Nur ganz wenig Zeit blieb Dortmunds neuem Trainer. Knapp vier Wochen hatte Thomas Tuchel, um seine Mannschaft auf das erste Pflichtspiel vorzubereiten.

Borussia Dortmund

Ganz oben mitspielen ist Pflicht

05. August 2015, 08:57 Uhr
Foto: Firo

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Nur ganz wenig Zeit blieb Dortmunds neuem Trainer. Knapp vier Wochen hatte Thomas Tuchel, um seine Mannschaft auf das erste Pflichtspiel vorzubereiten.

Vorbereitung:
Ganze sieben Tage war Thomas Tuchel offiziell im Amt, da ging es mit dem schwarz-gelben Tross auf Werbe-Tour nach Asien, wo der BVB zwei Testspiele absolvierte. Im Trainingslager in Bad Ragaz (Schweiz) verabreichte der Klopp-Nachfolger seiner Mannschaft ein Intensivprogramm seiner Taktik-Schule. Bei den Gegnern in der Vorbereitung hatte der BVB kräftig durchgemischt: von Jux-Mannschaft bis Champions League-Teilnehmer war alles vertreten.

Testspiele:
VfL Rhede – BVB 0:5
BVB – Team Gold 17:0
Kawasaki Frontale – BVB 0:6
Johor Tigers – BVB 1:6
VfL Bochum – BVB 2:1
FC Luzern – BVB 1:4
BVB – Juventus Turin 2:0
BVB – Betis Sevilla 2:0

Torschützen: Aubameyang (6 Tore), Maruoka, Reus, Kagawa (je 4), Immobile, Kampl, Hofmann (je 3), Blaszczykowski, Dudziak (je 2), Gündogan, Mkhitaryan, Ioannidis, Stenzel, Castro, Stankovic, Hummels, Leitner, Ramos, Kirch (je 1).

Abwehr
Neuverpflichtung Roman Bürki wird aller Wahrscheinlichkeit nach das Tor in der Saison hüten und sich gegen die bisherige Nummer eins Roman Weidenfeller durchsetzen. Davor dürften sich keine großen Überraschungen in der Viererkette ergeben. Sokratis profitiert derzeit davon, dass Neven Subotic mit Rückenproblemen zu kämpfen hat. Ist er wieder fit, erhöht er gemeinsam mit Matthias Ginter den Druck auf das Innenverteidiger-Duo, das neben dem Griechen Mats Hummels komplettiert. Der Weltmeister von 2014 dürfte als Kapitän in der Defensive gesetzt sein.

Mittelfeld
Thomas Tuchel kann mit insgesamt 13 Spielern im Mittelfeld die Rotationsmaschine anwerfen. Aufgrund der jüngsten Auftritte sollte Zugang Julian Weigl neben dem eigentlich abwanderungswilligen Ilkay Gündogan zunächst den Vorzug vor Gonzalo Castro erhalten. Jakub Blaszczykowski und Kevin Kampl erhalten auf dem rechten Flügel Konkurrenz durch Rückkehrer Jonas Hofmann. Auf der „Zehn“ hat Henrikh Mkhitaryan derzeit die Nase vor Shinji Kagawa. Marco Reus ist ohnehin fest im Sattel.

Angriff
Nach der Vertragsverlängerung von Pierre-Emerick Aubameyang, der sich nun bis 2020 an den Verein gebunden hat und in der Sturmspitze gesetzt sein dürfte, hat der BVB auf dieser Position Planungssicherheit gewonnen. Zudem hat sich Adrian Ramos mit einem Tor im Testspiel zurückgemeldet (siehe Seite 8). Weil das Mittelfeld so gut bestückt ist, kann auch Marco Reus in die Sturmspitze rücken. Allerdings sind durch den Abgang von Ciro Immobile die personellen Alternativen in der Spitze begrenzt.

Stärken
Die vergangene Saison darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der BVB über einen in Breite und Spitze hervorragend ausgestatteten Kader verfügt. Thomas Tuchel kann insbesondere im Mittelfeld beliebig rotieren. Im Tor haben die Dortmunder nach der Verpflichtung von Roman Bürki ein Luxusproblem. Hinzu kommt, dass die Borussia erstmals seit der Meisterschaft 2011 kein Leistungsträger verlassen hat. Tuchel steht eine qualitativ besser besetzte Mannschaft als seinem Vorgänger zur Verfügung.

Schwächen
Das Überangebot im Mittelfeld kann schon bald dazu führen, dass sich aufgrund weniger Einsatzzeiten Enttäuschung innerhalb der Mannschaft verbreitet. Der BVB hat sich außerdem im Angriff quantitativ nicht verstärkt. Hinter Pierre-Emerick Aubameyang, der als Stürmer gesetzt ist, kommt bisher nur Adrian Ramos. Der Kolumbianer kehrte nach seiner Verletzung allerdings erst zum Ende der Vorbereitung zurück. Der Angriff könnte eine große Schwachstelle werden, wenn Aubameyang ausfallen sollte.

Prognose
Wie schon 2008, als Jürgen Klopp ganz frisch zum BVB kam, wird die Findungsphase zwischen Trainer und Mannschaft nach der Übernahme durch Thomas Tuchel bis in die Saison hineinragen. Hat sich das Ensemble gefunden und aufeinander abgestimmt, kann die Borussia ihre ganze Stärke entfalten. Die Fans werden ihren Anteil daran haben, dass die Mannschaft eventuelle Negativ-Erlebnisse zu Beginn der Saison schneller „verdauen“ kann. Unter normalen Voraussetzungen und mit dem Potenzial des Kaders ist es für den BVB schon in der ersten Saison mit dem neuen Coach Pflicht, im Kampf um die Champions-League-Plätze mitzumischen.

Zum Start fehlen: Nuri Sahin (Trainingsrückstand), Neven Subotic (Rückenprobleme), Erik Durm (Knieprobleme).

Auftaktprogramm
Donnerstag, 6. August, 20.30 Uhr:
BVB – Wolfsberger AC (Rückspiel EL-Quali)
Sonntag, 9. August, 14.30 Uhr:
Chemnitzer FC – BVB (1. Runde DFB-Pokal)
Samstag, 15. August, 18.30 Uhr:
BVB – Borussia Mönchengladbach

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