Herne Süd.

Was werden Sie von diesem Abend mitnehmen?
Ich werde diesen Tag immer in Ehren halten und meinen Enkelkindern davon erzählen. Es war ein wirklich gigantischer Tag, mit einem gebührenden Abschied für Gerald Asamoah, den er sich so sehr verdient hat.

Autor: Krystian Wozniak

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