Beförderungswelle für die Assistenten

13. Februar 2007, 16:00 Uhr

Beförderungswelle für die Trainer-Assistenten:

Beförderungswelle für die Trainer-Assistenten: Als sich die Fußball-Lehrer der Bundesliga am Montag in München mit ihren Kollegen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) trafen, musste man sich an einige neue Gesichter gewöhnen.

In den drei Jahren seit dem bis dahin letzten Treffen der Übungsleiter hat sich das Trainer-Geschäft grundlegend gewandelt. Waren bei den Zusammenkünften zuvor oft die gleichen altgedienten Coaches dabei, die nur mal wieder ein anderes Vereinsemblem auf dem Anzug trugen, gibt nun die Generation der ehemaligen Assistenten den Ton an.

Das jüngste Beispiel für die geänderte Strategie der Klubs, die nicht mehr auf den namhaften Coach oder den Feuerwehrmann setzen, ist die Beförderung von Frank Geideck vom Co-Trainer zum Chef bei Armina Bielefeld und Nachfolger von Ex-Chef Thomas von Heesen.

Die Absicht der Vereine bei solch einem Schritt ist klar: Anstatt ständig ein neues Pferd in den Stall zu holen und damit die Ausrichtung des Klubs zu wechseln, soll ein Konzept über Jahre durchgezogen werden. Dabei sind Trainer, die mit dem langfristigen Plan vertraut sind, die personelle Idealbesetzung.

Für diese Strategie steht auch die Personalie Geideck. Der 39-Jährige arbeitete seit 1996 als Co-Trainer bei den Arminen. Jetzt soll der neue Boss an der Seitenlinie das vom früheren Trainer Uwe Rapolder eingeführte und von Thomas von Heesen fortgeführte Spielsystem weiter voranbringen. `Frank Geideck ist die große Klammer´, meinte Bielefelds Präsident Hans-Hermann Schwick und unterstrich damit diesen Plan.

Auch der wichtigste Trainer im Land hat seinen Job vor allem deshalb inne, weil der eingeschlagene Weg fortgesetzt werden soll und er daran in seiner Rolle als Assistent schon kräftig mitgewirkt hat. `Er hat ohnehin schon die eigentliche Arbeit verrichtet. Er war federführend bei Videoanalysen, Trainingsinhalten und bei der Gestaltung. Er hat das richtige Auge und trifft den richtigen Ton´, sagte Vorgänger Jürgen Klinsmann bei der Amtseinführung von Bundestrainer Joachim Löw.

Ähnliche Beweggründe hatten schon ein halbes Jahr zuvor bei Schalke 04 dazu geführt, dass aus dem Assistenten Mirko Slomka der Nachfolger von Ralf Rangnick wurde. Um die erfolgreichen Auswirkungen dieser Maßnahme zu erkennen, reicht ein Blick auf die derzeitige Tabelle mit Spitzenreiter Schalke. `Er ist die beste Lösung, die wir kriegen konnten. Es war überhaupt kein Problem für uns, ihn mit dieser Aufgabe zu betrauen´, kommentierte Teammanager Andreas Müller rückblickend die Entscheidung zu Gunsten Slomkas.

Den Schalker Verantwortlichen weit voraus war allerdings die Chefetage von Werder Bremen. Die Klubbosse an der Weser läuteten mit der Installierung von Thomas Schaaf, bis dahin zwar Amateur- und nicht Assistenz-Trainer, als neuem Chef im Mai 1999 eine bis heute andauernde Erfolgs-Ära ein.

Einen ähnlichen Aufschwung erhofft sich auch Borussia Mönchengladbach. Jahrelang setzte der fünfmalige Meister erfolglos auf namhafte Trainer wie Dick Advocaat oder Jupp Heynckes, um nun dem Trend zu folgen und das Glück mit dem bisherigen Assistenten Jos Luhukay zu versuchen.

Nur Rekordmeister Bayern München und der Hamburger SV verschlossen sich dem Trend und setzten im alten Stil auf die bekannten Namen Ottmar Hitzfeld und Huub Stevens.

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