HAMMER SPVG - Malaria! Sorge um Ekoko

19. Januar 2006, 09:32 Uhr

Mit einer Begrüßung vor versammelter Mannschaft durch Horst Heinze, den Fußball-Abteilungsleiter, hat Wolfgang Sandhowe am Montag die Arbeit bei der Hammer Spielvereinigung aufgenommen.

Mit einer Begrüßung vor versammelter Mannschaft durch Horst Heinze, den Fußball-Abteilungsleiter, hat Wolfgang Sandhowe am Montag die Arbeit bei der Hammer Spielvereinigung aufgenommen. Pünktlich zum Trainingsauftakt im Mahlberg-Stadion konnte der Fußball-Lehrer die beiden Neuzugänge Achilleas Courtoglou (SSV Hagen) und Fabian Lenz (SpVg. Erkenschwick) begrüßen. „Ich kannte die Spieler vorher nicht, weil ich zuletzt vorwiegend im ostdeutschen Raum tätig war. Aber sie machen einen guten Eindruck und können den Sprung ins Team schaffen“, glaubt Sandhowe.

Den 23-jährigen Mittelfeldler Lenz, der zuvor beim Lüner SV und bei den Sportfreunden Oestrich am Ball war, schätzt der HSV-Coach in den ersten Einheiten als „lauffreudigen und bulligen Typen“ ein. Courtoglu soll als rechte Spitze vor allem für Torgefahr sorgen. „Archie weiß, wo der Kasten steht“, nickt Sandhowe, der seine Schützlingen in nächster Zeit täglich auf den Platz bittet.

Überraschenderweise gehört auch Innocent Melkam dazu. Der Nigerianer hatte am 9. Oktober 2005 in der Partie gegen Enger einen Riss des vorderen Kreuzbandes erlitten. Statt sich operieren zu lassen, suchte Melkam die konservativ Behandlung. Auch seine Ärzte und Physio-Therapeuten in Essen hielten einen Eingriff offenbar nicht für notwendig. Ganz anderer Meinung waren die vom Verein konsultierten Mediziner. „Innocent erschien Ende November zum Training und sagte, er könnte wieder anfangen. Wir waren völlig perplex, weil so eine schwere Verletzung normalerweise ein halbes Jahr Pause nach sich zieht“, erläutert HSV-Berater Joachim Krug den Hergang.

Gespielt hat Melkam seitdem nicht wieder und wurde nun vor dem Vorbereitungsstart von Krug zu zwei weiteren Spezialisten geschickt - Dr. Detlef Kahl, dem Vereins-Doc des LR Ahlen, sowie Dr. Karl-Heinz Bauer, dem Arzt des VfL Bochum. Eine Arthroskopie im Dortmunder Knappschafts-Krankenhaus soll am 23. Januar endgültig darüber entscheiden, ob Melkam operiert wird oder nicht. „Er war in der Hinrunde bis zu seinem Ausscheiden unser wertvollster Spieler. Selbst wenn er jetzt ein halbes Jahr ausfallen sollte, würden wir ihm einen neuen Vertrag für die nächste Saison geben“, will Krug weiter mit dem eigenwilligen Afrikaner zusammen arbeiten.

Noch zwei andere Spieler machen den Verantwortlichen beim Verbandsliga-Spitzenreiter Sorgen. Keeper Robert Hietkamp hat aufgrund einer Herzmuskel-Entzündung vorerst Sportverbot. „Er darf eine Woche gar nichts machen, dann erfolgt eine neue Untersuchung“, berichtet Sandhowe. „Sollte das Ergebnis nicht gut ausfallen, wird er noch drei Wochen ausfallen.“

Hietkamps Ersatzleute Milenko Gilic und Mathias Szczygiel nehmen dabei mit gleichen Chancen den Kampf um die Nummer eins an. Schlimm hat es auch Jeffrey Ekoko erwischt. Der Nigerianer ist bei seinem Heimaturlaub über den Jahreswechsel an Malaria erkrankt. „Unser Ex-Trainer Oswald Semlits hatte Jeffrey schon Anfang Dezember 14 Tage vor der Winterpause frei gegeben. Nachdem er jetzt am Montag nicht pünktlich da war, hat er uns am Dienstag angerufen, er würde in Nigeria im Krankenhaus liegen“, berichtet Krug, der allerdings nicht an der Erkrankung Ekokos zweifelt. „Nein, Jeffrey will bei uns Fußball spielen. Aber eins ist auch klar. Wenn er in nächster Zeit hierhin kommt, werden wir ihn noch einmal eingehend untersuchen. Wir wollen ja nicht, dass sich jemand ansteckt.“

Nachgefragt
Joachim Krug, welche Reaktionen haben die Pleitegerüchte um Germania Gladbeck bei ihnen in Hamm ausgelöst?
Erstens. So lange nichts bewiesen ist, gilt in Deutschland die Unschulds-Vermutung. Zweitens und jetzt zitiere ich die Bibel: Wer frei von Schuld ist, der werfe den ersten Stein. Im Amateur-Fußball geht es vielen Vereinen doch so dreckig, da ist es doch kein Wunder, dass man nach allen Möglichkeiten sucht, um ein paar Euro zu sparen. Wir haben in Hamm zum Glück etwas andere, ganz gute Voraussetzungen, sodass wir nicht auf die Idee kommen, zu tricksen.

Und drittens?
Ich hoffe, dass es in Gladbeck weiter geht. Gesunde Konkurrenz macht den Wettbewerb doch nur spannender.

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