Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein ist eine Kunst. In den vergangenen beiden Sommern ist das Mittelfeldspieler Patrick Dertwinkel nicht gelungen.

TuRU Düsseldorf

Dertwinkel und das Pech bei der Vereinswahl

20. August 2015, 11:07 Uhr
Foto: Heiko Buschmann

Foto: Heiko Buschmann

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein ist eine Kunst. In den vergangenen beiden Sommern ist das Mittelfeldspieler Patrick Dertwinkel nicht gelungen.

Rückblick: Im Sommer 2014 kehrte Dertwinkel vom Malchower SV ins Ruhrgebiet zurück und unterschrieb beim ETB Schwarz-Weiß Essen. Was folgte ist bekannt: Ein riesiges internes Theater, was letztendlich zum Rücktritt von Trainer Stefan Janßen und dem sportlichen Leiter Matthias Herget führte. "Da habe ich einfach Pech gehabt", berichtet der gebürtige Düsseldorfer. "Ich hatte bereits im April den Vertrag unterschrieben, aber lange Zeit keine Kopie vom Verein zurückerhalten. Dann bekam ich endlich meine Kopie, aber da war dann auch nicht alles so richtig. Spätestens als dann alles drunter und drüber ging, stand für mich fest, dass ich gehe."

Daraufhin schloss sich Dertwinkel der TuRU aus Düsseldorf an. Für beide Seiten war dieser Wechsel ein wahrer Glücksgriff. Die Oberbilker hatten mit nur einem Punkt aus vier Spielen einen wahren Fehlstart hingelegt. Erst mit dem ehemaligen U-Nationalspieler ging es wieder aufwärts. "Wir sind zum Ende hin immer stärker geworden und hatten dann ja auch noch eine relativ ruhige Saison."

Dennoch entschloss sich Dertwinkel den Verein am Saisonende Richtung Hiesfeld zu verlassen. Zu gut war das Angebot, zu verlockend die sportliche Perspektive. Eine Entscheidung, die Dertwinkel bereuen sollte. Schließlich sollte ihm wegen der finanziellen Probleme der Veilchen nur wenige Wochen nach Ankunft bereits das Gehalt gekürzt werden. "Sportlich ist alles zu 100 Prozent so aufgegangen, wie ich es mir vorgestellt hatte, umso blöder ist das halt, dass es am Ende so gelaufen ist", ist Dertwinkel enttäuscht. Das Vertrauensverhältnis sei aber so frühzeitig so immens zerstört worden, dass für ihn ein Verbleib beim Niederrheinpokalfinalisten von 2014 kein Thema mehr war.

Zu welchem Verein es dann geht, stand für Dertwinkel ohne groß zu überlegen sofort fest: Trotz Anfragen aus Wuppertal und Uerdingen entschied sich der 22-Jährige, der bei der Stadtverwaltung Mülheim ein duales Studium der Rechtswissenschaften absolviert, zu einer Rückkehr in die Landeshauptstadt. "Ich habe da bisher ausschließlich gute Erfahrungen gemacht. Der Klub wird einfach seriös geführt und man braucht sich da um nichts zu sorgen." Mit acht Toren aus 27 Spielen konnte Dertwinkel als Mittelfeldspieler eine beeindruckende Quote vorweisen. Auch bei seinem Comeback im Dress der Landeshauptstädter trug sich Dertwinkel mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 4:3 in die Torschützenliste ein.

Aus den Chaos-Intermezzos in Essen und Hiesfeld hat er jedenfalls seine Lehren gezogen: "Man kann jedem nur vor den Kopf gucken und was hinter den Kulissen passiert, weiß man sowieso nicht. Ich weiß jetzt, dass es auf jeden Fall besser ist, auf Geld zu verzichten, wenn ich dann weiß, dass ich es auf jeden Fall bekomme."

Und letztendlich kann der technisch versierte Zehner auch in Ruhe sein Ziel von der Regionalliga in Angriff nehmen. "In zwei Jahren bin ich mit meinem dualen Studium fertig und dann wird sich etwas finden", ist Dertwinkel optimistisch. Bleibt aus seiner Sicht nur zu hoffen, dass er diese Wahl nicht wenige Wochen später wieder revidieren muss...

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