BVB-Trainer Tuchel kritisierte nach dem 1:0-Erfolg beim Wolfsberger AC das Abwehrverhalten seines Teams.

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Tuchel fordert mehr Aufmerksamkeit

Andreas Berten
01. August 2015, 10:53 Uhr
Foto: firo

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BVB-Trainer Tuchel kritisierte nach dem 1:0-Erfolg beim Wolfsberger AC das Abwehrverhalten seines Teams.

Beinahe konnte man den Eindruck gewinnen, als habe es [person=1422]Mats Hummels[/person] gar nicht so eilig gehabt. Seine müden Mannschaftskameraden von Borussia Dortmund standen dagegen schon am frühen Freitagmorgen um 2.15 Uhr auf dem Rollfeld des Paderborner Flughafens und warteten darauf, ihre Hartschalenköfferchen in Empfang zu nehmen, als ihr Kapitän gemächlich als Letzter den Flieger verließ. Hummels wirkte nachdenklich, der 1:0-Sieg des Fußball-Bundesligisten über den Wolfsberger AC zuvor hatte ja schließlich auch allen Schwarzgelben so manchen Grund zum Grübeln gegeben.

Natürlich waren die Spieler und erst recht Trainer Thomas Tuchel bei seinem ersten Pflichtspiel auf der BVB-Bank mit dem Resultat zufrieden. Es lässt ja auch ein Weiterkommen im Rückspiel am Donnerstag (6. August, 20.30 Uhr, live in unserem Ticker) in Dortmund erwarten, um dann in den Playoffs die letzte Hürde auf dem Weg in die Gruppenphase der Europa League zu nehmen. “Manchmal können solche Ergebnisse und solche Erlebnisse, bei denen wir erstmals Widerstände überwinden mussten, wichtiger sein, als wenn dir alles leicht von der Hand geht”, sagte der 41-Jährige jedoch.

Dass [person=1864]Ilkay Gündogan[/person] stellvertretend für seine Kollegen durchatmete und vom Glück sprach, “nicht noch den Ausgleich kassiert zu haben”, lag an den Rettungsaktionen des ohnehin starken [person=12383]Henrikh Mkhitaryan[/person] und von Torhüter Roman Bürki auf der Linie in den ernüchternden letzten 20 Minuten. Tuchel: “Wenn man nur die letzte halbe Stunde sieht, wäre ein Ausgleich gerecht gewesen - in der ersten Stunde aber auch ein 2:0 für uns. Nur: Wer will das nachher gegeneinander aufwiegen?”

Das ist gar nicht nötig, der abrupte Leistungsknick nach einer Stunde Spielzeit wird in der Analyse auch sicher nicht ausschließlich damit erklärbar sein, dass “Wolfsberg mitten in der Saison ist und wir gerade aus der Vorbereitung kommen”, wie es Marco Reus sagte. Sportdirektor Michael Zorc machte bei Standardsituationen “einen Größennachteil” aus, der sich mit schwindenden Kräften und fehlerhaftem Stellungsspiel paarte. “Wir müssen da ganz dringend am Abwehrverhalten, an der Aufmerksamkeit arbeiten”, warnte Tuchel.

Hofmann genießt das Vertrauen des Trainers

Wobei es auch durchaus einige Momente gab, in denen die Vorstellungen des Trainers optimal umgesetzt worden sind. Nach einem vorzüglichen Konter wie aus alten Tagen über [person=12384]Pierre-Emerick Aubameyang[/person] und Mkhitaryan hatte Jonas Hoffmann bereits in der 16. Minute das Tor des Tages erzielt. Zweimal hatte sich der 23 Jahre alte Offensivspieler während seiner Mainzer Ausleihe in der zurückliegenden Saison verletzt, jetzt aber die Vorbereitung komplett durchgestanden und das Vertrauen seines Trainers, der ihn gegen den WAC als einzige personelle Überraschung aufgestellt hatte, gerechtfertigt. “Es war schön, ein Tor zu machen”, sagte Hofmann, “wenn ich Anfang der zweiten Halbzeit auch noch das zweite gemacht hätte, wäre noch früher Ruhe reingekommen.” Tuchel lobte dessen Wachsamkeit beim Gegenpressing, das giftige Verteidigen und die Ballsicherheit. Dass Dortmunds teuerster Neuzugang Gonzalo Castro oder Shinji Kagawa für Hofmann nur auf der Bank Platz nehmen mussten, ist für den Trainer “aber kein Fingerzeig, wer da jetzt vorne dran ist oder hinten ansteht.”

Zwei Wochen vor dem Bundesligastart lassen sich beim BVB schon einige Verbesserungen, aber auch noch zu lösende Probleme ausmachen. “Das war ein guter Schritt zur Fitness und Wettkampfhärte”, wertete Tuchel, der am Samstag im Testspiel in Wuppertal gegen Betis Sevilla (15.30 Uhr) schon auf die nächsten Fortschritte hofft. Auch Mats Hummels sieht für das Wiedersehen mit Wolfsberg in einer Woche eine gute Ausgangslage: “Wir erwarten von uns, dass wir das im Rückspiel souverän angehen und regeln.” Allzu nachdenklich wirkte er dabei allerdings nicht mehr.

Autor: Andreas Berten

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