Um dem Nachbarn aus Gelsenkirchen gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, in Bochum kommt am Samstag gegen den VfB Stuttgart kein einziger Spieler der Gastgeber auf den Gedanken auch nur einen Meter für Königsblau zu rennen, um den Schalkern damit vielleicht Schützenhilfe zu leisten. Allzu nachhaltig klingen die hämischen „Absteiger“-Rufe des Schalke-Anhangs noch in den Ohren der VfL-Fans.
Bochums Coach Marcel Koller: „Wir spielen nicht für andere, sondern ausschließlich für uns.“ Deshalb darf der Tabellenführer ruhig mit einem hoffnungsvollen Blick nach Bochum schauen. Thomas Zdebel unmissverständlich:

rewirpowerSTADION wird zum Theater der Träume

Noch zwei Siege bis Europa?

10. Mai 2007, 15:54 Uhr

Um dem Nachbarn aus Gelsenkirchen gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, in Bochum kommt am Samstag gegen den VfB Stuttgart kein einziger Spieler der Gastgeber auf den Gedanken auch nur einen Meter für Königsblau zu rennen, um den Schalkern damit vielleicht Schützenhilfe zu leisten. Allzu nachhaltig klingen die hämischen „Absteiger“-Rufe des Schalke-Anhangs noch in den Ohren der VfL-Fans.
Bochums Coach Marcel Koller: „Wir spielen nicht für andere, sondern ausschließlich für uns.“ Deshalb darf der Tabellenführer ruhig mit einem hoffnungsvollen Blick nach Bochum schauen. Thomas Zdebel unmissverständlich:

„Wir spielen um unsere theoretische Chance auf einen internationalen Wettbewerb zu wahren, und für unsere Fans, denen wir im heimischen Stadion einen tollen Saisonabschluss bescheren wollen.“ Dann fügt er hinzu: „Wer Meister wird, ist uns völlig egal.“
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/250-252_preview.jpeg Foto: firo.[/imgbox]
In Bochum haben sie nach dem 3:0-Erfolg in Hamburg kräftig gefeiert, im Bermuda-Dreieck, Rombachs oder Tauffenbach – die ganze Stadt war in VfL-Hand. Doch am Dienstag Morgen, bevor Koller zum ersten Training bat, hat er in der Kabine Bilanz gezogen: „Wir haben eine starke Saison hingelegt, die wirklich nicht einfach war. Die Mannschaft musste mental sehr stark sein, aber ich glaube, dass uns die letzten Monate insgesamt einen riesigen Schritt weiter gebracht haben.“ Und wenn Koller dann auch noch von einem Wellental mit Höhen und Tiefen spricht, dann kann man feststellen, dass die Blau-Weißen rechtzeitig die perfekte Welle erwischt haben. Koller: „Wir sind zwei Spiele vor Schluss gerettet und plötzlich hat sich eine Tür geöffnet. Wenn wir sie durchschreiten, können wir einen ganze Saison krönen. Innerhalb von einer Woche bietet sich die Chance, zu einer ungeahnten Möglichkeit. Wir werden alles versuchen, diese zu nutzen.“

Und genau deshalb findet der 46-Jährige die ganze Meisterhysterie eher amüsant. Kollers persönliche Meisterschaft hält zwei schwere, aber nicht unlösbare Aufgaben parat. „Natürlich können wir auch gegen den VfB was holen.“ Zwei Dinge hat der Schweizer im Hinterkopf: Zum einen die unglückliche Niederlage in Stuttgart (0:1), bei der der VfL absolut gleichwertig war. Zum anderen die 1:4-Pokalpleite, für die er aber eine ganz plausible Erklärung hat: „Wir hatten ein paar Tage zuvor in einem entscheidenden Match Gladbach besiegt, den Abstiegsplatz verlassen und der Tenor außerhalb und innerhalb des Clubs war, dass wir am Ziel sind. Die Konsequenz war, dass die hundertprozentige Konzentration fehlte und wir eine deutliche Niederlage kassierten.“

Koller ist davon überzeugt, dass dies reine Kopfsache war und deshalb hat er dieses Beispiel noch einmal angeführt, denn die Ausgangssituation ist ähnlich. „Wir haben den Klassenerhalt gepackt, wenn wir jetzt nachlassen, ist Stuttgart nicht zu besiegen.“

So fordert er von seinen Schützlingen immer wieder die volle Konzentration, denn er weiß, „dass alles möglich ist“.
Bis auf Martin Meichelbeck und Tommy Bechmann sind alle Mann an Bord und Koller darf nach den letzten Trainingseindrücken sicher sein, „die mentale Bereitschaft ist da“. Allzu gerne würde der Fußballlehrer den Traum von einem europäischen Wettbewerb realisieren. Ein Erfolg für den Schweizer, der sich nach dem 0:1 gegen Cottbus am dritten Spieltag bittere „Koller-Raus“-Rufe anhören musste. Doch die Zeit heilt Wunden, der Ex-Kölner ist längst akzeptiert und wurde in Hamburg frenetisch gefeiert, jetzt hat der die Chance nach Klaus Toppmöller und Peter Neururer den VfL zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte in den UEFA-Cup zu führen. Wen interessiert da in Bochum die Frage, wer Deutscher Meister wird?

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