Schalke-JHV

Ein bisschen Zündstoff bleibt

18. Juni 2015, 11:41 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Drei Themen dürften die Schalkes Jahreshauptversammlung am 28. Juni bestimmen.

Das deutete sich unteranderem am Dienstabend an, als zum ersten Mal eine Informationsveranstaltung unter dem Motto „MitGEredet“ stattfand. In der Zeche Hugo stand die Antragskommission, die den Satzungsänderungsantrag erarbeitet hat, Rede und Antwort.

Vorstand Peter Peters sowie Stefan Schorlemmer, Heiner Tümmers, Günther Reipen, Jan Henke, Thorsten Altfeld und Dr. Stephan Kleier diskutierten mit 69 Vereinsmitgliedern sowie einigen via „Twitter“ zugeschalteten Interessierten vor allem zwei Themen: Die Bestellung des „Ehrenrates“ und die Sonderumlage.

[gallery]4137,0[/gallery]

Letztere soll demnächst nicht mehr in Höhe von maximal einem, sondern von drei Jahres-Mitgliedsbeiträgen erhoben werden können. Für einen Vollzahler würde dann einmalig nicht 50, sondern 150 Euro fällig. Viele Mitglieder denken bei diesem Vorstoß zwangsläufig an die von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies in den Raum gestellte freiwillige Zahlung von 1.000 Euro pro Mitglied und wittern nun eine Umsetzung dieser Idee „durch die Hintertür“.

Sonderumlage ist keine „Bongartz-Mark“

Es bleibt aber festzuhalten: Wenn die Höhe einer möglichen Sonderumlage mit Verabschiedung der neuen Satzung am Montag, 28. Juni, eingeführt wird, ist im Grunde genommen noch nichts passiert. Denn bevor sie dann tatsächlich erhoben wird, muss die Mitgleiderversammlung erst ihre Zustimmung erklären. Zudem ist die Sonderumlage an einen ideellen Zweck gebunden. Einen neuen Spieler darf der FC Schalke mittels Sonderumlage also nicht finanzieren. Die bis zu 20 Millionen Euro (Schalke 04 hat über 132.000 Mitglieder) könnten aber zum Beispiel in die Vereins-Infrastruktur fließen. Man könnte auch sagen: Die Umlage ist keine „Bongartz-Mark“.

Weiterer Diskussionspunkt war die Bestellung des Ehrenrates. Ein „Gemeinsamer Ausschuss“ soll künftig über die Zusammensetzung dieses Gremiums, das auf Schalke streit-schlichtende Aufgaben übernimmt, entscheiden. Mindestens zwei der Mitglieder des Ehrenrats müssen zum Richteramt befähigt sein – und diese werden vom „Gemeinsamen Ausschuss“ gewählt. Nicht wenige Mitglieder befürchten aber, dass die Unabhängigkeit des Ehrenrates gefährdet ist, wenn unter anderem Mitglieder aus dem Aufsichtsrat darüber mitbestimmen, wer diesem „Schiedsgericht“ angehören soll.

Etwas mehr „Demokratie wagen“ will Schalke aber offenbar schon: nämlich bei der Wahl der weiteren drei Ehrenrats-Mitglieder. Diese sollen aus einer Vorschlagsliste, die ebenfalls vom „Gemeinsamen Ausschuss“ erstellt wird, hervorgehen. Die bisherige Blockwahl soll abgeschafft werden, für die drei „Schöffen“ stattdessen ein „rollierendes Verfahren“ eingeführt werden, ähnlich dem beim Wahlausschuss und Aufsichtsrat.
In dieses Gremium werden ebenfalls zwei neue Mitglieder gewählt.

AR-Kandidaten stehen Samstag in der Flora Rede und Antwort

Eine weitere Infoveranstaltung, dieses Mal aber nicht vom Verein, sondern mehreren Fanorganisationen initiiert, widmet sich den vier neuen Aufsichtsrats-Kandidaten. Stefan Blaschak, Dr. Andreas Horn, Ludger Wibbeke und Thomas Wiese stehen am Samstag, 20. Juni, ab 15.04 Uhr in der „Flora“ Rede und Antwort. „Gerne hätten wir mehr als die durch die Satzung möglichen vier Kandidaten zur Wahl auf der Mitgliederversammlung zugelassen. Am Ende einer demokratischen Entscheidungsfindung war das Ergebnis sehr eng“, erklärte Wahlausschussvorsitzender Stefan Schorlemmer, als die vier Kandidaten für die zwei neu zu vergebenden Positionen im Kontrollgremium bekanntgegeben wurden. Alle Bewerber eint, dass sie sich für eine bessere und professionellere Darstellung des Aufsichtsrates in der Öffentlichkeit einsetzen wollen. Einlass zur Vorstellungsrunde in der „Flora“ ist ab 14.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, allerdings wird um eine persönliche Vorreservierung per Mail unter info@schalkermarkt.de gebeten.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren