Wortspiele gibt es, die gibt es gar nicht. Ausgerechnet ein Schalk(er) aus Schalksmühle hielt in den vergangenen Tagen die Medienwelt in Atem.

Schalk(er) aus Schalksmühle nahm Meister-Link aus dem Netz

sb
18. Februar 2007, 13:28 Uhr

Wortspiele gibt es, die gibt es gar nicht. Ausgerechnet ein Schalk(er) aus Schalksmühle hielt in den vergangenen Tagen die Medienwelt in Atem.

Wortspiele gibt es, die gibt es gar nicht. Ausgerechnet ein Schalk(er) aus Schalksmühle hielt in den vergangenen Tagen die Medienwelt in Atem. Der 46-Jährige Joachim Gutberlet hatte die glorreiche Idee und sicherte sich die Internetadresse www.deutscher-meister-2007.de.

Wer in den vergangenen Tagen diese Adresse eingab, landete auf Schalkes offizieller Vereins-Homepage. S04-Manager Andreas Müller wusste erst nicht genau, ob er den Einfall gelungen oder vorwitzig finden sollte. "Das war ein kleiner Joke, aber wir haben den Betreiber der Seite gebeten, diese zu schließen. Am 19. Mai kann er sie dann gerne wieder öffnen."

Gutberlet sorgte im Sog des durch die Tabellenführung schlagartig gestiegenen Interesse an den Königsblauen für Aufregung in Fußball-Deutschland. "Ich wurde richtig angegiftet. In diversen Internetforen wurde mir Hochmut, Arroganz und Übermut unterstellt. Am Freitag war sogar ein Kamerateam von SAT.1 in meiner Firma. Der Beitrag endete mit den Worten, ich hätte mich selbst ins Abseits gestellt. Dabei ist es einfach nur ein Joke", kann der Sauerländer die Aufregung um seine Homepage nur bedingt verstehen.

"Nach der verpassten Meisterschaft 2005 habe ich mir gleich für kleines Geld die Adressen für die kommenden Jahre gesichert und auf die Schalker Seite verlinkt, weil ich mir sicher war, dass wir irgendwann mal dran sind", grinste Deutschlands optimistischer S04-Anhänger. "Der Link steht also schon seit zwei Jahren. Nur hat das bis zur vergangenen Woche niemanden interessiert", wittert er geschäftsträchtige Interessen hinter der plötzlichen Aufregung um seine Adresse. "Ich gehe davon aus, dass sich nun jemand die Domain sichern wollte und enttäuscht war, dass die schon besetzt war", war der Geschäftsführer einer in Lüdenscheid ansässigen Zulieferungsfirma für den Wohnungsbau schneller online.

"Dafür hat Schalke überragend reagiert", freut sich "Joe" Gutberlet. "Die haben mir gesagt, dass sie die Idee an sich sehr witzig finden, aber die Gefahr zu groß ist, dass sie nachher als Deppen der Nation dastehen", wartet er nichts sehnlicher als auf den Tag, an dem er die Seite wieder frei schalten darf.

Am Samstag kam er aber zunächst der Bitte der Königsblauen nach und hat die direkte Verlinkung zu schalke04.de vorerst gestoppt. Seit gestern landet man bei einem virtuellen Gästebuch, in dem schon zahlreiche User die Frage beantwortet haben, wer denn wohl Deutscher Meister 2007 wird.

Gutberlet ist übrigens auf Schalke kein Unbekannter. Im Jahr 2003 kandidierte er für den Aufsichtsrat der Königsblauen und musste sich mit 39 Stimmen Rückstand dem Mülheimer Unternehmensberater Peter Lange und dem Düsseldorfer Unternehmer Carl Albert Schade geschlagen geben. "Ich bin damals angetreten, weil ich der Meinung war, dass dem Aufsichtsrat ein Mitglied mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund gut getan hätte, aber auch gleichzeitig weiß, wie ein normaler Fan fühlt und denkt. Dieser Auffassung bin ich immer noch", schließt Gutberlet eine erneute Kandidatur für die Zukunft nicht aus.

Zwischenzeitlich hat ihm ein englischer Buchmacher eine schöne Stange Geld für den Fall geboten, er würde www.deutscher-meister-2007.de mit der Homepage eines Wettanbieters vernetzen.

Autor: sb

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