Der FC Schalke 04 kämpfte sehr leidenschaftlich, verlor aber gegen den FC Bayern mit 1:3 (1:1). Wir haben die Stimmen zum Spiel gesammelt.

Schalke-Stimmen

Goretzka zeigt sich selbstkritisch

22. November 2015, 09:38 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Der FC Schalke 04 kämpfte sehr leidenschaftlich, verlor aber gegen den FC Bayern mit 1:3 (1:1). Wir haben die Stimmen zum Spiel gesammelt.

In der 36. Minute stürmte [person=6416]Leon Goretzka[/person] mit dem Ball am Fuß los. 1:1 stand es zwischen Schalke und dem FC Bayern, der so übermächtige Rekordmeister hatte große Probleme mit den königsblauen Kontern. Dann bot sich Goretzka die große Chance. Er sprintete in die Münchener Spielhälfte, die Schalker hatten sogar Überzahl. Goretzka sah den startenden [person=13777]Leroy Sané[/person], doch er behielt den Ball und schloss selbst überhastet ab. Leichtfertig vergeben! Schalke verlor noch mit 1:3 (1:1) - und nach dem Abpfiff trauerten viele Schalke vor allem dieser Chance hinterher.

"Wir stehen mit fünf Spielern gegen drei Münchener", erklärte Schalke-Manager Horst Heldt und ergänzte: "Leon hat den entscheidenden Moment verpasst, um Leroy zu schicken. Den hätte keiner mehr eingeholt." Trainer André Breitenreiter nannte keine Namen, sagte aber klar: "Wir haben viele Umschaltsituationen mit dem letzten Pass nicht gut ausgespielt, da war schon in der ersten Halbzeit mehr möglich." Deutlicher hätte er die Kritik an Goretzka nicht umschreiben können.

Goretzka gab sich selbstkritisch: "Es ist nicht so, dass ich eine andere Idee hatte. Ich hätte den Ball einfach viel früher abspielen müssen. Da haben sich die Kollegen zurecht geärgert. Ich habe den richtigen Zeitpunkt verpasst, am Ende stand Leroy wohl leicht im Abseits. Wenn ich direkt spiele, haben wir vielleicht noch mal eine große Torchance."

Wir haben die Stimmen zum Spiel gesammelt.

André Breitenreiter (Trainer FC Schalke 04): "Wir sind etwas enttäuscht, denn die Jungs haben ein klasse Spiel gemacht. Wir haben ein taktisch hervorragendes Spiel abgeliefert. Wir haben uns bewusst für eine Fünferkette entschieden, um die offensiven Außenspieler der Bayern, die immer in Eins-gegen-eins-Situationen gebracht werden, zu binden. Da war über lange Zeit keine Eins-eins-Situation möglich. Wir haben die Bayern gedoppelt, haben die Räume eng gemacht, uns abgesichert und deshalb fast keine Chance zugelassen. Ein abgefälschter Schuss bringt uns unglücklich in Rückstand. Die Jungs haben trotzdem den Kopf hochgenommen und weiter gut verteidigt. Sie haben keinen Doppelschlag zugelassen, wie es vielen anderen Mannschaften passiert ist. Durch eine super Umschaltsituation über Leroy Sané und Max Meyer kommen wir zum 1:1. Dann waren wir richtig drin im Spiel. Trotzdem haben wir es nicht vernachlässigt, gut zu stehen. Nach der Halbzeit haben wir in Torraumnähe nichts zugelassen, auch da hatten wir selbst eine gefährliche Situation durch Leroy, als er vor dem Tor verzieht. Ein Fehler wurde dann gnadenlos bestraft. Javi Martinez darf in dieser Situation nie frei zum Kopfball kommen. Wir haben alles versucht, erst die Fünferkette aufgelöst, dann sogar auf eine Dreierkette umgestellt, mit aller Macht auf den Ausgleich gedrängt, einen ganz jungen Burschen mit Fabian Reese reingebracht. Der hätte sich fast mit einer Torvorlage auf Joel Matip belohnt. Mit der letzten Aktion haben wir das 1:3 gekriegt."

Horst Heldt (Manager FC Schalke 04): „Man darf sich gegen die Bayern so gut wie gar nichts erlauben – wir haben uns aber in der entscheidenden Situation etwas erlaubt. Schon lagen wir mit 1:2 hinten. Da zeigt sich die Qualität der Bayern. Sie warten auf ihre Chance, und die haben sie genutzt. Der abgefälschte Schuss zum 0:1 war Pech, danach sind wir zurückgekommen. Wir haben heute das richtige Mittel gewählt. Die Fünferkette hat mir sehr gut gefallen. Das war die richtige Idee. Ob du am Ende 1:2 oder 1:3 verlierst, ist wurscht. Ein Unentschieden wäre verdient gewesen.“

Heldt über das kommende Bundesligaspiel in Leverkusen: „Es wäre nicht das erste Mal, dass wir in Leverkusen gewinnen würden. Das ist eine Mannschaft auf unserem Niveau. Da wird es eng sein, es kann so oder so ausgehen. Jeder kennt die Qualitäten von Leverkusen und auch unsere."

Ralf Fährmann (FC Schalke 04): "Natürlich ist man ein bisschen enttäuscht. Trotzdem muss ich sagen, dass wir es mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, sehr gut gemacht haben. Wir hätten ein Pünktchen vielleicht verdient gehabt. Aber die Bayern nutzen mit ihrer Qualität aber jede Chance, die sie haben, einfach eiskalt. Deshalb haben sie gewonnen."

Fährmann über die Ergebniskrise: "Es mag paradox klingen, aber das stört mich gar nicht. Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir uns in einem Umbruch befinden. Das ist einfach so. Auch in Leverkusen wird der Umbruch nicht vorbei sein. Das braucht seine Zeit. Wenn man sieht, wie wir Woche für Woche auftreten, wenn man das mit den Auftritten in der Vorsaison vergleicht, haben wir einen Schritt nach vorn gemacht. Aber wir wissen, dass wir einen langen, weiten Weg vor uns haben. So wenig, wie wir während der Siegesserie abgehoben sind, so wenig lassen wir uns jetzt in irgendetwas reinreden. Wir wissen genau, wo wir stehen, was unsere Aufgaben sind, und daran arbeiten wir. Selbst wenn wir in der Tabelle weiter abrutschen sollten: Dann ist das einfach so. Wir haben noch viel zu lernen."

Max Meyer (FC Schalke 04): "Es ist ärgerlich, wenn man nach zehn Minuten mit so einem Gegentor in Rückstand gerät. Wir haben weiter versucht, nach vorn zu spielen und hatten einige Kontermöglichkeiten. So war es auch beim 1:1. Die Bayern hatten mehr Ballbesitz, waren dominanter als wir. Dann bekommen wir ein ganz dummes Ding. Nach dem 1:2 haben wir aufgemacht. Danach kam Bayern noch zu mehr Torchancen."

So lang ist das noch gar nicht her
Meyer erinnert sich an sein erstes Bundesliga-Spiel

Meyer über die Anzahl der Pflichtspiele: "Natürlich ist es so, dass wir viele Spiele in unseren Beinen haben. Da merkt man schon in der 60., 70. Minute, dass die Beine etwas schwerer werden. Aber wir regenerieren gut während der Woche, da geht das eigentlich. Ich freue mich, dass ich viel spiele und auch viel von Beginn an spiele."

Meyer über sein 75. Bundesligaspiel: "Ich bin gerade einmal 20. Dass ich so viele Spiele mitmachen durfte, ist sehr, sehr schön. Ich kann mich an mein erstes Bundesligaspiel erinnern - so lang ist das noch gar nicht her."

Roman Neustädter (FC Schalke 04): "Wir haben nicht viel zugelassen, der FC Bayern auch nicht - bis zum 1:2 ist nichts passiert."

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren