Einen Kopfstoß, Rangeleien, vier Rote Karten, Polizei und zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen. Das alles gab es am Sonntag in der Landesliga Niederrhein 1.

LL NR 1: Spielabbruch

Kopfstoß, vier Rote Karten, Polizeieinsatz

11. Dezember 2011, 23:12 Uhr

Einen Kopfstoß, Rangeleien, vier Rote Karten, Polizei und zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen. Das alles gab es am Sonntag in der Landesliga Niederrhein 1.

Wenige Minuten vor Ende der Partie zwischen der SSVg Heiligenhaus und Adler Osterfeld (Spielstand 0:1) eskalierte die Situation nach einem brutalen Foulspiel der Gastgeber an Adler-Akteur Robert Trimborn. Schiedsrichter Daniel Sebastian brach das Spiel ab, eine Zuschauerin alarmierte die Polizei.

RS fragte bei den Beteiligten nach: [i]Was war da los?[/i]

Bernd Wagner (Trainer SSVg Heiligenhaus):

Angefangen hat alles durch ein dummes Foul von uns. Der Schiedsrichter hat das Spiel unterbrochen und es gab Tumulte. Einige Oberhausener sind in Zivil auf den Platz gelaufen. Die haben meinen Spieler zusammengeschlagen. Sie haben ihm einfach so mitten ins Gesicht gehauen. Ich finde, der Schiedsrichter hat sehr besonnen reagiert, ist mit seinen Linienrichtern zum Mittelkreis gegangen und hat sich die Beteiligten geholt. Er hat dann vier Rote Karten verteilt und ist dann, so hat er es uns hinterher gesagt, von einem Osterfelder Spieler bedroht worden. Deswegen hat er das Spiel abgebrochen. Ich weiß nicht, welche Worte da gefallen sind, aber sie müssen in die unterste Schublade gehören. Dass wir das Foul begangen haben, das die Sache ausgelöst hat, heiße ich nicht gut. Wir brauchen auch nicht darüber zu diskutieren, dass das eine Rote Karte war. Aber ein Foul passiert im Fußball. Man kann nicht sagen, dass er ihn tottreten wollte. Er ist einfach eine Sekunde zu spät gekommen. Die Oberhausener sind dann auf den Platz gestürmt und haben einen unbeteiligten Spieler geschlagen.

Franz-Josef Grawe (Geschäftsführer Adler Osterfeld):

Der Schiedsrichter hat zu viele Sachen durchgehen lassen. Die Heiligenhäuser sind auf die Socken gegangen, wie man nur auf die Socken gehen kann. Immer auf die Knochen, von hinten in die Beine, ohne Rücksicht auf Verluste. Erst als einer unserem Spieler (Robert Trimborn, Anm. d. Red.) mit beiden Beinen voran von hinten in die Beine gesprungen ist, konnte der Schiedsrichter nicht mehr anders und hat ihm die Rote Karte gezeigt. Der Spieler hat dann Sevket Türk noch einen Kopfstoß verpasst. Er hat sich gewehrt und dafür auch Rot bekommen, was auch in Ordnung ist. Gleichzeitig hat sich an einer anderen Stelle ein Tumult gebildet und dann hat der Schiedsrichter abgebrochen. Warum, das wollte er uns nicht erklären. Er hat gesagt, dass er den Spielbericht erst zuhause schreiben wird. Eine Zuschauerin von Heiligenhaus hat dann noch die Polizei gerufen, weil unsere Jungs angeblich so böse waren. Die sind mit drei oder vier Streifenwagen angerückt, aber da war gar nichts mehr. Alle Spieler waren längst unter der Dusche. Einfach lächerlich, was da passiert ist. Ich nehme unsere Spieler nicht aus, aber Heiligenhaus ist nur auf die Knochen gegangen und der Schiedsrichter hatte das Spiel absolut nicht im Griff. Vielleicht war er nervös, weil er unter Beobachtung stand. Jetzt müssen wir abwarten, was die Spruchkammer entscheidet.

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