Erst erschütterte das drohende Finanz-Aus den VfB Hilden, jetzt bedroht die sportliche Talfahrt den Verein.

HILDEN: Finanz-Chaos folgt nun sportliche Talfahrt

tr
24. November 2006, 15:32 Uhr

Erst erschütterte das drohende Finanz-Aus den VfB Hilden, jetzt bedroht die sportliche Talfahrt den Verein.

Erst erschütterte das drohende Finanz-Aus den VfB Hilden, jetzt bedroht die sportliche Talfahrt den Verein. RS sprach mit Hildens Geschäftsführer Rainer Kirberg über die angespannte Situation und seine Lösungsvorschläge.

Hallo Herr Kirberg, konnten Sie zusammen mit dem Vorstand die finanzielle Schieflage in den vergangenen Wochen etwas begradigen?

Wir haben ganz gute Erfolge mit dem Spendenaufruf erzielt. Da ist so viel bei herum gekommen, dass wir die Zahlungen an die Spieler pünktlich leisten konnten. Diese Aktion hat uns enorm weitergeholfen.

Aber damit haben Sie erst einmal die laufenden Kosten gedeckt. Wie sieht es langfristig aus?

Wir werden in den nächsten Wochen einen Förderverein gründen, dem Leute aus der Stadtverwaltung und Wirtschaft angehören werden. Wir hoffen dann, ein neues Finanzierungskonzept entwickeln zu können. Wir haben die schlimmsten Turbulenzen in den Griff bekommen.

Die Frage, die sich die gesamte Liga stellt, ist, ob der VfB die Spielzeit überhaupt beenden kann?

Ich habe die Hoffnungen, dass wir mit einem erheblich abgeschwächten Etat die Saison bis zum Schluss bestreiten können.

Aber mit welcher Mannschaft? Markus Prentzel hat seinen Vertrag bereits aufgelöst. Drohen weitere Abgänge?

Außer Markus Prentzel wird uns noch Nino Paland verlassen. Er laboriert seit Wochen an einer Rückenverletzung. Deshalb haben wir den Kontrakt in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst.

Nach dem Motto: Du hilfst uns nicht, also schicken wir dich weg?

Nein, bestimmt nicht. Nino hat den Sprung nicht wirklich geschafft und dieser Entscheidung auch gerne zugestimmt. Bisher sind es die beiden Einzigen, ansonsten ist die Stimmung im Team positiv.

Haben Sie sich einen Termin gesetzt, bis wann Sie endgültige Lösungen präsentieren können?

Mitte Dezember werden wir mit den Akteuren sprechen, bis dahin muss die finanzielle Lage geklärt sein.
Zu allem Überfluss hat sich der VfB in den vergangenen Spieltagen auch sportlich nicht mehr teuer verkauft.

Liegt es daran, dass die Akteure keine Lust mehr haben, weil sie nicht wissen wie es weiter geht?

Kurz nach dem Aufkommen der Querelen hatten erst sehr positive Ergebnisse eingefahren. Deshalb schließe ich erst einmal aus, dass sich die Jungs nicht mehr richtig reinhängen, auch wenn Unruhe herrscht. Wir sind bislang nicht untergegangen, auch in Wülfrath hätten wir nicht verlieren dürfen. Wir leisten uns derzeit einfach zu viele Fehler. Es läuft einfach nicht.

Das müsste sich schnell ändern, denn mit RW Oberhausen II und Cronenberg haben Sie nur noch zwei Meisterschaftsspiele vor der Brust. Sollten diese beiden verloren gehen, könnten Sie auf einen Abstiegsplatz abrutschen, was sicherlich auch nicht gut für die Sponsorenverhandlungen wäre, oder?

Stimmt, wir müssen punkten, um nicht auf einem Abstiegsplatz zu überwintern. Unser Ziel kann zwar nur noch der Klassenerhalt sein, aber dafür müssen wir hart kämpfen. Da die Tabelle noch sehr eng beisammen ist, stehe ich auch dieser Aufgabe positiv gegenüber.

Autor: tr

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