Am Mittwoch ließ die SGS eine Transfer-Bombe platzen, als der Verein verkündete, dass Kozue Ando nach Essen wechselt.

SGS Essen

Ando-Transfer ist nicht gegen die Philosophie

24. Oktober 2015, 10:17 Uhr
Foto: firo

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Am Mittwoch ließ die SGS eine Transfer-Bombe platzen, als der Verein verkündete, dass Kozue Ando nach Essen wechselt.

Von vielen Seiten gab es hierzu kritische Stimmen, schließlich passt die 33-jährige Japanerin auf den ersten Blick überhaupt nicht in das Konzept der SGS Essen, die unter Markus Högner auf junge, meist deutsche und sogar aus der Region, Nachwuchsspielerinnen setzt. Und so eröht die Weltmeisterin durch ihren Wechsel das Durschnittsalter in Essen auch gleich um ein Jahr auf 22,3 - womit die SGS aber immer noch den viertjüngsten Kader der Liga hat.

Für der Essener Coach ist Andos Verpflichtung ganz und gar kein Widerspruch zu seiner Arbeit. Zum einen wollte die Spielerin unbedingt zurück ins Revier, ist also quasi hier zuhause, zum anderen sieht er die Japanerin als Transfer gerade für die jungen Spielerinnen. "Beim Spiel unter Druck den technisch sauberen Fußball, den ich immer fordere, aufrechtzuerhalten, das ist unser Manko. Kozue strahlt eine unheimliche Ruhe am Ball aus, ist technisch sehr versiert. Von ihre können die Jungen nur profitieren."

[infobox-right]Kozue Ando: * 09.07.1982, Utsunomiya (Japan). Im Januar 2010 wechselte sie von den Urawa Red Diamonds zum FCR (heute MSV) Duisburg, mit dem sie gleich den DFB-Pokal gewann. Anfang 2013 schloss sie sich dann dem FFC Frankfurt an, holte erneut den DFB-Pokal (2014) und die Champions League (2015). Ihr größter Erfolg war aber der Weltmeistertitel 2011 mit der japanischen Nationalmannschaft, mit der sie 2012 bei den Olympischen Spielen in London die Silbermedaille gewann.[/infobox]

Das hat sich schon in den ersten Trainingstagen gezeigt. Ando wurde "super aufgenommen", wie Högner gesehen hat. "Sie hat eine richtig nette Art und meine Spielerinnen sind froh, dass sie mit so einer weltklasse Fußballerin zusammenspielen können." Der SGS-Coach geht davon aus, dass Andos Mitwirken das Trainingsniveau noch einmal deutlich steigern wird. "Alle sind ein stückweit motivierter."

Aber nicht nur die Mannschaft wird von der Weltmeisterin (2011) und Champions-League-Siegerin, die zunächst einen Vertrag bis 2016 erhalten hat, profitieren. Auch für den Verein bedeutet der Transfer den nächsten Schritt nach vorne. Seit Jahren schon spricht Högner davon, dass den Essenerinnen eine erfahrene, internationale Spielerin fehle. Die ist mit Ando jetzt an Bord. "Kozue wird keine Wunderdinge vollbringen", weiß Högner, "aber der Verein rückt jetzt sicherlich noch mehr in den Fokus. Und so ist es auch ein Zeichen an die Konkurrenz, die regelmäßig nachlegt, dass auch Essen zu Knaller-Transfers in der Lage ist.

Wann Ando in den Spielbetrieb mit eingreifen wird, ist noch offen. Nach ihrer schweren Verletzung (Bruch des linken Sprunggelenks) ist sie zwar schon auf einem guten Weg, in Essen soll sie trotzdem die nötige Zeit erhalten, um wieder auf 100 Prozent zu kommen. Spätestens in der Rückrunde soll sie dann aber im SGS-Trikot durchstarten.

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