Essen: Kreisliga kompakt

"Heimatloser Spitzenreiter"

Krystian Wozniak
16. September 2013, 16:33 Uhr

Die SG Schönebeck kommt einfach nicht in Fahrt. Die Truppe des ehemaligen Schalkers Christian Petereit musste sich wieder nur mit einem Remis begnügen.

Kreisliga A Nord-West

"Fünf Punkte sind zu diesem Zeitpunkt einfach zu wenig. Uns fehlt die Cleverness und der letzte Pass vor dem Tor will nicht ankommen. Wir haben jetzt drei Heimspiele hinter uns, TuRa geschlagen und zwei Mal 1:1 gespielt. Das ist schwach", findet Florian Köhler, Sportlicher Leiter der Schönebecker, nach dem jüngsten Remis gegen Altenessen 18 deutliche Worte. Dabei agierte Schönebeck nach zwei Platzverweisen für die Altenessener sogar in doppelter Überzahl. "Wir haben aber nur wenige Ideen gehabt", bemängelt Köhler.

Wie die Konkurrenz erfolgreich in Schach gehalten wird, zeigt derzeit TuS Helene. Der Traditionsklub von der Bäuminghausstraße grüßt die Liga nach dem 2:0-Erfolg über TuRa und nunmehr zwölf Punkten aus vier Spielen von ganz oben: "Das ist eine schöne Momentaufnahme. Wir können das alles aber auch gut einordnen. Wir hatten ein dankbares Auftaktprogramm", zeigt sich Olaf Rehmann, Helenes Übungsleiter, alles andere als euphorisiert. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Helene aktuell "heimatlos" ist.
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Zur Info: TuS Helene
An der Bäuminghausstraße wird eine Kunstrasenanlage errichtet. Der Bau soll bis zur Saison 2014/2015 fertig gestellt sein.[/infobox]
"Wir konnten bis dato bei uns auf dem Rasen trainieren. Jetzt wird es aber ab 20 Uhr schon dunkel und wir besitzen kein Flutlicht. Jetzt sind wir dazu gezwungen, zur Serlostraße zu ziehen. Das wird wohl bis zum Ende des Jahres so sein. Die Heimspiele bestreiten wird dann auf dem Rasenplatz an der Bäuminghausstraße. Das ist alles natürlich suboptimal. Aber bislang sprechen die Ergebnisse ja für das Ganze", lacht Rehmann.

Drei Spiele, drei Niederlagen: Bei RuWa Dellwig läuft es nicht rund. Die Blau-Weißen gingen am Sonntag mit 1:5 beim TuS Holsterhausen unter. RuWa-Trainer Markus Kambic bleibt trotz des schlechten Starts optimistisch: "Die Mannschaft ist jung und willig, aber noch etwas grün hinter den Ohren. Das hat man wieder in Holsterhausen gesehen. Die haben nur auf Konter gespielt und auf unsere Fehler gewartet, diesen Gefallen haben wir denen natürlich getan. Daraus müssen wir lernen. Man muss aber auch sagen, dass unser Startprogramm nicht einfach war. Jetzt kommen die Spiele, wo wir punkten müssen."

Kreisliga A Süd-Ost

Was ist nur mit dem SuS Niederbonsfeld los? Die "Bonsfelder" wurden vor der Saison zu den drei, vier Titelanwärtern gezählt und hinken schon sechs Punkte hinter der Spitze her. Detlef Pehlke, Sportlicher Leiter der Hattinger, weilt aktuell auf Mallorca und ließ vom Strand aus seinem Frust freien Lauf: "Das 1:2 bei Steele II geht einfach nicht. Unser Defensivverhalten ist eine Katastrophe. Wir müssen da gnadenlos ran und hart arbeiten. Wenn das so weiter geht, dann haben wir am Ende der Saison 100 Gegentore. Ich habe gar nicht auf die Tabelle geschaut und weiß nicht, wo wir stehen. Aber das muss ich auch nicht. Klar ist, dass die aktuelle Position nicht unser Maßstab sein kann." Pehlke erwartet nun in den folgenden vier Heimspielen eine Reaktion der Mannschaft: "Wenn wir noch träumen wollen, dann müssen wir alle vier Spiele gewinnen."

8:0-Sieg - aber der Trainer ist mit der Offensive unzufrieden

Einen Traumstart erwischte derweil der SV Kray 04: Vier Spiele, vier Siege, 14:1 Tore, so lautet die makellose Bilanz des Tabellenführers. Das Torverhältnis wurde am Sonntag durch einen 8:0-Kantersieg bei der Reserve des Heisinger SV aufpoliert. Nichtsdestotrotz ist Trainer Andreas Höbusch nicht vollends zufrieden: "Wir vergeben immer noch zu viele Chancen. In der Offensive haben wir noch reichlich Luft nach oben." Das wird die Liga nach einem 8:0 über Heisingen gerne hören...

Gleich vier von bisher sechs Gegentoren kassierte der SV Leithe beim 0:4 gegen den Rüttenscheider Sportclub. Der RSC bleibt damit an Kray 04 dran, während Leithe weiterhin auf den ersten Saisonsieg wartet. "Wir waren nach dem 0:2 leblos, da kam gar nichts mehr. Ich habe die Jungs nach dem Spiel im Kreis versammelt und ins Gebet genommen. Wir hatten ein verdammt schweres Auftaktprogramm und haben uns bis auf Rüttenscheid eigentlich prima aus der Affäre gezogen. Wir sind stärker als im letzten Jahr, deshalb ist uns auch nicht Bange", sagt Leithes Linienchef Richard Ruthenkolk.

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Autor: Krystian Wozniak

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