Einen Tag nach dem überraschenden Rücktritt von Georg Kreß als Trainer des VfB Hilden sitzt der Schock bei Vereinsboss Wolfgang Appelstiel noch tief.

Nach Kress-Rücktritt

Hildens Boss sehr überrascht

16. Oktober 2015, 18:39 Uhr
Foto: Tim Müller

Foto: Tim Müller

Einen Tag nach dem überraschenden Rücktritt von Georg Kreß als Trainer des VfB Hilden sitzt der Schock bei Vereinsboss Wolfgang Appelstiel noch tief.

"Wir hatten ursprünglich für Freitag eine Sitzung mit Mannschaft und Vorstand geplant, um die aktuelle sportliche Situation zu beleuchten", sagt der Unternehmer, der seit zweieinhalb Jahren die Geschicke beim Oberligisten leitet. „Nur zwei Stunden, nachdem wir Herrn Kreß diesen Termin mitgeteilt hatten, erklärte er uns seinen Rücktritt. Dafür habe ich kein Verständnis“, schüttelt Appelstiel den Kopf. „Dass die Ergebnisse zuletzt unbefriedigend waren, steht außer Frage, dennoch wäre es in dem Gespräch nicht um eine mögliche Entlassung von Georg Kreß gegangen. Der Ausgang war vollkommen offen. Wir wollten uns lediglich ein erstes Bild davon verschaffen, wie selbstkritisch sich die Mannschaft zeigt“, analysiert der Diplom-Verwaltungswirt die Vorgeschichte. „Mit dieser Konsequenz, die uns alle sehr überrascht hat, haben wir nicht gerechnet. Meines Erachtens war es eine völlige Überreaktion, die wir so nicht befürchtet haben und die auf mich unprofessionell wirkt“, spricht der Vorsitzende Klartext.

Dass er selbst die Person ist, mit der Kreß Differenzen hatte, steht für Appelstiel außer Frage. „Natürlich muss ich mich auch selbst hinterfragen. Genau deshalb wollten wir das Gespräch mit der Mannschaft suchen. Wir müssen in erster Linie an die Entwicklung des VfB Hilden denken. Die sportliche Negativspirale musste gestoppt werden. Leider ließ sich Herr Kreß von seiner Entscheidung aber nicht mehr umstimmen“, weiß der Geschäftsmann noch nicht, wie es sportlich weitergehen wird. „Am Sonntag sitzt Björn Scheffels auf der Bank, dem wir unser vollstes Vertrauen aussprechen. Am Montag werden wir in einer Vorstandssitzung die sportliche Lage analysieren und weitersehen."

Dass auch Appelstiel, ebenso wie Kreß, keine schmutzige Wäsche waschen will, ist deutlich zu hören. „Die ganze Sache tut mir sehr leid, vor allem, weil Herr Kreß zuletzt auch privat sehr gebeutelt war“, wird das Kapitel an der Hoffeldstraße sicher noch nicht so schnell gänzlich geschlossen werden können. Ob sich die Verantwortlichen erneut um einen so namhaften Nachfolger für Georg Kreß umsehen werden, ist auch in Bezug auf die knappen finanziellen Mittel eher zu bezweifeln.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren