Seit eineinhalb Jahren ist Ingo Wald Vorstandsvorsitzender des MSV Duisburg.

MSV Duisburg

Ein Teamplayer, der weiß wie es geht

12. Oktober 2015, 18:07 Uhr
Foto: firo

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Seit eineinhalb Jahren ist Ingo Wald Vorstandsvorsitzender des MSV Duisburg.

Eineinhalb Jahre, in denen der 57-Jährige das gesamte Stimmungs-Repertoire, das der König Fußball bereithält, durchlebte. Den Lizenzentzug musste Wald, 2013 noch als Vorstandsmitglied, live in Frankfurt miterleben. Ein Tiefschlag, den er aber sofort in seiner gewohnt ruhigen Art verarbeitete. Der Finanzexperte, der als Geschäftsführer bei der Krohne Messtechnik GmbH tätig ist, hielt sich nicht mit Schuldzuweisungen auf, sondern nahm den Kampf an und half mit, den Verein wirtschaftlich und strukturell neu aufzustellen.

Wald brachte den erfolgreichen Schuldenschnitt, die Stadionlösung sowie Fananleihe entscheidend mit auf den Weg. Maßnahmen, die schlussendlich auch die Bausteine waren, die mit zum überlebenswichtigen Wiederaufstieg beigetragen haben.

Sein größter Erfolg ist allerdings die Befriedung des einstigen Chaos-Klubs. Seit Wald das Zepter schwingt, wird zwar immer noch diskutiert, aber nicht mehr in der Öffentlichkeit. Teamarbeit statt Grabenkämpfe. Erst wenn die Lösung eines Problems gefunden ist, wird sie verkündet – und zwar einheitlich. Eine mehr als positive Entwicklung, an die vor Jahren nicht im Traum zu denken war.

Wie Wald unter anderem diese Entwicklung bewertet, wie die Nachverpflichtungen finanziert wurden, oder der aktuelle wirtschaftliche Stand ist, und warum es richtig war, nach dem verkorksten Start in der Trainer-Diskussion die Ruhe zu bewahren, erklärt Wald im großen RS-Interview.

Ingo Wald, wie groß ist die Erleichterung nach dem ersten Sieg?
Von Erleichterung würde ich nicht sprechen, aber die Freude war natürlich riesengroß. Rein faktisch haben wir ja ‚nur‘ Kontakt zu Platz 15 geschaffen, mehr noch nicht. Was für mich aber auch wichtig war: die ruhige und souveräne Art und Weise, in der alle beim MSV, also wir Verantwortlichen, der Trainer und die Mannschaft, aber auch unser Publikum mit seiner sensationellen Unterstützung, mit dieser komplizierten Situation mit neun Spielen ohne Erfolg umgegangen sind. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung, um im Haifischbecken Profifußball mit seinem Druck, der für Mannschaft, Trainer und sportliche Leitung in den nächsten 24 Spielen ja nicht geringer wird, zu bestehen.

Die Stimmung auf den Rängen erinnerte an das Aufstiegsspiel gegen Kiel. Wie haben Sie die Fans wahrgenommen?
Wir haben immer noch viele Bereiche, in denen wir uns verbessern können und müssen, aber die Atmosphäre, die unsere Fans zaubern, gehört mit Sicherheit nicht dazu. Sie sind einmalig und für uns eine feste Bank. Sie haben das richtige Gespür für die Situation und erkennen, dass die Mannschaft alles versucht, um in die Erfolgsspur zu gelangen. Beim Aufstieg zu singen: ‚Werdet zur Legende‘ ist eine Sache – aber das zu singen und mit so einer Inbrunst zu intonieren, wenn du nach neun Spielen ohne Sieg Letzter in der zweiten Liga bist, das ist schon eine ganz andere Qualität. Darüber freuen wir uns im Vorstand sehr, und wir können als Verein auch sehr stolz darauf sein.

Ob Spieler im Winter abgegeben werden müssen und ob die Nachverpflichtungen ein "kalkulierbares Risiko" darstellen, lesen Sie auf der zweiten Seite

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