Der FSV Kettwig bewies im Heimspiel gegen den VfB Hilden erneut Courage und errang mit großem Kämpferherz nach einem 0:2-Rückstand noch einen Punkt gegen die ambitionierte Gäste-Elf.

Verbandsliga Niederrhein: FSV Kettwig mit toller Aufholjagd

Punkteteilung an der Ruhrtalstrasse

Aaron Knopp
10. September 2006, 21:29 Uhr

Der FSV Kettwig bewies im Heimspiel gegen den VfB Hilden erneut Courage und errang mit großem Kämpferherz nach einem 0:2-Rückstand noch einen Punkt gegen die ambitionierte Gäste-Elf.

Das sommerliche Wetter und ein attraktiver Gegner lockten rund 250 Zuschauer an die Ruhrtalstraße. Da beide Mannschaften vor Wochenfrist als Verlierer vom Platz gingen, waren die 22 Akteure besonders gefordert. VfB-Geschäftsführer Rainer Kirberg forderte so vor dem Match, die Waldinger-Elf müsse gegen den Tabellensechsten aus Kettwig „Asche fressen“. Kein Wunder, der VfB stand bereits mächtig unter Zugzwang, da das erklärte Ziel der Hildener war, in dieser Saison oben mitzuspielen. Von der Tabellenspitze trennten den VfB vor der Partie aber bereits zehn Punkte.

Einen ersten erfolgversprechenden Versuch auf dem Weg in Kettwig drei Punkten mitzunehmen, hatten die Gäste in der 6. Minute. Markus Weiß prüfte mit einem Kopfball FSV-Keeper Björn Reinhold, der jedoch ohne größere Schwierigkeiten parierte. Auf der Gegenseite hatte Marco Guglielmi in der 17. Minute mit einem Distanzschuss die größte Chance - ansonsten blieben Torraumszenen zunächst Magelware. Gefahr ging meist nur von Einzelaktionen aus. So auch in der 35. Spielminute: Defensivspezialist Serdar Özdemir stellte seine technischen Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis: An der Torauslinie ließ er drei FSV-Verteidiger aussteigen und zielte aus spitzem Winkel direkt unter den Querbalken. Ein Treffer der Marke Traumtor - 1:0 für die Gäste.

Plötzlich war Musik in der Partie: Kettwig versuchte noch vor der Pause zu antworten und orientierte sich in Richtung gegnerischer Kasten. Doch statt des Anschlusstreffers war fünf Minuten nach dem 0:1 erneut der VfB am Drücker. Der quirlige Daniel Rehag nahm ein mustergültiges Zuspiel in die Spitze auf und marschierte plötzlich allein auf Torwart Reinhold zu. Die FSV-Abwehr hatte vergeblich auf Abseits spekuliert und mussten nur fünf Minuten nach dem 0:1 den zweiten Gegentreffer hinnehmen.

Verunsicherung machte sich breit. Nur eine Minute nach dem zweiten Treffer stürmte Markus Prentzel allein auf das Gehäuse zu, zeigte aber Nerven und vergab damit eine mögliche Vorentscheidung. Im Gegenzug sprang René Sperling das Spielgerät vor die Füße, der nicht lange fackelte und aus der Distanz mit einem fulminanten Volleyschuss den zu diesem Zeitpunkt überraschenden Anschlusstreffer herstellte. Kurz danach ging es in die Kabinen - Pausenstand 2:1 für die Gäste aus Hilden.

In den zweiten 45 Minuten lockerten beide Mannschaften ihre taktischen Fesseln etwas, so dass sich den Zuschauern ein attraktiveres Spiel als im ersten Durchgang bot. Nennenswerte Chancen resultierten aus diesem Umstand allerdings nicht, bis Daniel Rehag in der 60. Minute einen Abstimmungsfehler in der Abwehr der Essener nutzte und FSV-Keeper Björn Reinhold prüfte, der sein Team aber mit einer traumhaften Parade im Spiel hielt. Dieses versuchten die Kettwiger nun mehr und mehr an sich zu reißen. Mit viel Leidenschaft erkämpfte sich die Elf von Trainer Karl Weiß ein spielerisches Übergewicht. In der 73. Minute wurde die Arbeit schließlich auch belohnt. Frederik Hoffmann schloss einen der zu diesem Zeitpunkt zahlreichen Angriffe überlegt ab und schob am herauseilenden VfB-Torwart vorbei zum Ausgleich ein.

Der FSV Kettwig erahnte nun die Gelegenheit, das Kunststück zu wiederholen und wie beim 4:3 über Hamborn einen scheinbar aussichtslosen Rückstand noch zu drehen. Hilden hatte nur noch wenig entgegenzusetzen. Dennoch blieb die Sensation am heutigen Nachmittag aus. Es blieb bei der Punkteteilung.

Trainer Kettwigs Trainer Karl Weiß gab sich nach dem Abpfiff zufrieden: „Das 2:2 geht in Ordnung. Nachdem wir in fünf Minuten zwei Tore bekommen haben, muss ich meiner Mannschaft Respekt dafür zollen, wie sie sich wieder zurück gekämpft hat. Nach so einem Spiel muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein.“ Gäste-Torwart Sebastian Thiel trauerte dagegen den verlorenen Punkten nach „Wenn Du 2:0 führst, musst Du das natürlich nach Hause bringen. Aber wir wussten, dass Kettwig nie aufsteckt und bis zum Schluss kämpft. Am Ende geht die Punkteteilung aber eigentlich in Ordnung.“

Autor: Aaron Knopp

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